Von kleinen und großen Bauanträgen

Tölzer Bauausschuss: Stallbau genehmigt – Mehrfamilienhaus zum dritten Mal abgelehnt

Das alte Gemäuer an der Badstraße in Bad Tölz soll verschwinden und durch ein Zweifamilienhaus ersetzt werden.
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Das alte Gemäuer an der Badstraße in Bad Tölz soll verschwinden und durch ein Zweifamilienhaus ersetzt werden.

Bad Tölz – Mit etlichen bekannten und einigen neuen Bauanträgen, hatte sich der Tölzer Bauausschuss des Stadtrates in seiner Februar-Sitzung zu befassen.

Über manche Vorhaben wurde vonseiten der Verwaltung sehr detailliert berichtet. Dabei zeigte sich, dass auch kleine Maßnahmen oft große Probleme bereiten können. So ist es für den neuen Eigentümer eines Hauses an der Tölzer Badstraße (siehe Foto) nicht einfach, neben der Eisdiele einen Neubau genehmigt zu kommen. Diesmal ging es um einen Vorbescheid für ein Zweifamilienhaus. Der Ausschuss hatte dem Vorhaben in seiner Sitzung im Juli 2020 bereits zugestimmt. Damals war im Erdgeschoss noch ein Gewerbe vorgesehen.

Weil jetzt insgesamt zwei Wohnungen vorgesehen sind, benötigt der Bauwerber vier Fahrzeugstellplätze, die auf dem kleinen Grundstück vor dem Haus aber nicht untergebracht werden können. Deshalb müssen die Stellplätze abgelöst werden. Heißt: der Bauwerber muss an die Stadt bezahlen, die mit dem Geld wiederum Parkplätze anlegt. Im konkreten Fall schlug Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair (FWG) vor, die Fahrzeuge der künftigen Bewohner im städtischen Parkhaus an der nahegelegenen Bockschützstraße unterzubringen. Ansonsten wurde dem Antragsteller in Aussicht gestellt, dass der künftige Bauantrag genehmigt werden wird, sofern die Gestaltung des neuen Häuschens mit dem Stadtbauamt abgestimmt wird. Nur Julia Dostthaler (CSU) stimmte dagegen. Lindmair kommentierte: „Hoffentlich wird die Baumaßnahmen bald abgeschlossen.“

Milchviehstall in Ellbach

Einstimmig und ohne lange Debatte wurde dem Neubau eines 60 mal 28 Meter großen Milchviehstalls mit Melkstand, Güllegrube sowie Mistlager in Ellbach zugestimmt. Das der Landwirtschaft dienende und somit privilegierte Vorhaben wird westlich der Straße zwischen Ortschaft und dem Austragshof von Stadtrat Anton Mayer realisiert, eventuell kommt auch noch ein Wohngebäude dazu. Auf die Frage von Matthias Winter (CSU), ob dem Vorhaben nicht die dort im Winter verlaufende Loipe entgegen stehe, meinte Mayer, der Landwirt werde sicher auch künftig eine Langlaufoipe ermöglichen.

Bereits gebaut wurden bereits zwei Wohnhäuser am Bergweg, wobei sich herausstellte, dass die Westterrasse im nördlich gelegenen Haus sowie die Verbindung zwischen den beiden Häusern verändert werden soll. Offenbar hatte man das Landratsamt als Genehmigungsbehörde darauf aufmerksam gemacht, dass hier etwas anders als genehmigt gebaut worden war.

Bauamtsleiter Christian Fürstberger wies darauf hin: hier habe sich der „qualifizierte Freiflächenplan“, den man von der Stadt seit einiger Zeit fordert, bewährt habe. Der zeige nämlich an, ob eine Grünfläche ebenes Gelände sei oder ob es sich um einen Abhang handle Der „Legitimierung einer bereits bekannten Anlage“, so Lindmair, stimmten die Räte einstimmig zu.

Mehrfamilienhaus zu massiv

Bereits zum dritten Mal wurde der Bauantrag für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage am Von-Kettler-Ring abgelehnt: Das 13 Meter breite Gebäude erscheint der Bauverwaltung im Rathaus „viel zu mächtig“ im Vergleich zur umgebenden Bebauung mit vorwiegend kleinen Einfamilienhäuschen auf vergleichsweise großen Grundstücken.

Bereits zwei Tage zuvor hatte der gesamte Stadtrat für das Grundstück die Aufstellung eines Bebauungsplanes und als schärfste Gegenmaßnahme der Kommune eine Veränderungssperre beschlossen. Da das Landratsamt als eigentliche Genehmigungsbehörde dem Vorhaben zustimmen wollte. Doch die Stadt befürchtet neben der Größe auch, dass es eine nicht gewollte Verdichtung für das ganze umgebende Quartier nach sich ziehen könnte. Nach deren Ansicht sei „die Bebauung mit einem Einfamilienhaus oder bei geschickter Planung auch mit einem Doppelhaus möglich“.

Der Bauausschuss vermutet, dass der Bauwerber, der vermutlich einen hohen Preis für das derzeit mit einem Häuschen bebaute Grundstück bezahlt hat, den Klageweg beschreiten wird. Fürstberger sagte: er sei überzeugt, dass die Stadt vor dem Verwaltungsgericht (VGH) Recht bekommt. „Drei bis vier Klagen kann ich mir leisten“, kommentierte er schmunzelnd: „Die Kosten vor dem VGH sind ja nicht teuer.“ Karl Bock

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