Unterricht in Pandemie-Zeiten

Tölzer FOS/BOS fit für Digitalunterricht – Schule ist mehr als eine „Wissensfabrik“

Digitaler Unterricht: hier eine Unterrichtsstunde an der Tölzer FOS/BOS im Fach Mathematik mit der Lehrkraft auf der Leinwand.
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Digitaler Unterricht: hier eine Unterrichtsstunde an der Tölzer FOS/BOS im Fach Mathematik mit der Lehrkraft auf der Leinwand.

Bad Tölz – Auch an der Tölzer Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) steht das diesjährige Schuljahr im Zeichen der Corona-Pandemie.

Die weiterbildende Schule zur Vorbereitung aufs Abitur ist modern ausgestattet und kann bei einem auftretenden Coronafall sofort von Präsenz- auf Distanzunterricht umschalten – bei aller Technik ersetzt das aber nicht den normalen Schulalltag.

„Glücklicherweise halten sich die Corona-Fälle in unserem Haus in Grenzen, nicht zuletzt weil die allgemeinen Hygieneregeln konsequent eingehalten werden“, berichtet Oberstudienrat Thomas Bastecky, der an der Tölzer FOS/BOS Geschichte und Deutsch unterrichtet. Bisher gab es einen positiven Schüler in einer elften Jahrgangsstufe, die gerade ihre Praktikumsphase absolvierte. Zur Sicherheit schickte das Gesundheitsamt alle 27 Schüler in Quarantäne. Lehrer waren davon nicht betroffen.

Abseits zu Fragen über Masken, Desinfektion, Abstandhalten in den Klassenzimmern, Lüften der Räume, versetzten Pausenzeiten, rückt derzeit aber auch das Thema „Digitalisierung“ immer mehr in den Fokus. „Unsere Schule war bereits vor der Corona-Krise technisch gut aufgestellt und das Kollegium geht mit großer Selbstverständlichkeit daran, in diesen besonderen Zeiten neue Wege zu beschreiten“, erklärt Bastecky weiter.

Ein Blick in die FOS/BOS Bad Tölz zeigt: WLAN in allen Klassenzimmern, das Lehrer generell und Schüler zeitlich begrenzt nutzen können. Auch können Letztere Tablets für den Distanzunterricht ausleihen, fall sie Zuhause keinen Computer oder einen Laptop besitzen. Per App (WebUnits) steht der digitalen Kommunikation für Stunden- und Vertretungspläne sowie von Krankmeldungen nichts mehr im Wege.

Des Weiteren wurden sogenannte MS-Teams (Microsoft) eingeführt, durch das von Microsoft bereitgestellte Kommunikationssystem können Videokonferenzen für den Distanzunterricht durchgeführt werden. Ein großer Vorteil davon ist die Online-Beschulung von Schülerinnen und Schülern, die sich in Quarantäne befinden und parallel zum Präsenzunterricht beschult werden. Aber auch Lehrer laden sich so aus den eigenen vier Wänden virtuell ins Klassenzimmer, die nämlich per PC, Beamer und einem Internetanschluss ausgestattet sind.

Präsenz- vor digitalem Unterricht

„Wir sind also gerüstet und erprobt“, betont Bastecky. „Natürlich sind unsere Schülerinnen und Schüler bereits in einem Alter, in dem sie mit der digitalen Ausstattung adäquat umgehen können.“ Kurz gesagt, „die Wissensvermittlung, vor allem in Bezug auf die Vorbereitung zu den Abiturprüfungen, klappt, wenn auch mit Abstrichen“.

Trotzdem: Der digitale Unterricht, der durch diese Ausstattung möglich sei, komme in keiner Weise an den Präsenzunterricht im Klassenzimmer heran sagt Bastecky und spricht einen Punkt an der den Lehrern als Pädagogen sehr wichtig ist: „Wissen kann in Teilen digital vermittelt werden. Schulen sind aber keine Wissensfabriken.“

Denn ein positives Schulklima, ein menschliches Miteinander und ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis, das die Schüler als junge Menschen fördert und entwickelt, könne nicht gestreamt werden. „Es entsteht im täglichen miteinander“, betont Bastecky. Und zwar: „Analog!“

Wenn wir auch gut gerüstet und optimistisch ans Werk gehen, so hoffen wir doch, dass die Coronapandemie bald überstanden ist und wieder ein normaler Schulalltag einkehrt. Die in diesen schwierigen Zeiten entstandene digitale Kompetenz wird uns in jedem Fall aber auch zukünftig von Nutzen sein. dwe

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