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Tölzer Landkreis: Kreis-Kosten werden steigen

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Von: Daniel Wegscheider

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Die Kreis-Kosten werden weiter steigen. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Landkreis – Nachdem der Kreis-Haushalt verabschiedet wurde, steht jedes Jahr im Anschluss an den Kreistag der sogenannte Controllingbericht auf der Agenda.

Er gibt einen Überblick über Entwicklungen kostenintensiver Produkte wieder. „Das ist die Grundlage, was im Haushalt passiert ist“, erklärte Landrat Josef Niedermaier im vergangenen Kreisausschuss gegenüber dem Gremium.

Zudem biete der Controlling-Jahresbericht einen Ausblick auf den kommenden Etat, der sich anhand der Leistungs- und Berechnungsgrundlage ableiten lasse. Durch die Aufbereitung von Informationen ist es dem Kreistag dann möglich, „den Finanzmittelbedarf effizient zu steuern“.

„Es stehen finanziell schwierige Haushaltsjahre bevor“, begann Hans Gey vom Sachgebiet Controlling am Landratsamt seinen Bericht. „Wegen der Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine wird ein Rückgang der Umlagekraftzahlen erwartet.“

Weiterer Anstieg der Sozialausgaben

Daher sei ein weiterer Anstieg der Sozialausgaben wahrscheinlich. „Die hohen Ausgaben der öffentlichen Hand für die Krisen werden auch Auswirkungen auf das Finanzausgleichssystem haben.“

Für 2021 hat es der Bund abgelehnt, sich an der Gewerbesteuerkompensation zu beteiligen. Gey: „Das hat negative Folgen für die Umlagekraft, die Grundlage für den Haushalt 2023 ist.“ Daher sei auch mit einem weiteren Anstieg der

Bezirksumlage zu rechnen. In den nächsten Jahren werden sich auch kommende Gesetzesänderungen etwa im Kinder- und Jugendsozialbereich auf den Landkreishaushalt auswirken. Damit einher gehe ebenfalls ein steigender Personalbedarf, betonte Gey weiter.

Controller am Landratsamt in Bad Tölz: Hans Gey.
Controller am Landratsamt: Hans Gey. © privat

Auch im Bereich Krankenhauswesen bestehe das Risiko, dass die Ausgaben weiter ansteigen werden. Gey nannte hier etwa rund zwei Millionen Euro weniger Defizitausgleich bei der Kreisklinik Wolfratshausen aufgrund von Corona-Hilfen.

Laut dem Controller werden auch die Ausgaben im ÖPNV weiter zunehmen. Jedoch wurde für 2021 das Budget von 4,1 Millionen um 950.000 Euro nicht ausgeschöpft. Grund seien Förderungen des Freistaats, Rückzahlungen des MVV sowie Leistungen aus dem ÖPNV-Rettungsschirm.

Mehraufwand für Reinigungskosten

Ebenfalls unterhalb der angesetzten Summe blieb das Budget der kreiseigenen Schulen. Die angesetzten Heizungs-, Energie- und Reinigungskosten von knapp drei Millionen Euro wurden um rund 540.000 Euro unterschritten. Insbesondere wurde Corona-bedingt ein Mehraufwand für Reinigungskosten eingeplant, „der aufgrund von Distanzunterricht nicht benötigt wurde“, erklärte Gey.

Für die Zukunft sieht der Controller weitere Aufgaben und Kosten auf den Landkreis zukommen: verantwortlich durch die demografische Entwicklung und den Bevölkerungszuwachs. Um sie zu stemmen, benötige es mehr „personelle Ressourcen“.

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