Familie kentert auf der Isar

Schlauchbootunfall endet trotz fehlender Schutzausrüstung glimpflich

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Schön, aber auch gefährlich. Beim Bootfahren auf Wildflüssen sollte eine geeignete Schutzausrüstung nicht fehlen.

Lenggries – Schreck für einen Tölzer Familienvater, der am Samstag mit seinen beiden Kindern auf der Isar unterwegs gewesen war. Auf Höhe Schlegldorf bei der sogenannten Isarburg kenterte das Schlauchboot nämlich und die Drei stürzten in den momentan hochwasserführenden Wildfluss. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und die regionalen Wasserwachten raten derzeit Bootsfahrer ohne ausreichende Wildwasserkenntnisse vom Befahren der Flüsse im Amtsgebiet ab.

Es sollte ein schöner Familienausflug werden, der gegen 13.40 Uhr am Samstagnachmittag beinahe in einer Katastrophe geendet wäre: ein 39-jähriger Tölzer schipperte zu derzeit mit seinen elf und 14 Jahre alten Töchtern auf der Isar. Doch die ist, nach dem Sommerhochwasser vergangener Woche, nicht zu unterschätzen.

Wie berichtet, schwoll der Sylvensteinsee nach tagelangem Dauerregen dabei auf rund sechs Meter an. Jetzt müssen Wassermassen durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim wieder auf den Normalstand reguliert werden. Die Abgabemenge hatte am Wochenende rund 40 Kubikmeter pro Sekunde. Zum Vergleich: der „Mittlere Abfluss“ liegt normalerweise bei etwa 20.

Das Amt warnt nach einem Hochwasser auch vor tückischen Gefahrenstellen in Flüssen – meist Baumhindernisse in Verbindung mit starkem Stromzug. Abflusshindernisse oder ein veränderter Flusslauf seien für unerfahrene Bootsfahrer lebensgefährlich.

Warum das Schlauchboot der Tölzer Familie genau kenterte, kann Gabriel Hartl nicht sagen. Der Einsatzleiter- Wasserrettungsdienst weiß aber, dass es sich um „kein Profiboot“ handelte, und für die momentanen „Fließgewässer auch ungeeignet ist“. Ob es Treibholz war, das unter dem Wasser unbemerkt lauerte, eine Kiesbank oder ein Stein ist derzeit unklar. Auf jeden Fall fielen die drei Passagiere in die Isar, als es zum Bootsunfall kam.

„Die beiden Mädchen konnten sich jedoch selbst ans Ufer retten. Der Vater dagegen nicht. Er klammerte sich erst an einen Fels und konnte dann von einem nachfolgenden Boot aufgenommen werden. Als die 27 Helfer der Tölzer und Penzberger Wasserwachten sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Tegernsee eintrafen, war die Familie bereits außer Gefahr und am Ufer. Alle Wohlauf. „Der Vater hatte ein paar Schürfwunden“, berichtet der Einsatzleiter-Rettungsdienst Thomas Girgnhuber.

Doch es hätte schlimmer ausgehen können: „Die Beteiligten trugen keinerlei Sicherheitsausrüstung“, sagt Hartl. Kein Helm, keine Schwimmweste. Letzteres schreibt die hiesige Isar-Bootsfahrverordnung seit 2019 sogar vor: „Für Kinder bis 12 Jahre und Nichtschwimmer gilt eine Schwimmwestenpflicht.“

Die Wasser-Experten raten ohnehin, aufgrund des erhöhten Pegelstandes am Ufer zu bleiben. „Ohne entsprechende Ausrüstung sowieso“, betont Hartl. Daniel Wegscheider

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