„Anstieg bei Erkältungen“

Tölzer Land: Herbst und Corona - Zeit für Grippe-Schutzimpfung 

Eine Person bekommt nach einer Impfung ein Pflaster
+
Auch dieses Jahr wird wieder ein tetravalenter Impfstoff gegen die Grippe eingesetzt.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
    schließen

Landkreis - Christopher Hummel, Sprecher der Apotheker im Landkreis, berichtet, warum und für wen eine Impfung sinnvoll ist.

Derzeit wird viel über die Corona-Impfung berichtet und diskutiert. Allerdings ist im Herbst auch die Schutzimpfung gegen Grippe ein wichtiges Thema. Experten rechnen damit, dass diesen Winter eine stärkere Grippewelle bevorsteht.

Derzeit gibt es rund 33 Millionen Vakzine gegen Grippe in ganz Deutschland, schätzt Hummel. „Damit sollte es zu keinen Engpässen beim Impfen kommen.“ Wer sich erinnert, vergangenes Jahr sah es bei der Menge ganz anders aus: Der Impfstoff war knapp und der Andrang dafür enorm. Hummel nennt dafür zwei Gründe.

Einerseits gab es damals die Empfehlung, sich zu impfen, um sich vor einer möglichen Doppelinfektion mit Corona zu schützen. Und: „Es wurde einfach zu wenig bestellt“, berichtet Hummel weiter.

Nichtsdestotrotz, „die Grippe hat letztes Jahr nicht stattgefunden“, erklärt der Apothekensprecher. Der Lockdown zum Jahresende hin, die strengen Desinfektionsmaßnahmen sowie die Masken- und Abstandsregeln „verhinderten eine Übertragung“.

„Brutaler Anstieg an klassischen Erkältungen“

Doch heuer sieht das anders aus: „Seit drei Wochen spüren wir einen brutalen Anstieg an klassischen Erkältungen“, betont Hummel. Bronchitis, Ohren- und Nasenentzündungen – „alles kommt gehäufter daher.“

2020 haben sich „ungefähr 32 Prozent in Deutschland gegen Grippe impfen lassen“. Auf die Frage hin, wer sich heuer eine Spritze gegen die Influenza geben lassen sollte, empfiehlt Hummel insbesondere Personen, die unter schweren Krankheiten leiden, wo das Immunsystem ohnehin schon geschwächt ist.

Etwa bei einem Herz- und Nierenleiden oder Diabetes. Ebenso spricht er das medizinische Fachpersonal an, das in Pflege- und Altenheimen tätig ist.

In Zeiten der Corona-Pandemie, gerade jetzt mit den sehr hohen und weiter ansteigenden Inzidenzwerten, sei eine Grippe-Impfung umso wichtiger. „Dann habe ich schon einmal einen Schutz gegen einen Infekt“, erklärt Hummel. Denn: Eine Doppelinfektion mit Corona und Grippe sei ein echtes Problem. „Das ist kein Spaß.“

Landkreis-Apothekensprecher informiert über die Grippe-Impfung

Auch heuer gibt es wieder Bedarf für die Grippe-Impfung. Allerdings sei der Ansturm im Vergleich zum vergangenen Jahr unterschiedlich zu sehen.

„Aufgrund der Corona-Situation meiden einige Patienten den Weg in die Arztpraxis, um sich dort die Spritze setzen zu lassen“, erklärt Christopher Hummel. Er selbst betreibt die Apotheken in Gaißach und in Bad Heilbrunn und ist der Landkreis-Apothekensprecher.

Christopher Hummel ist Sprecher der Apotheken.

Dieses Jahr werde zum zweiten Mal ein tetravalenter Impfstoff eingesetzt. „Er wirkt besser als die früher verimpften Dosen mit Dreifach-Wirkstoff.“ Er wurde speziell entwickelt, um Menschen ab 65 Jahren einen verbesserten Impfschutz zu bieten.

Auch ein Grippe-Geimpfter sei nicht vollkommen geschützt vor einer Infektion. Dennoch: „Der Verlauf ist damit leichter“, betont Hummel. Und es gibt noch einen wichtigen und großen Vorteil, betont der Landkreis-Apothekensprecher: „Sie sind nicht Überträger und schützen damit andere Menschen.“

Hummel nennt auch die jährlichen Infektionszahlen. „Es gibt schwache und starke Saisonverläufe.“ So erkranken ein bis sieben Millionen nachweislich pro Jahr in Deutschland. „Die Dunkelziffer liegt irgendwo zwischen vier und 16 Millionen“, da nicht jeder zum Arzt geht. Genauso groß ist die jährliche Spanne bei den Todesfällen, die an dem Grippevirus sterben: Sie liegt zwischen 1.000 und 25.000.

Hummel empfiehlt insbesondere älteren Menschen und Personen mit einem schwachen Immunsystem eine Grippe-Impfung. „Für gesunde Menschen wird die Grippe kein Problem darstellen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ex-Kreisbrandinspektor und ehemaliger Stadtrat erhalten Auszeichnungen
Bad Tölz - Wolfratshausen
Ex-Kreisbrandinspektor und ehemaliger Stadtrat erhalten Auszeichnungen
Ex-Kreisbrandinspektor und ehemaliger Stadtrat erhalten Auszeichnungen
Wanderer stürzt 40-Meter in die Tiefe: Verletzte kommt mit Schädelbasisbruch in die Unfallklinik
Bad Tölz - Wolfratshausen
Wanderer stürzt 40-Meter in die Tiefe: Verletzte kommt mit Schädelbasisbruch in die Unfallklinik
Wanderer stürzt 40-Meter in die Tiefe: Verletzte kommt mit Schädelbasisbruch in die Unfallklinik
Malteser und Caritas: Sozialverbände unterzeichnen Hausnotruf-Kooperationsvertrag
Bad Tölz - Wolfratshausen
Malteser und Caritas: Sozialverbände unterzeichnen Hausnotruf-Kooperationsvertrag
Malteser und Caritas: Sozialverbände unterzeichnen Hausnotruf-Kooperationsvertrag
Krankenhäuser und Seniorenheime werden weiterhin versorgt
Bad Tölz - Wolfratshausen
Krankenhäuser und Seniorenheime werden weiterhin versorgt
Krankenhäuser und Seniorenheime werden weiterhin versorgt

Kommentare