Historischer Wert

Tölzer Land: Februar 2022 hat die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1998

Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Bad Tölz
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Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Bad Tölz.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Quote der Arbeitslosen ist im Landkreis gegenüber Januar leicht gesunken. Die Agentur für Arbeit meldet einen historischen niedrigen Wert bei den Beschäftigungslosen.

„Ich freue mich sehr über die historisch niedrige Arbeitslosenquote in diesem Monat“, berichtet Michael Schankweiler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim. Laut dem Arbeitsmarktreport geht diese in allen Regionen des Bezirks zurück – darunter auch der Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen.

Dort sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent. Das entspricht 1.561 beschäftigungslosen Bürgern – 83 weniger als im Januar. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent.

Im gesamten Bezirk ist die Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, im Februar um 340 auf 8.080 zurückgegangen. Damit sind 3.230 Personen weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr und sogar 380 weniger als vor zwei Jahren, also der Zeit vor der Corona-Pandemie. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,1 auf 2,6 Prozent zurückgegangen.

„Der Wert ist so niedrig wie noch nie im Februar seit Beginn der entsprechenden Arbeitslosenstatistik im Jahr 1998“, betont Schankweiler. Damals lag sie bei 7,2 Prozent. Bei der günstigen Entwicklung müsse berücksichtigt werden, dass Unternehmen das arbeitsmarktpolitische Instrument konjunkturelle Kurzarbeit nutzen, um ihr Personal weiter zu beschäftigen. „Hier bleibt insgesamt der weitere Verlauf abzuwarten.“

Berufe im Freien nehmen Betrieb wieder auf

Der Agenturleiter erklärt weiter: „Die Arbeit in witterungsabhängigen Berufen konnte aufgrund der milden Temperaturen teilweise wieder aufgenommen werden.“ So ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in den Berufsgruppen Hoch- und Tiefbau wie der Maurer und im Innen-Ausbau, dazu zählen Bodenleger, Maler und Lackierer, leicht zurückgegangen.

Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei aber nicht allein aufgrund des Frühjahreswetter zurückzuführen. „Auch auf dem Stellenmarkt sind in so gut wie allen Bereichen mehr Angebote gemeldet als vor einem Monat und als vor einem Jahr“, betont Schankweiler weiter. Zahlreiche Angebote gibt es unter anderem in den Berufsgruppen Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Informatik sowie im Bereich Mechatronik, Energie und Elektro.

Digitalisierung nimmt Berufe weg

„Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in einigen Bereichen beschleunigt“, ergänzt Arbeitsagentur Stellvertreter, Michael Vontra. Das hat Vor- und Nachteile für den Arbeitnehmer. Zur Digitalisierung zähle auch die künstliche Intelligenz. Heißt: „In bestimmten Betrieben werden Entscheidungsstrukturen des Menschen durch eine Maschine oder einen Computer nachgebildet.“

Gerade in Fertigungsberufen wie der Bekleidungs- und Lebensmittelbranche sowie im Fahrzeugbau sei der Einsatz am größten. „Dementsprechend wird die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in diesen Berufsfeldern in den kommenden Jahren potenziell abnehmen“, mahnt Vontra.

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