„Zwischen Kulturen neutral vermitteln“

Neues Gemeinschaftsprojekt von und für Zugewanderte Kulturübersetzer im Landkreis sind startklar

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Zeugnisvergabe an die Kulturübersetzer: Ursula Steiner (vorne r.) von den Maltesern in Wolfratshausen überreicht Patrik Musa-Koker (l.) und den anderen Ehrenamtlichen ihre Bestätigungen: Mutaz Aluwaidat, Nermine Amriti sowie Olga Rose (hintere Reihe v.l.).

Wolfratshausen – Nach mehrmonatiger Corona-Zwangspause konnten nun unter entsprechenden Hygieneauflagen die ersten acht Kulturübersetzer von Caritas und Maltesern, der Stadt Geretsried und dem Kreisbildungswerk ausgebildet werden. Fünf Frauen und drei Männer sprechen insgesamt zehn Sprachen und Dialekte. Sie kommen ursprünglich aus Algerien, Kirgisistan, Nordmakedonien, der Ukraine, der Tschechischen Republik, Sierra Leone und Syrien und haben an der Ausbildung erfolgreich teilgenommen.

Das Projekt der ehrenamtlichen Kulturübersetzer und -dolmetscher ist deutschlandweit entstanden aus den Erfahrungen der Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre. Menschen, die nach Deutschland zuwandern, haben sehr oft sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden. Viele Zugewanderte haben diese Herausforderungen bereits erfolgreich gemeistert und sind mittlerweile gut in die deutsche Gesellschaft integriert. Die Idee des Projektes ist, Erfahrungen und Kompetenzen von bereits gut integrierten Menschen mit Migrationshintergrund zu nutzen, um Neuzugewanderten das Ankommen in Deutschland zu erleichtern.

Die Kulturübersetzer können aufgrund eigener Integrationserfahrung kulturelle Missverständnisse überwinden helfen und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund als sprachliche Mittler zur Seite stehen bei der Kommunikation mit Kindergarten, Schule oder Behörden. „Kulturübersetzer können und sollen grundsätzlich keine professionellen Dolmetscher ersetzen. Ihre Aufgabe ist, bei interkulturellen Problemen zu helfen, oder Migranten bei Bedarf bei den offiziellen Wegen zu begleiten“, erklärt Ursula Steiner, die das Projekt für die Malteser in Wolfratshausen leitet. Alexandra Brücher-Huberova, Projektleiterin der Caritas ergänzt: „Unsere Kulturübersetzer leben alle schon seit vielen Jahren in Deutschland und sind bereits gut integriert. In der Ausbildung wurde jetzt die entsprechende Sensibilität thematisiert, die es braucht, um zwischen mehreren Kulturen neutral zu vermitteln.“ dwe

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