Warmherzige Entlass-Feier ohne Umarmung

Schulleitung verabschiedet trotz Corona-Einschränkung feierlich sieben Absolventen der Von-Rothmund-Schule

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Sieben Schüler entließ die Von-Rothmund-Schule der Lebenshilfe zum Schuljahresende in das Erwachsenenleben.

Bad Tölz – Es war der Abend der Stars: Auf dem roten Teppich des „Walk of Fame“ mit goldenen Sternen durften die Entlass-Schüler der Von-Rothmund-Schule der Lebenshilfe ein letztes Mal in ihrer Schule „einlaufen“.

„Wir entlassen eine ganz besondere Berufsschulstufe in diesem Jahr“, meinte Sylvia Schaffner, Konrektorin der Von-Rothmund-Schule der Lebenshilfe, bei der Entlassfeier der Absolvia 2020. Nicht nur das Schneechaos vor einigen Jahren und den Hitzesommer musste die Klasse meistern, jetzt funkte auch noch Corona dazwischen und gestaltete eine völlig andere Art von Abschlussfeier an der Schule.

Doch Schulleiterin Sabine Pfeifer und ihr Team sowie Martin Fiechtner, Leiter der Heilpädagogischen Tagesstätte, bewiesen viel Kreativität und schafften es wieder, einen besonderen Abschied für die sieben Absolventen zu gestalten.

Sieben Schüler entließ die Von-Rothmund-Schule der Lebenshilfe zum Schuljahresende in das Erwachsenenleben: Mehmed-Emin Baldik, Laura Bauer, Anna Maria Geisreiter, Ibrahim Kilicaslan, Maximilian Laubinger, Moritz Oehme und Clara Strobl. Sie waren teilweise bis zu zwölf Jahre in dem privaten Förderzentrum für geistige Entwicklung ihrer Schulpflicht nachgegangen.

Nach guter Tradition hatten Pfeifer und Fiechtner wieder etwas Besonders zur Verabschiedung ihrer Schüler einfallen lassen. Ganz in Zeichen von Social Distancing und gemäß der geltenden Hygieneregeln unterhielten sich die beiden in ihrem Sketch via Video-Konferenz, um die bevorstehende Entlassfeier zu planen. Dabei hoben sie bei jedem der Absolventen dessen Können und Vorzüge hervor und nahmen ihre Eigenheiten liebevoll aufs Korn. Die Schüler selbst mussten lauthals lachen über die „Pannen“, die dabei passierten. Über die ganze Planung hätten die beiden nämlich tatsächlich die bereits laufende Abschlussfeier „verpasst“ und kamen gerade noch „rechtzeitig“.

Bei der Zeugnisübergabe wünschten die Lehrkräfte mit warmherzigen Worten den Schulabgänger alles Gute für ihren weiteren Weg. Was allen fehlte war die sonst noch mit auf den Weg gegebene herzliche Umarmung, die leider Corona-bedingt ausfiel. Trotzdem hatten Schule, Tagesstätte, Elternbeirat und der Vorstand der Lebenshilfe-Kreisvereinigung jeweils ein kleines Präsent vorbereitet, das die Schüler als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten.

Anja Larbolette, die den Vorstand der Lebenshilfe Kreisvereinigung vertrat, freute sich, dass die Abschiedsfeier trotz allen Corona-Einschränkungen stattfand: „Das ist so im Leben. Man weiß nicht was kommt“, sagte sie zu den Schülern und sprach ihnen auch Mut zu. Elternbeiratsvorsitzende Anja Wicht ergänzte: „Leben ist Veränderung“. Die Schüler würden nun viel Neues – neue Leute, neue Freunde und neue Aufgaben – kennenlernen. „Das ist zwar anstrengend“, so Wicht, „aber auch sehr schön.“dwe

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