„Viel gebaut und auf den Weg gebracht“

Tölzer Bürgermeister blickt auf 2018 zurück und zieht Bilanz im Bereich Bauen, Tourismus und Wirtschaft

+
Fast zehn Millionen Euro ließ sich die Stadt im Jahr 2018 die Sanierung des Rathauses kosten. Den Bürgern wurde es mit einem gut besuchten Tag der offenen Tür vorgestellt.

Bad Tölz – Trotz einiger Rückschläge könne man stolz auf das Erreichte sein, so Bürgermeister Josef Janker (CSU) bei der Jahresabschlusssitzung des Tölzer Stadtrates, in der er, wie gewohnt, Rückblick auf die vergangenen Monate hielt.

„Wir haben viel gebaut und auf den Weg gebracht“, leitete Janker seine Jahresbilanz ein. Das Thema Wohnen war ihm wichtig. Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit seien an der Osterleite 18 Wohneinheiten an die Mieter übergeben worden. Die Stadt besitze nun 331 Wohnungen, die zu „sehr günstigen Konditionen“ angeboten würden. In der Kohlstatt, an der Königsdorfer Straße sowie zukünftig an der Arzbacher Straße sind weitere Wohnungen mit günstigem Mietzins geplant. Auf der Zwickerwiese werde zudem Wohneigentum für Besserverdienende geschaffen, wobei man sich auch den Fragen der Hintersberg-Anlieger stellen werde.

Schulen und WC-Anlagen

Auf einem guten Weg sieht Janker die Stadt beim Thema Schulen und Kindergärten. Die Planung für die Jahnschulerweiterung sei in Arbeit, ein viergruppiger Kindergarten beschlossen, der wie im Lettenholz von der „Kinderland Weyarn GmbH“ geführt werden soll. Die Wünsche des Turnvereins für eine Bewegungshalle auf dem Jahnschulgelände würden genauso wie alternative Standorte untersucht (wir haben berichtet).

Dem Rathaus sei, so Janker, bewusst gewesen, dass die vielen Straßen-Bauarbeiten und die Sanierung der Isarbrücke „kritisch kommentiert“ würden. Er könne aber keine Baustelle nennen, die man vernünftigerweise hätte aufschieben können, der Brückeneinsturz in Genua sei da ein deutliches Zeichen gewesen. Die neuen WC-Anlagen im Bürgergarten und der abgeschlossene Umbau des Rathauses wertete Janker als großen Gewinn für die Stadt. Im Gries und Badeteil würden unter Beteiligung der Bürgerschaft die Weichen für die Neugestaltung beziehungsweise ein Sanierungsgebiet gestellt.

Breiten Raum nahm in Jankers Rede das Thema Wirtschaft ein. Der Bürgermeister legte seinen Schwerpunkt auf die Sicherung des Tourismus, der mit 85 Millionen Euro Umsatz im Jahr „einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt“ sei. Eine 2018 vorgestellte Hotelbedarfsanalyse habe erwiesen, dass Tölz als Tourismusstandort „erhebliches Potenzial“ habe. Leider sei es noch nicht gelungen, ein dringend benötigtes Hotel in Tölz anzusiedeln. Statt des aus wirtschaftlichen Gründen abgesagten Spa-Projekts prüfe man nun das Thema Hallenbad-Umbau. Keine positiven Nachrichten konnte Janker zum Thema Bahnhof vermelden.

Kultur und Sport

Das Stadtoberhaupt dankte den vielen ehrenamtlich Tätigen sowie den Helfern, die sich um die derzeit 350 bis 430 Asylbewerber kümmern. Er freute sich, dass der Erfolg des Thomas-Mann-Jahrs 2017 heuer eine Fortsetzung gefunden habe in der Eröffnung des Thomas-Mann-Arbeitszimmers in der Stadtbibliothek. „Das ist Kultur zum Anfassen.“

Aber auch Sport und Veranstaltungen waren in den vergangenen Monaten geboten, so erinnerte Janker an den Tölzer Kindersommer mit 148 Aktionen, an denen sich 748 Kinder beteiligten, an die Fahrt Tölzer Jugendlicher an den Gardasee und an die kostenlose Schwimmkurse für die Fünfjährigen, die bereits im 7. Jahr angeboten werden.

Für die CSU, die SPD- und die FWG-Fraktion sprach anschließend „Alterspräsident“ Dr. Jürgen Renner (SPD), der sich allgemein über die Stadtratsarbeit äußerte. Einerseits habe der Stadtrat „einen beschränken Gestaltungsrahmen“, andererseits „bekommt man aber durch de Kommunalpolitik auch einiges zurück“. Renner forderte de junge Generation auf, sich bei den Kommunalwahlen 2020 einzubringen und dachte eine Kinderbetreuung während der Sitzungen an, um Frauen die Teilnahme zu erleichtern.

Für die Grünen sprach Franz Mayer, der an den erfolgreichen Bürgerentscheid Bichler Hof erinnerte („Gelebte Demokratie“). Seiner Meinung nach müsse man „das Ergebnis von Abstimmungen nicht mögen, aber respektieren“ und nicht versuchen, die Verfechter demokratischer Möglichkeiten herabzusetzen. Dabei erinnerte er an den von Landrat Josef Niedermaier geäußerten Vorwurf, die Bürgerinitiative habe „AfD-like“ argumentiert.bo

Auch interessant

Meistgelesen

Rettung in letzter Sekunde
Rettung in letzter Sekunde
Kein Luxus am Karl-Lederer-Platz
Kein Luxus am Karl-Lederer-Platz
SPD zeigt sich selbstkritisch und sucht Auswege aus der Krise
SPD zeigt sich selbstkritisch und sucht Auswege aus der Krise
Landkreis rüstet Gefährte des MVV und RVO mit Internet-Hotspots aus
Landkreis rüstet Gefährte des MVV und RVO mit Internet-Hotspots aus

Kommentare