1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Bad Tölz - Wolfratshausen

Hilfe für die Kleinkunst: Tölzer Finanzausschuss stellt 120.000 Euro im Haushalt ein

Erstellt:

Kommentare

Wolfang Ramadan mit Gitarre in München
Der im Tölzer Land vielfach als Veranstalter tätige Wolfang Ramadan sieht große Zurückhaltung bei Kulturevents. © Karl Bock

Bad Tölz – Lebendige Kleinkunst sei ein besonderes Merkmal der Kurstadt, sagte Kulturreferent Christof Botzenhart im Finanzausschuss, als es um den Kulturfonds ging. Die Stadt will helfen.

Der vom Stadtrat im Jahr 2020 ins Leben gerufen wurde, um regional bedeutende Veranstaltungen und Events zu fördern und zu unterstützen. 160.000 Euro wurden im Oktober 2021 bereitgestellt, um ab 2022 die Risiken von Veranstaltern abzufedern.

Corona-Pandemie hat die Kultur- und Veranstaltungsbranche stark geschwächt

Gedacht wurde dabei an Totalausfälle etwa durch die Witterung, aber auch an Konzerte oder Kabarettabende, die aufgrund des eingeschränkten Zuschauerzuspruchs nicht kostendeckend abgewickelt werden können. Durch die Pandemie wurde die Kultur- und Veranstaltungsbranche stark geschwächt und daher wurden „nur“ 120.000 Euro ausgegeben. Als Grund nannte Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter verschobene Veranstaltungen, schlechte Vorverkaufszahlen, aber auch Events, die besser liefen als erwartet.

Vorgeschlagen wurde von ihr und ihrer Stellvertreterin, der für die Städtischen Veranstaltungen zuständigen Susanne Frey-Allgaier, im kommenden Jahr 120.000 Euro bereit zu stellen. Erwartet werden teilweise bewährte Veranstaltungskonzepte, „aber auch neue ansprechende Formate“. Nachdem 40.000 Euro von den bewilligten 160.000 nicht beansprucht wurden, seien 120.000 Euro durchaus angemessen.

Peter von der Wippel (FWG) wandte sich gegen den Begriff, dass man 40.000 Euro eingespart habe, schließlich habe man 120.000 Euro ausgegeben. Auf die Frage von Gabriele Frei (CSU), wie viele Veranstaltungen gefördert wurden, meinte Kämmerer Hermann Forster, „ein rundes Dutzend“. Sie plädierte dafür, einen Maximalbetrag festzulegen, damit auch künftig „viele etwas davon haben“.

Auch Botzenhart war für eine „großzügige Ausstattung des Kulturfonds“, dies diene seiner Meinung nach „auch zur Motivation“. Dem pflichtete Hohenreiter bei, gerade private Veranstalter müsse man unterstützen, „sonst wandern die Leute ab“.

Der Vorschlag von Michael Ernst (SPD), gar 130.000 Euro bereit zu stellen, wurde nicht weiter verfolgt, man einigte sich auf die ursprünglichen 120.000 Euro für das kommende Jahr, wobei Anton Mayer (CSU) mahnte, angesichts der kommenden Haushaltsbelastungen die freiwilligen Leistungen im Auge zu behalten.

Die entsprechenden Anträge müssen von den Veranstaltern eingereicht werden. Wer dann letztendlich wie viel erhält, entscheidet wiederum der Finanzausschuss nach vorgegebenen Kriterien. Sollten die Veranstaltungen wieder besser laufen, kann es durchaus sein, dass weniger Unterstützung notwendig ist und nicht die ganze Summe ausgegeben wird.

Umfrage unter Tölzer Veranstaltern: „Die Lage sieht nicht gut aus“

Derzeit sieht es aber nicht gut aus, wie eine Umfrage unter Veranstaltern ergeben hat. So konstatiert beispielsweise der in Bad Tölz bestens bekannte Ickinger Wolfgang Ramadan bei seiner Veranstaltungsreihe „Abo Tölz: BrotZeit & Spiele“ einen starken Nachfragerückgang an. Sein Festival im Rosengarten konnte heuer aber stattfinden. Aktuell bietet er am Sonntag, 9. Oktober, den Auftritt des beliebten Lehrer-Kabarettisten Han`s Klaffl im Tölzer Kurhaus an.

Es ist bitter, dass es wieder dieselben Branchen trifft, die auch in der Corona-Zeit schon gelitten haben

Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter

Unklar ist auch, wie es weitergeht, sollten neue Corona-Auflagen kommen, sagte Hohenreiter. Ihre Beobachtung ist, dass der Kartenvorverkauf vor allem aufgrund der gestiegenen Preise häufig sehr schlecht läuft. Ihr Fazit: „Es ist bitter, dass es wieder dieselben Branchen trifft, die auch in der Corona-Zeit schon gelitten haben, nämlich Gastronomie und Kultur.“ Sie befürchtet, dass es heuer beim Verkauf gerade der in der Weihnachtszeit als Geschenk so beliebten Konzertkarten einen starken Einbruch geben wird, zumal die Explosion bei den Energiepreisen zur Verunsicherung dürfte. Karl Bock

Auch interessant

Kommentare