Bund Naturschutz fordert Neubewertung

Tölzer Nordumfahrung: Umweltschutzorganisation kritisiert Trassenvariante

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Der Bund Naturschutz kritisiert die vorliegende Planvariante zur Tölzer Nordumfahrung und fordert eine Neubewertung des Projekts. F

Landkreis – Als „Ausdruck falscher Verkehrspolitik“ bezeichnet der Bund Naturschutz Bayern (BN) die Tölzer Nordumfahrung. Der Umweltschutzverband will das Projekt unter Klimaschutzgesichtspunkten neu bewerten lassen.

„Auch im Verkehrsbereich muss endlich Klimaschutz betrieben werden“, erklärt der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner. „Daher fordern wir Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, alle Straßenneubauprojekte zu stoppen und die Projekte des Bundesverkehrswegeplans unter Klimaschutzgesichtspunkten neu zu bewerten.“ Dieses Straßenbaumoratorium müsse auch die geplante Nordumgehung Bad Tölz umfassen, kommentiert der BN-Landesvorsitzende den Planfeststellungsbeschluss. Zudem kritisiert der BN den aktuellen Trassenverlauf. „Wir lehnen die planfestgestellte Variante ab, weil sie das Verkehrsproblem in Bad Tölz nicht lösen wird. Mensch und Natur sind die Leidtragenden“, erklärt Friedl Krönauer, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen. „Trotzdem werden wir auf eine Klage verzichten, weil es auf dem Klageweg nach aktueller Gesetzgebung und Rechtsprechung für Umweltverbände nahezu aussichtslos ist, eine falsche Verkehrspolitik zu korrigieren“, meint Krönauer. 

Der Bund Naturschutz hat die planfestgestellte Variante der Nordumgehung abgelehnt, da sie ein weiteres Beispiel sei, an dem die Auswahl der Variante unter falschen Gesichtspunkten getroffen wurde. So sei weder Rücksicht auf das Landschaftsbild genommen noch auf eine flächenschonende Bauweise geachtet worden. „Besser wäre ein Ausbau mit einer dritten Spur und Kreisverkehren oder die Tunnel-Lösung gewesen, um den Flächenverbrauch zu reduzieren“, so die BN-Vertreter. Die Tunnellösung sei mit 21 Millionen Euro nicht einmal teurer, hätte aber mit 0,5 Hektar einen viel geringeren Flächenverbrauch als die Plantrasse mit 4,6 ha Neuversiegelung, rechnet der BN vor. Notwendig wäre hier ein Verkehrskonzept für das ganze Oberland, mit Halbstundentakt der BOB und einem Ausbau des ÖPNV, um die Verkehrsproblematik zu entschärfen, fordert der BN. Die geplante Variante soll nur wenige Meter neben bestehender Bebauung entlanggeführt werden. Trotz Lärmschutzwänden werde dort die Wohnqualität durch Lärm und Abgase in Zukunft stark beeinträchtigt. Dieser Aspekt hätte in der Abwägung stärker berücksichtigt werden müssen. tka

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