Keine Identitätsbildung

Leere Räume: Tölzer Jugendförderung hofft auf baldige Öffnung 

Das Graffiti-Bild an der Wand im Medienraum der Tölzer Jugendförderung.
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Auch der Medienraum im Tölzer Jugendcafe an der Hindenburgstraße wartet darauf, dass er endlich genutzt werden darf.
  • Viktoria Gray
    VonViktoria Gray
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Bad Tölz – Die Räume des Tölzer Jugendcafé in der Hindenburgstraße in Bad Tölz bleiben derzeit leer. Grund, wie bei so vielen anderen Dingen auch: die anhaltende Corona-Pandemie.

„Es war schon sehr zermürbend am Anfang“, berichtet Franz Späth, Leiter der Tölzer Jugendförderung. Erst wenn der Inzidenz-Wert drei Tage unter 100 ist, das zuständige Landratsamt die Öffnung der Jugendzentren offiziell wieder ankündigt, dürfe die Einrichtung wieder öffnen. Späth ist nicht wütend. Müde würde seinen Gemütszustand eher beschreiben. Er habe es sich abgewöhnt zu sehr in die Emotion zu gehen und weiß, dass Hygienekonzepte notwendig und richtig sind. „Ich freue mich einfach wenn wir überhaupt wieder öffnen dürfen“, sagt er. Zudem würde die Tölzer Jugendarbeit heuer 25-jähriges Jubiläum feiern.

Franz Späth, Leitung der Tölzer Jugendförderung

Er merke, dass sich viele Jugendliche mehr ins Private zurückziehen. „Jugendliche brauchen Kontakt, Bewegung und auch mal einen Streit. Das ist wichtig für die Identitätsbildung.“ Zu vielen jungen Menschen würden die Jugendarbeiter keinen Zugang mehr finden. Nicht zuletzt durch das Hin- und Her von Öffnung und Schließung. „Die Jugendlichen gewöhnen sich schon an die Leute.“ Aber das würde einfach Zeit brauchen. Zeit die immer wieder fehlt.

Michael Mock ist als Streetworker und mobiler Jugendarbeiter für die Tölzer Jugendförderung unterwegs.

Seit September vergangenen Jahres ist auch Michael Mock als mobiler Jugendarbeiter in Tölz unterwegs. Aktuell darf er aufgrund der Infektionsschutzverordnung die Jugendlichen nur „einzeln“ ansprechen. Gruppen ansprechen ist nicht gestattet. „Wie gut, dass die Kids immer alleine abhängen“, lächelt Mock. Viele Aktionen fallen aus. Und die Räume, wie etwa ein Medienraum, eine Werkstatt und sogar ein Tonstudio, in denen diverse Angebote stattfinden sollten, bleiben unbesetzt.

Besucherrückgang um 70 Prozent

2020 verzeichnete die Organisation einen Besucherrückgang um 70 Prozent. Das Jugendarbeit ohne Kontakte und Präsenzveranstaltung kaum funktioniert ist kein Geheimnis. „Wir sind mit unserer Kreativität an der Grenze. Aber die Entwicklung von Kindern- und Jugendlichen muss mehr in den Fokus“, appelliert der Leiter.

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