Explosionsgefahr: Evakuierung in Tölz

Gasleck an Hauptleitung in der Wachterstraße löst Großeinsatz aus – 60 Feuerwehrleute vor Ort

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Damit das Gas sich nicht weiter ausbreitet, „löscht“ die Tölzer Feuerwehr den Austritt am Leck.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.
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Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.

Bad Tölz – Tragen Feuerwehrleute keinen Helm – dann ist der Einsatz mitunter lebensgefährlich: der Grund ist Gas. Auch am Montagabend gab es in Bad Tölz einen Gasaustritt an der Wachterstraße, der einen Großeinsatz an Rettungskräften auslöste: Straßensperrungen, Evakuierung und fachgerechte Krisengespräche mussten schnell vonstatten gehen, um das Leck schnell und sicher abzudichten.

Ist unkontrolliertes Gas im Spiel, ist es brandgefährlich: bekanntermaßen reicht ein Funke und es kommt zur Explosion. Um sich selbst und andere zu schützen, gilt bei der Feuerwehr auch die Regel: Helm runter bei Gaseinsätzen, zumindest in beengten Räumen oder zu mehrt an vorderster Front. Denn rumpeln diese beim Einsatz aneinander – kann es knallen. In Bad Tölz verlief zum Wohl aller Beteiligten der Einsatz optimal. Nachts um halb elf, war das Leck abgedichtet und die Anwohner konnten wieder in ihre Wohngen zurück. Verletzt wurde niemand.

Alles begann am Montag bei gewöhnlichen Tiefbauarbeiten unter dem Asphalt. Bei einer sogenannten Horizontalspühlbohrung wurde die Gashauptleitung für das nordöstliche Stadtgebiet beschädigt. Gas strömte an die Oberfläche und die Arbeiter rochen dies deutlich. Jetzt war schnelles Handeln gefragt: sofort alarmierten sie die Tölzer Stadtwerke und die Integrierte Leitstelle löste um 17.34 Uhr Alarm aus. Die Tölzer Wehr rückte mit 60 Kräften aus, unterstützt von der Polizei und dem Rettungsdienst. „Wir begannen sofort mit der Sperrung der Salzstraße und erweiterten die Sperrung an der Wachterstraße“, berichtet Kommandant Thomas Fuchsgruber.

Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.

Aufgrund der Explosionsgefahr wurden die unmittelbaren Anwohner über Lautsprecher aufgerufen, ihre Wohngen sofort zu verlassen. Betroffen waren die Hausnummern 12, 15 und 17. Etwa 55 Bewohner seien dort gemeldet, sagt Rathaus-Sprecherin Birte Otterbach. Allerdings benötigten davon nur zwei sofort eine vorübergehende Unterbringung, bis der Einsatz beendet war. Die restlichen Bewohner befanden sich zu der Zeit in ihrer Arbeit oder waren verreist. Im Weiteren Umkreis wurden die Tölzer Bürger zudem aufgerufen, „Fenster und Türen geschlossen zu halten“.

Während sich die Tölzer Stadtwerke und zwei Tiefbaufirmen um die Gasleitung kümmerten, stellte die Tölzer Feuerwehr den Brandschutz sicher. „Wir waren löschbereit und überwachten mit Gasmessgeräten die Umgebung, um zu wissen, wo es sich ausbreitet“, berichtet Fuchsgruber. Eine erhöhte Konzentration zeigte sich allerdings nur in der Nähe des Gaslecks, „weiter weg bestand keine zündfähige Gefahr“, so der Feuerwehrkommandant weiter. An der Austrittsstelle wurde zudem ein wasserbetriebender Hochleistungslüfter in Stellung gebracht, mit dem ein Wassernebel über die Baugrube gelegt und somit das ausströmende Gas niedergeschlagen wurde.

Tölzer Wachterstraße: dort wurde eine defekte Gasleitung bei einem sechsstündigem Einsatz abgedichtet.

Wolfgang Stahl, der als Kreisbrandinspektor und Gasmeister der Tölzer Stadtwerke zur Stelle war, versuchte in Schutzkleidung, die defekte Leitung in der Grube freizulegen. Dies gelang nicht, da die mit 75 Millibar unter Druck stehende Leitung von unten angebohrt wurde. Sie musste nun vor und hinter dem Leck freigelegt werden, um sie anzubohren und mit einer Dichtungsblase zu versiegeln. Die Hauptleitung während der Reparatur einfach abzudrehen, wäre dagegen nicht möglich gewesen: „Sonst hätten 800 Haushalte keine Heizung mehr gehabt“, erklärt Otterbach. Ein Problem: da diese dann auch wieder hochgefahren werden müsse, und derzeit viele der betroffenen Bürger nicht Zuhause sind, sondern im Urlaub. 

Über den Gasaustritt an der Tölzer Wachterstraße informierten sich gegen 19.15 Uhr auch Landrat Josef Niedermeier und Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair und schauten persönlich am Einsatzort vorbei. Dort erläuterte Wolfgang Stahl den beiden das Weitere vorgehen der Einsatzkräfte. Bei der Einsatzleitung half der Tölzer Feuerwehr zudem die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL), die beim Katastrophenschutz in Bayern personell hinzugezogen wird.

Gegen 22 Uhr konnte der Gasaustritt durch das Abtrennen des beschädigten Leitungsabschnittes gestoppt werden. Bis dahin wurde die Baugrube von der Tölzer Feuerwehr ausgeleuchtet. Als offiziell beendet galt der Einsatz dann gegen 23.30 Uhr – die Gefahr war gebannt und die evakuierten Bewohner konnten wieder ihre jeweiligen Wohnungen beziehen.

Dank und Respekt an die Helfer

Stadtsprecherin Birte Otterbach hat großen Respekt vor allen Helfern, die schnell, sicher und unter Einsatz ihres Lebens die notwendige Arbeit verrichtet hatten. Insbesondere lobt sie die Leistung der beiden hinzugezogenen Tiefbauarbeiter, die per Bagger „punktgenau“ zur Gasleitung hinunter gebuddelt haben, um diese dann zur Reparatur freizulegen.

Am Dienstagmorgen kam es noch zu Verkehrsbehinderungen an der Tölzer Wachterstraße. Da eine Baufirma die Baugrube zur Gasleitung wieder versiegelte und die Straße drauf asphaltierte. Daniel Wegscheider

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