Zweimal ins leere Tor

Tölzer Löwen bezwingen Bayreuth durch Kraftakt mit 4:2

Eishockeyspieler der Tölzer Löwen.
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Marco Pfleger sorgte mit seinem Treffer für die Vorentscheidung gegen Bayreuth.

Bad Tölz – Über 55 Minuten plätscherte das Match zwischen den Tölzer Löwen und den Tigers aus Bayreuth am vergangenen Montag nur so dahin. Bis dahin hatte auch jede Seite jeweils einmal getroffen. Als dann aber Marco Pfleger die Hausherren erneut in Führung brachte (56.), nahm die Partie so richtig Fahrt auf. Bis zur Schlusssirene fielen noch drei Tore, davon gleich zwei Empty-Netter, und die Buam konnten letztlich noch einen 4:2 (1:0, 0:0, 3:2)-Arbeitssieg einfahren.

Die Weihnachts-Zeit ist traditionell im deutschen Eishockey eine kräftezerrende. Zahlreiche Begegnungen mit nur kurzen Pausen dazwischen werden da absolviert. Doch die DEL II setzt in der laufenden Saison 2020/21 noch einen drauf: Sechs Spiele in lediglich 13 Tagen standen da für die Tölzer Löwen auf dem Programm. Und das merkte man ihnen im Montagsspiel auch an. Da war wenig zu sehen von der stärksten Offensive der Liga. Ob der durchwachsenen Leistung seiner Truppe flüchtete sich Headcoach Kevin Gaudet in ein Lob des Gegners: „Bayreuth war in der defensiven Zone sehr gut.“ Da hatte Max French die Hausherren rasch in Führung geschossen (11.). Im Nachschuss traf der Kanadier frech von hinter der Torlinie Bayreuths Goalie Marco Wölfl auf den Rücken und die Scheibe prallte ins Netz. Insgesamt konnten die Löwen im ersten Abschnitt auch leichte Vorteile verbuchen.

Das sollte sich im weiteren Verlauf aber ändern. „Im ersten Drittel war Tölz besser. Im zweiten Drittel haben wir besser gespielt, wir hatten genug Chancen“, merkte da Tigers-Coach Petri Kujala treffend an. 18 Mal schossen die Gäste aufs Tor von Maxi Franzreb, doch der zeigte diesmal eine tadellose Leistung. Die Löwenführung war zu diesem Zeitpunkt eher glücklich. Dennoch dauerte es bis ins Schlussdrittel ehe sich Bayreuth für seine unentwegten Mühen belohnte: Ville Järveläinen traf zum Ausgleich (43.). Allerdings plätscherte die Partie weiter dahin, bis Pfleger aus spitzem Winkel am kurzen Pfosten irgendwie eine Lücke zwischen Wölfl und dem Torpfosten fand und so für eine gewisse Vorentscheidung sorgte.

Jetzt sah sich Kujala gezwungen eineinhalb Minuten vor Schluss seinen Goalie zu Gunsten eines weiteren Feldspielers zu ziehen. Doch die Strafe folgte auf dem Fuß: Mit einem energischen Forecheck gewann French die Scheibe, passte zu Philipp Schlager und der traf ins leere Bayreuther Tor (59.). Jetzt schlug auch noch Tim Zimmermann zu (60.), doch postwendend machte French mit einem weiteren Empty-Net-Goal den Sack endgültig zu. Gaudet lobte sichtlich erleichtert: „Das Wort Stolz habe ich zuletzt oft genutzt. Was die Jungs derzeit bringen – ich bin sprachlos. Das Benzin ist fast leer, aber wir finden immer noch einen Weg ins Tor.“ Jetzt gilt es noch einmal am Mittwoch gegen Crimmitschau vollen Einsatz zu zeigen, ehe die Buam in einer fünftägigen Pause neue Kräfte auftanken dürfen.

Ewald Scheitterer

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