Trotz hohem Alter, selbstständig bleiben

Tölzer SeniorenWohnen: Trotz Corona-Krise und Fachkräftemangel nehmen die Rentner am Alltagsleben teil

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Alltagsleben auch im höheren Alter: Im Tölzer „SeniorenWohnen“ ist dies den Bewohnern möglich.

Bad Tölz – Für Senioren ist ein selbstbestimmtes Leben weiterhin wichtig. Insbesondere, wenn die körperliche Kraft nachlässt – bedeutet Autonomie im Denken und Entscheiden ein Stück Eigenständigkeit. Das BRK-Seniorenwohnheim „Haus am Park“ im Tölzer Kurviertel versucht diesen sozialen Leitgedanken seinen Bewohnern zu ermöglichen.

„Frei über sich und sein Leben bestimmen zu dürfen und aktiv das Umfeld mitgestalten zu können ist uns wichtig“, betont Brigitte Geiger, Mitarbeiterin der sozialen Betreuung des Seniorenwohnens „Haus am Park“ in Bad Tölz. Wohlfühlen, Aufgehoben sein und sich Zuhause zu fühlen, werde dort als täglicher Leitgedanke gelebt. „Wenn keine Fremd- oder Eigengefährdung besteht, versuchen wir dieses Gut bis zum letzten Tag des Bewohners aufrecht zu erhalten“, sagt Geiger weiter.

Die Einrichtung versucht Senioren aktiv im täglichen Miteinander mit Filmvorführungen, Diskussionsrunden, Bastelnachmittagen oder Vorlesen zu motivieren. Die rund 100 der insgesamt 130 Bewohnern, die im betreuten Wohnen leben, können laut Geiger ihr Wohnen und Ihre Tagesgestaltung selber bestimmen und Wahlleistungen nach Belieben anfordern.

Doch auch bei den 30 Bewohnern im vollstationären Bereich wird die Selbstbestimmung großgeschrieben. „Wir akzeptieren auch mal, wenn ein Senior nicht aus dem Bett will“, erklärt Geiger. Denn die Bewohner seien schließlich die Experten ihrer eigenen Gesundheit. Auch bei den Betreuungsangeboten versuchen sie auf die Wünsche und Vorlieben der Bewohner einzugehen. „Selbst ein Spaziergang ins Stadtcafé oder den Biergarten sind in Nicht-Corona-Zeiten drin“, so Geiger. Bei einer Altersspannweite von 66 Jahren bis 102 Jahren sei natürlich auch das Thema des selbstbestimmten Sterbens präsent. „Die Senioren werden künftig im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung gefragt, welche Wünsche sie bezüglich ihrer letzten Lebensphase und des Sterbens haben. Kennen wir ihre Wünsche, versuchen wir diese zu erfüllen“, erklärt die ehemalige Pflegekraft.

In Zeiten des Fachkräftemangels sei das mitunter schwierig: denn wo Zeit für das Individuum fehle, fehle auch Zeit, um Wünsche zu erfüllen. „In Stresssituationen, wie das ständige Läuten der Notfallglocken, führen wir uns die Menschlichkeit der Bewohner vor Augen. Schließlich wollen wir den Stress nicht auf sie übertragen, sondern für ihren schönen Lebensabend da sein“, resultiert Geiger.

Corona schränkt Leben ein

„Die momentane Situation der Corona-Krise schränkt die Selbstbestimmung ein. Trotzdem versuchen wir sie aufrecht zu halten“, sagt Geiger. Durch den Einkaufsservice des Hauses seien zudem die Senioren im Betreuten Wohnen versorgt. „Natürlich ist es nicht möglich, die Angehörigen zu sehen oder in der Stadt einen Kaffee trinken zu gehen“, erklärt sie. Aber die Leute verstehen das und versuchen trotzdem die Zeit gut zu verbringen: mit einem Spaziergang im Garten, in der eigenen Häuslichkeit oder bei schönem Wetter auch auf dem Balkon. dwe

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