Vom Dachboden nach Regensburg

Tölzer Sänfte wird im Haus der Bayerischen Geschichte ausgestellt

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Ab 26. September in der Landesausstellung 2019/20 in Regensburg zu sehen: die (inzwischen restaurierte) Tölzer Sänfte.

Bad Tölz – Eine wirklich „tolle Entwicklung“, so Bürgermeister Josef Janker, hat die historische Sänfte genommen, die sich im Besitz des Tölzer Stadtmuseums befindet. Einst ein unbeachteter Dachbodenfund, ist die Portechaise jetzt einer von „100 Schätzen aus 1000 Jahren“, die im neuen Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg gezeigt werden.

Bis 8. März 2020 wird die inzwischen restaurierte Tragesänfte „für ein Stück Bayerische und Tölzer Geschichte stehen, was wiederum einen ganz großartigen überregionalen Wertbeeffekt für unsere Stadt darstellt“, so führte es Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter in ihrer Beschlussvorlage für den Finanzausschuss des Stadtrates aus. Angesichts des materiellen und ideellen Wertes des Exponates war es für die Stadträte in der Sitzung am Dienstag kein Problem, maximal 8000 Euro für eine Publikation zur „Tölzer Sänfte“ zur Verfügung zu stellen. Darin soll auf 48 Seiten der Fund und die Geschichte der Sänfte abgehandelt werden sowie die Informationen zur Restaurierung. Die Broschüre soll in einer Auflage von 400 Stück gedruckt und teilweise verschenkt, aber auch zu einem Preis zwischen zehn und 15 Euro verkauft werden. In der Diskussion betonte 3. Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU), dass sich auch die in drei Auflagen erschienene Schrift über den in Bad Tölz tätigen Baumeister Gabriel von Seidl gut verkauft habe: „Das ist auch überregional interessant, da gibt es einen Markt dafür.“ Er regte an, die Broschüre, deren Texte von Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker stammen, möglichst noch vor Weihnachten auf den Markt zu bringen, zudem könnte sie auch im Museum in Regensburg verkauft werden. Die Sänfte soll nach dem Ende der Landesausstellung, die am 26. September von Ministerpräsident Markus Söder eröffnet wird, einen prominenten Platz in der Neukonzeption des Tölzer Stadtmuseums finden und als „das herausragendste Ausstellungsstück wahrgenommen werden“, so Musemsleiterin Hinterstocker. Dabei soll in Bad Tölz auch dem Münchner Kunstfreund Dr. Kurt Kappelmaier die entsprechende Wertschätzung entgegengebracht werden. Der hatte zusammen mit der Messerschmitt-Stiftung die Kosten für die inzwischen abgeschlossene Restaurierung der Sänfte vollständig übernommen. Wie die Rückführung des wertvollen Exponats genau abläuft, darüber wurden die Stadträte im nichtöffentlichen Sitzungsteil informiert, schließlich soll das Ganze bis zum Frühjahr 2020 noch ein Geheimnis bleiben, so Botzenhart mit Blick auf die in der Sitzung anwesenden Zuhörer und Pressevertreter. bo

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