Stadt erinnert sich ihres großen Sohnes

Vor „Tölzer Kurier“: Denkmal für Brücke-Autor Gregor Dorfmeister

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Für den Schriftsteller, Redakteur und Lebenshilfe-Vorsitzenden Gregor Dorfmeister, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre, wurde am Freitag vor dem Tölzer Kurier ein Denkmal enthüllt. Mit dabei waren Schauspieler Fritz Wepper, Sohn Dr. Frank Dorfmeister, Künstlerin Julia Stelz, die Bürgermeister Andreas Wiedemann und Christof Botzenhart.

Bad Tölz – In die Redaktionsräume des Tölzer Kurier kam er zwar meistens von der Säggasse her, doch sicher würde er sich freuen, genau vor dem Treppenaufgang zum Tölzer Kurier „sein“ Denkmal stehen zu sehen: Gregor Dorfmeister, langjähriger Redaktionsleiter der Heimatzeitung, Lebenshilfe-Vorsitzender und Verfasser des Erfolgsromans „Die Brücke“. Heuer wäre er 90 Jahre alt geworden, ein Grund für die Stadt Bad Tölz, ihren bekannten Sohn, Mitinitiator der Fußgängerzone Marktstraße, mit einem Denkmal zu ehren. Enthüllt wurde es am Freitagmittag von keinem Geringeren als Schauspieler Fritz Wepper (77).

Vor 60 Jahren wurde der Roman „Die Brücke“, in denen Dorfmeister unter dem Pseudonym Manfred Gregor Kriegserlebnisse schildert, von Bernhard Wicki verfilmt, unter anderem mit dem heute in Bayern sehr bekannten Schauspieler Fritz Wepper. Für den damals 17-Jährigen war dies der Startschuss zu einer langanhaltenden Filmkarriere. Deshalb liess er es sich auch nicht nehmen, vor einem Jahr im Februar an der Beisetzung Dorfmeisters (1929 -1918) am Tölzer Waldfriedhof teilzunehmen und am Freitag zur Enthüllung des von der Stadt Bad Tölz in Auftrag gegebenen Denkmals an der langjährigen Wirkungsstätte des Redakteurs, den Tölzer Kurier, zu kommen. Schon zuvor wurde im Capitol der Schwarz-Weiß-Film „Die Brücke“ gezeigt und mit fast 100 Schülern von Gymnasium, Realschule und FOS/BOS diskutiert.

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Wepper, inzwischen gesundheitlich deutlich angeschlagen, enthüllte zusammen mit 2. Bürgermeister Andreas Wiedemann das von der Wackersberger Künstlerin Julia Stelz gestaltete Denkmal, das in Form eines offenen Rechtecks eine Brücke darstellen soll. Doch Dorfmeister war nicht allein Verfasser von drei Romanen (Auch „Stadt ohne Mitleid“ wurde verfilmt), sondern 35 Jahre lang Redakteur am Tegernsee und in Bad Tölz. Als Redaktionsleiter des Tölzer Kurier wurde er auf Anregung des damaligen Merkur-Verlegers Ludwig Vogl Initiator und unermüdlicher Verfechter der Fußgängerzone Marktstraße und legte mit mehreren Spendenaktionen für den Verein Lebenshilfe den finanziellen Grundstein für die beschützenden Oberland-Werkstätten Gaißach. Später war der gebürtige Tailfinger, der zusammen mit zwei Brüdern aufwuchs, selbst Vorsitzender der Kreisvereinigung Lebenshilfe.

Zur öffentlichen Denkmal-Enthüllung kamen neben Dorfmeisters Sohn Frank und seiner Frau Michaela auch die Enkelkinder mit Familien sowie Verwandte, Freunde und viele Interessenten an die Ecke zwischen Tölzer Kurier und Isarbücke. Auf dem Quader, dessen exponierter Standort am Ende der Fußgängerzone sich im Winter bei Schnee und Eis sicher erst noch bewähren muss, ist ein Foto und eine Schrifttafel eingelassen, die über Leben und Werk Dorfmeisters informiert. Am Freitag musste die Tafel zunächst noch von der Stadt-Pressesprecherin Birte Otterbach mitgenommen werde, da sie noch nicht endgültig befestigt war. Auch zuvor schon hatte es eine kurze Irritation gegeben, als die Freitags-Demo der Schüler gegen den Klimawandel lautstark am Ort des Geschehens vorbei zog. Den anderen Schülern, die zuvor schon den Film gesehen hatten, war allerdings angesichts der eindringlichen Schilderung der Kriegserlebnisse Dorfmeisters an der „Brücke“ nicht nach weiterem Lärm zumute.

Die Handlung des Romans spielt übrigens nicht an der Tölzer Isarbrücke, Vorlage war ein inzwischen beseitigtes Bauwerk bei Mürnsee - und der Film selbst wurde in der Oberpfalz gedreht. Er wurde für viele damals blutjunge Schauspieler zum Start ihrer Karriere, unter andrem für Fritz Wepper, Cordula Trantow und Volker Lechtenbrink. bo

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