„Ungebrochener Unternehmergeist“ 

Tölzer Landkreis: Trotz Corona-Krise verzeichnet die IHK mehr Unternehmensgründungen

Reinhold Krämmel von der Industrie- und Handelskammer
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Reinhold Krämmel von der Industrie- und Handelskammer in der Region.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Die Coronakrise hat der Gründerlaune im Landkreis im vergangenen Jahr keinen Abbruch getan.

Mit 1.174 Personen, die 2020 ein Gewerbe angemeldet und damit den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit gewagt haben, liegt das Plus gegenüber dem Vorjahr bei 9,6 Prozent. Der Landkreis kann damit eine positive Bilanz ziehen, dies teilt zumindest die IHK für München und Oberbayern mit.

Laut der IHK für München und Oberbayern hat die Coronakrise der Gründerlaune im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen im vergangenen Jahr keinen Abbruch getan: Mit 1.174 Personen, die 2020 ein Gewerbe angemeldet und damit den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit gewagt haben, liegt das Plus gegenüber dem Vorjahr bei 9,6 Prozent.

Positive Bilanz

„Der Landkreis kann damit eine positive Bilanz ziehen“, teilt die IHK weiter mit und beruft sich dabei auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.Bei Firmenneugründungen war mit 1.110 Fällen ein Zuwachs um 10,6 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebsübergaben an einen Nachfolger sank hingegen um 4,5 Prozent auf 64 Fälle. Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfratshausen, betont: „Ungebrochener Unternehmergeist zeigt sich vor allem auch in Krisenzeiten. Die Coronapandemie und die dadurch verursachten Lockdowns setzen zwar vielen Wirtschaftsbranchen erheblich zu, dennoch ergeben sich in vielen Bereichen auch neue Chancen, und es werden innovative Geschäftsmodelle und Ideen umgesetzt.“

Und dafür sprechen nach Angaben der IHK die Zahlen: Am meisten gab es 2020 im Landkreis Neugründungen im Bereich Dienstleistungssektor (259 Mal). Es folgten der Handel mit 234 und das Baugewerbe mit 98 Gründungen. Über ein Drittel der Nachfolgeregelungen (23 Übernahmen) kam im Handel zustande.

„Luft nach oben“

Krämmel sagt: „Dennoch gibt es in der Gründungsbilanz für den Landkreis noch reichlich Luft nach oben. Wenn wir mehr Menschen zum Sprung in die Selbstständigkeit ermutigen wollen, muss die Wirtschaftspolitik die Kultur der Selbstständigkeit stärker fördern und Gründungshürden abbauen.“ Dazu gehören laut dem regionalen IHK-Sprecher ein „Weniger an Bürokratie und mehr E-Government“ für die schnellere Erledigung notwendiger Behördengänge. Zudem müssten finanzielle Förderungen wie das KfW-Startgeld (Startgeld für Existenzgründer) einfacher zugänglich gestaltet werden.

„Start-Ups brauchen außerdem viel bessere Rahmenbedingungen bei der steuerlichen Behandlung von Beteiligungskapital“, so Krämmel weiter. Der Vorsitzende unterstreicht indes die wichtige Rolle von Existenzgründern für die Wirtschaft insgesamt: „Start-Ups und neue Unternehmen stehen für Innovation und Dynamik. Sie legen das Fundament für zukünftige wirtschaftliche Erfolge. Auch alteingesessene Betriebe sind im Bestand gefährdet, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko übernehmen wollen.“

Die IHK für München und Oberbayern unterstützt Gründer mit einem umfangreichen Informations- und Mentoringangebot. Bereits seit einigen Jahren beobachtet sie den Trend, dass sich Gründer besser auf die Selbstständigkeit vorbereiten. Auch Gründungen im Nebenerwerb würden immer attraktiver. 2019 lag der Anteil der Nebenerwerbsgründungen bayernweit bei 70 Prozent. „Gründer können auf diesem Weg den Sprung in die Selbstständigkeit zunächst mit weniger Risiko ausprobieren und sich dadurch langfristiger vorbereiten“, sagt Krämmel.

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