Winterdorf statt Christkindlmarkt

Statt einer Großveranstaltung, kleine in der Stadt verteilte Stände geplant

Tölzer Christkindlmarkt
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Heuer findet der Tölzer Christkindlmarkt nicht in seiner bisherigen Form statt.

Bad Tölz – Nach der Leonhardifahrt fällt eine weitere Großveranstaltung in Bad Tölz aus: Der traditionelle Christkindlmarkt, der in manchen Jahren bis zu 150.000 Besucher in den vier Adventswochen in die Kurstadt lockte, wird heuer wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) verwies im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus-Sitzungssaal auf den Beschluss des Bundes und der Länder: „Großveranstaltungen sind bis zum Ende des Jahres verboten“. Die Grenze liege bei 200 Personen im Freien, so Mehner: „Über den Christkindlmarkt, wie wir ihn kannten, brauchen wir deshalb heuer nicht nachzudenken.“

Anstelle der Budenstadt mit Handwerkerhütten, Gastro-Ständen, Konzertbühne und Kinderkarussell sollen in der Fußgängerzone lediglich vier bis sechs Vollgastro-Stände in der Marktstraße erlaubt sein, dazu noch zwei am Nockherplatz. Außerdem sollen in Zusammenarbeit mit dem Unternehmerverein „wird für Tölz“ ein bis zwei Häuschen aufgestellt werden, dort können Besucher ihre in der Innenstadt gekauften Weihnachtsgeschenke verpacken lassen, so die stellvertretende Kurdirektorin Susanne Frey-Allgaier.

Ein wenig vorweihnachtliche Atmosphäre auch vor dem Kurhaus im Badeteil: Auf der Terrasse wird ein kleines Winterdorf errichtet. Wie Frey-Allgaier berichtete, soll es aus maximal zehn Hütten bestehen. „Ein bisschen Handel, vor allem Teil- und Vollzeitgastronomie“, sagte sie. Auch zwei Eisstockbahnen seien vorgesehen. Und den Pavillon am Kurhaus können man „ohne fixes Programm für Konzerte nutzen“, ergänzte Mehner.

Sämtliche bereits erteilten Bescheide für den Christkindlmarkt hat Frey-Allgaier wieder aufgehoben. Die Gastronomen, die sich bereits für den Markt beworben haben, können sich jetzt auch um die Gastro-Stände bemühen. „Dann werden wir in die Auswahl gehen.“

Das kleine Winterdorf und die Handvoll Hütten in der Innenstadt sind Mehner zufolge vom Freitag, 27. November, bis Heiligabend, 24. Dezember, geöffnet. Allerdings könnte es sein, dass die Hütten am Nockherplatz nur an den Wochenenden auf sind. Über die täglichen Öffnungszeiten sei ohnehin noch nichts entschieden, so Mehner. Der Beginn des „Marktes“ ist auch heuer wieder bereits im November, da am Sonntag, 29. November, der verkaufsoffene Sonntag stattfindet, an dem von 11 bis 17 Uhr auch die Tölzer Geschäfte offen haben dürfen.

Viel Detailfragen sind noch nicht geklärt. Zum Beispiel, ob nicht doch Musikgruppen im Advent in der Fußgängerzone auftreten können. „Das ist nicht eine Frage des Wollens, sondern des medizinischen und rechtlichen Rahmens“, betonte der Bürgermeister. Die Stadt müsse im Umgang mit den strengen Corona-Vorgaben „große Flexibilität bei großem Arbeitsaufwand zeigen“. bo

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