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Tölzer Landkreis: „MVV-Verbunderweiterung ist ein Gewinn für die Region“

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Von: Daniel Wegscheider

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Ein Bus von RVO
Bus und Bahn anstatt Auto: Die Fortschreibung des Nahverkehrs­plan befindet sich im Landkreis auf der Zielgeraden. © dwe

Landkreis – Zur Lage im öffentlichen Nahverkehr, aktuellen Projekten und Entwicklungen hat sich der IHK-Regionalausschuss Bad Tölz-Wolfratshausen auf seiner jüngsten virtuellen Arbeitssitzung informiert.

Matthias Schmid, Fachbereichsleiter ÖPNV im Landratsamt gab einen Überblick über die Situation im Landkreis und stellte den neuen Nahverkehrsplan und die bis Dezember 2023 geplante MVV-Verbunderweiterung auf den Südlandkreis vor.

„Die Vorteile der MVV-Verbunderweiterung liegen auf der Hand. Vor allem der einheitliche Tarif ist ein Gewinn für jeden Fahrgast“, sagt Renate Waßmer, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Bad Tölz-Wolfratshausen und Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern: „Wir sind eine Zuzugsregion mit Tausenden Pendlern und einer starken Vernetzung der Menschen und Wirtschaft über Landkreisgrenzen hinweg.“ Deshalb dürfe es beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) keine Pause geben.

Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern Renate Waßmer
Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern, Renate Waßmer © privat

Waßmer betont weiter: „Wir brauchen landkreisübergreifend gut getaktete Lösungen. Vor allem müssen wir die Angebote attraktiver und nutzerfreundlicher machen.“ Das gelte umso mehr im Hinblick auf die Klimabilanz und auch die zunehmenden Staus.“

Matthias Schmid verwies auf das Ziel des Landkreises, das ÖPNV-Angebot Schritt für Schritt zu erweitern, um mit einem ansprechenden Angebot die Fahrgastzahlen stetig zu erhöhen.

Fachbereichsleiter ÖPNV im Landratsamt, Matthias Schmid
Fachbereichsleiter ÖPNV im Landratsamt, Matthias Schmid © LRA

Aktuelle Beispiele sind die Expressbuslinien X320 (Wolfratshausen – Oberhaching) und X970 (Starnberg – Bad Tölz), die seit Anfang des Jahres im 20-Minuten-Takt verkehren. „Der Landkreis, der mit solch einer Angebotserweiterung in Vorleistung geht, setzt damit auch auf eine bessere Wahrnehmung des ÖPNV in der Bevölkerung und in der Folge mit einer zunehmenden Nutzung“.

Einige Unternehmer in der Runde äußerten allerdings Bedenken, ob das ohne intensive Bewerbung und Vermarktung der Angebote zu erreichen sei. Im Falle der häufig leer fahrenden Expressbusse erweise sich die fehlende Bekanntheit als ein offensichtliches Manko.

Indem man das Bewusstsein der Menschen für solche neuen Angebote schärfe, würden hingegen erste Schritte gemacht, um zum Ausprobieren und Umsteigen zu motivieren. Hierzu bleibt der Ausschuss weiterhin im Austausch mit dem Landratsamt.

Aufbauend auf robusten Grundnetz

Waßmer brachte außerdem zur Sprache, „dass in einem gut funktionierenden Nahverkehrskonzept auch die sogenannte letzte Meile bis zum Fahrtziel Berücksichtigung finden muss“. Der ÖPNV werde nur dann angenommen, wenn es ums Pendeln zum Arbeitsplatz gehe und „wenn es aufbauend auf einem robusten Grundnetz mit attraktivem Takt zusätzlich Angebote für den individuellen Bedarfsverkehr zum Ziel gibt“, betonte die Vorsitzende.

Diese Angebote, die über innovative Lösungen realisiert werden könnten, müssten unbedingt mit ins Verbundsystem integriert werden. Schmid bot abschließend an, dass sich Betriebe mit Fragen und Wünschen, was die Mitarbeitermobilität im ÖPNV anbelangt, an ihn wenden können.

Im zweiten Teil des virtuellen Treffens stellte Ines Leister, Projektleiterin, die neu gegründete „Euregio Schwaz, Bad Tölz - Wolfratshausen, Miesbach“ vor.

Die Euregio verfolgt das Ziel, grenzüberscheitende Projekte finanziell aus EU-Fördermitteln zu unterstützen. Als Aktionsfelder für die Region sind aktuell „Nachhaltiger Tourismus“, „Umweltschonende Mobilität“ und „Neues Arbeiten“ vereinbart. Projekte, die die Fördervoraussetzungen erfüllen, werden dabei mit Summen von 5.000 bis über 100.000 Euro unterstützt.

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