„Präsenzunterricht ist das Ziel“

Tölzer Land: Das sind die Corona-Maßnahmen im neuen Schuljahr

Die beiden Schulrätinnen Petra Burkhardt (l.) und Ute Hübner bei einer Pressekonferenz im Landratsamt in Bad Tölz.
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Änderungen und Maßnahmen im neuen Schuljahr erläuterten die beiden Schulrätinnen Petra Burkhardt (l.) und Ute Hübner bei einer Pressekonferenz im Landratsamt.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Schüler im Landkreis drücken wieder die Schulbank. Neben Mathe und Deutsch wird aber auch Corona weiterhin auf dem Stundenplan stehen.

Alle Kinder und Jugendlichen der Grund- und Mittelschulen sowie der weiterführenden Schulen werden sich auch in diesem Jahr regelmäßig testen lassen müssen sowie eine Maske tragen.

Auch wenn die vierte Corona-Welle bereits übers Land schwappt, zeigte sich die Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt jüngst beim Pressegespräch im Landratsamt zum neuen Schuljahresbeginn optimistisch: „Der Präsenzunterricht ist das Ziel“, betonte sie.

„Dieser ist unersetzlich.“ Lehren sei nicht nur das vermitteln von Wissen, sondern auch ein Angebot für ein vernetztes und soziales Lernen sowie einem Miteinander. „Das kann in Digitalform so nicht stattfinden.“

„Lernstoff nicht liegengeblieben“

Trotz allem habe vergangenes Schuljahr während des Lockdowns aber „auch der Distanz- und Wechselunterricht gut funktioniert“, bilanziert Burkhardt weiter. So sei auch während des Lockdowns der „Lernstoff nicht liegengeblieben“, so die Rückmeldungen der Lehrer an die Schulleiterin.

Ob das selbständige Lernen der Schüler am PC auch „in die Tiefe gedrungen ist“, sollen nun individuell angepasste Lernstandserhebungen prüfen.

Um das Corona-Virus aus den Schulen fernzuhalten, werde auch dieses Jahr wieder regelmäßig getestet. In den weiterführenden Schulen drei mal pro Woche per Schnelltest. An Grund- und Mittelschulen soll dann ab 20. September der sogenannte PCR Pool-Test die „Nasenbohrer-Tests“ ersetzen.

Dafür müssen alle Kinder und Jugendlichen zwei mal in der Woche jeweils in der ersten Stunde des Schultags 30 Sekunden an einem Abstrichtupfer lutschen – wie an einem Lolli.

Einzelauswertung nur wenn Pool-Test positiv

Diese kommen in ein gemeinsames Sammelröhrchen für die gesamte Klasse. Anschließend gibt jeder Schüler noch eine Einzelprobe ab. Diese sogenannte Rückstellprobe wird in ein Röhrchen mit eigenem QR-Code gesteckt. Eine Einzelauswertung finde nur dann statt, wenn einer der Pool-Tests positiv ausfällt.

„Das ist ein wahnsinniger logistischer Aufwand“, erklärt Bur­khardt. Denn die Proben aller oberbayerischen Schulen werden täglich in den beiden Labors in München und Ingolstadt bis abends ausgewertet.

„Ist der Pooltest negativ, dann können alle eine gute Nacht genießen.“ Sollte jedoch ein positiver Fall dabei sein, wertet das Labor die Einzelproben aus und informiert die Eltern des betroffenen Kindes sowie auch die Schule ab 6 Uhr morgens des Folgetages per E-Mail darüber.

Zudem schaltet sich das Gesundheitsamt ein. Mithilfe des Lehrers ermitteln sie die Banknachbarn des infizierten Kindes. Ebenso klären sie, ob es noch andere enge Kontaktpersonen geben haben könnte. Ganze Klassen seien schon lange nicht mehr in Quarantäne geschickt worden, so die Schulamtsdirektorin.

Filter in der Schule - Zuständigkeit obliegt Gemeinden und Städten

Beim Pressegespräch zum diesjährigen Schuljahresbeginn, war auch der Einsatz von Luftfiltern in den Klassenräumen Thema. Deren Einsatz sei ein Aspekt für die Bewertung für eine mögliche Quarantäne, sagte Schulamtsdirektorin Petra Burkhardt, betonte aber auch: „nicht das alleinige Kriterium“.

Luftfilter werden zwar in die Bewertung des Gesundheitsamtes mit einbezogen. Es gebe jedoch keine Regelung, die besagt: „Ist ein Luftfilter in der Klasse vorhanden, gibt es auch keine Quarantäne.“

Zum Thema Luftfilter möchte Burkhardt auch betonen, dass deren Anschaffung nicht alleine in der Hand der Schulleiter liegt. „Die können das tatsächlich nicht entscheiden.“ Das Luftfilter in Schulen eingesetzt werden, obliegt der Zuständigkeit der Sachaufwandsträger. Bei den Grund- und Mittelschulen sind das die Kommunen und Städte.

Thema im Fokus

Dafür stehen auch Fördergelder vom Staat bereit. Allerdings gebe es dafür keine hundertprozentige finanzielle Unterstützung. Umstritten sei auch welches Modell passe, sagte Burkhardt und betont: „Ich kann für die Schulleiter sprechen, das sie alle verantwortungsvoll dieses Thema im Fokus haben.“

Sicher ist dagegen, dass es auch dieses Jahr wieder einen Hygieneplan an Schulen geben wird, der den Rahmen für bestimmte Unterrichtsfächer klären wird. Zuletzt wären diese wieder großzügiger gestaltet gewesen.

Somit dürfen jetzt auch wieder Gruppenarbeiten, „wo es pädagogisch und didaktisch sinnvoll ist“, mit Abstand wieder stattfinden: „Dabei muss man ja nicht Kopf an Kopf zusammensitzen“, erklärt die Schulamtsdirektorin.

Die Maskenpflicht bestehe auf jeden Fall auch am Platz weiter. Während diese in weiterführenden Schulen mindestens eine OP-Maske sein muss, dürfen Grundschulkinder wieder auf eine Stoffmaske zurückgreifen. „Eine Gehäkelte ist nicht erlaubt“, ergänzte Burkhardt schmunzelnd.

Zudem gebe es auch dieses Jahr im Landkreis wieder ein Förderprogramm für Schüler mit Nachholbedarf. Dafür stehen den Lehrern pro Woche 160 Stunden externes Personal zur Verfügung. Ebenso soll die digitale und technische Bildung im Informatikunterricht ausgebaut werden.

Insgesamt gab es heuer bei den Schülerzahlen keine großen Veränderungen, „da sind wir sehr stabil.“ Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 6.071 (vergangenes Jahr: 6.023). Die Mittelschule besuchen 1.919 Kinder und Jugendliche. In die Grundschule gehen 4.238, davon 1.114 Schulanfänger.

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