Schulleiter nach 312 Absolventen geschafft

Abschlussfeier an der FOS/BOS Bad Tölz: 16-mal die gleiche Rede in der Schulaula

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Schulleiter Andreas Stefan (re.) gratulierte den zehn Besten des Abschlussjahrgangs 2020 (v.li.): Simon Haslauer (Notendurchschnitt 1,5), Anna Heidacher (1,3), Julia Gierens (1,5), Alexandra Pfluger (1,5), Christina Niedermühlbichler (1,1), Pia Jorda (1,5), Marlies Huber (1,5) und Simon Roloff (1,5). Nicht im Bild sind Nina Meichsner (1,3) und Leigh Skoupy (1,5).

Bad Tölz – Geschafft sind manche Lehrkräfte, wenn sie nach einem mit Unterricht vollgepackten Tag die Schule verlassen können. Richtig geschafft war aber gestern Schulleiter Andreas Stefan nach dem Verabschiedungsmarathon der Abschlussklassen der Tölzer FOS/BOS. Corona-bedingt wurden da die frischgebackenen Abiturienten aus insgesamt 16 Abschluss-Klassen klassenweise in der Schulaula verabschiedet. Für Stefan hieß das, 16-mal die gleiche Rede vor ständig wechselndem Auditorium. Auch wenn die einzelnen Verabschiedungen stark verkürzt und komprimiert waren, zog sich das Ganze für die Schulleitung doch stundenlang hin.

„Nicht einmal die Eltern durften wir heute einladen“, bedauerte Stefan, „aber den Absolventen nur im Klassenzimmer die Zeugnisse in die Hand drücken, erschien mir dann doch zu wenig.“ In seiner Rede zeigte er noch einmal die Schwierigkeiten mit längerem Unterrichtsausfall auf: Im Winter des Jahres 2019 wegen der massiven Schneefälle und heuer Corona bedingt. „Trotzdem habt ihr und die Lehrkräfte toll durchgehalten, habt das Beste aus der gegebenen Situation gemacht, mit erstaunlich guten Ergebnissen: „Herzlichen Glückwunsch.“

Insgesamt wurden da 321 Absolventen von der FOS/BOS verabschiedet. Darunter waren 37 die ihr Abitur oder Fachabitur mit dem Noten-Durchschnitt von eins abgelegt hatten. Schulbeste des Jahres 2020 war dann Christina Niedermühlbichler, die ihre „Allgemeine Hochschulreife“ mit dem überragenden Schnitt von 1,1 erreicht hatte.

„Über eure Zukunft mache ich mir keine Sorgen, ich weiß, ihr seid gut vorbereitet“, betonte der Schulleiter. Da in der heutigen, schnelllebigen Zeit die Bereitschaft zu ständiger Veränderung ein „muss“ sei, seien im Leben ständig Mut, die Fähigkeit zu beruflichem Wechsel und Weiterqualifizierung gefordert: „Bleibt immer offen für Neues und vergesst dabei nie die selbstkritische Auseinandersetzung.“ Zudem appellierte er an die Entlassschüler außerhalb des Studiums und des Berufs in politischen Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und Bürgerinitiativen mitzuarbeiten: „Eine demokratische Gesellschaftsordnung mit all ihren Freiheiten fordert, um gut Bestehen zu können, die aktive Teilnahme und Unterstützung.“

Und nach 16 Abschlussklassen war Stefan gestern geschafft, wie auch seine vielen Abschlussschüler, die sich freuten, es geschafft zu haben, nach zwölf oder 13 Jahren die Schulzeit endgültig hinter sich zu lassen. Ewald Scheitterer

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