Badehaus begrüßt 500. Mitglied

Tölzer Stadtpfarrer Peter Demmelmair freut sich auf interreligiöse Dialoge

Neues Mitglied: Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft (l.) und Vorstandmitglied Elisabeth Voigt nahmen Pfarrer Peter Demmelmair aus Bad Tölz herzlich auf.
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Neues Mitglied: Badehaus-Vorsitzende Dr. Sybille Krafft (l.) und Vorstandmitglied Elisabeth Voigt nahmen Pfarrer Peter Demmelmair aus Bad Tölz herzlich auf.

Waldram – 2012 gründete sich der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald, der vor allem nach der Eröffnung des Erinnerungsortes am Kolpingplatz im Oktober 2018 stetig wuchs.

Der Tölzer Stadtpfarrer Peter Demmelmair schloss sich als 500. Mitglied der Gruppierung an. „Als ich damals sagte, wir wollen einmal 500 Mitglieder haben, bin ich müde belächelt worden“, erinnert sich Vereinsvorsitzende Dr. Sybille Krafft. Nun ist diese ambitionierte Zielvorgabe erreicht. Als prominenten Neuzugang begrüßte sie den Tölzer Stadtpfarrer Peter Demmelmair zu einem Pressegespräch am Erinnerungsort.

„Für unseren Verein ist es wichtig, dass wir viele sind“, freut sich Krafft. Eine hohe Mitgliederzahl sei nicht nur ein positives Signal für Politiker und Zeitzeugen, sondern sichere auch das wirtschaftliche Überleben des Vereins. „Ein Jahresbeitrag von 25 Euro ist für den Einzelnen nicht die Welt“, sagte sie. „Wir können mit der Summe aller Beiträge aber einen Teil unserer laufenden Kosten decken“. Denn wie vielen anderen Institutionen und Vereinen sind den Bürgern fürs Badehaus im Corona-Jahr Einnahmen weggebrochen. So ist das Begegnungs- und Dokumentationszentrum am Kolpingplatz derzeit für Besucher geschlossen.

Der jetzige Tölzer Stadtpfarrer Peter Demmelmair hat zu Waldram und Wolfratshausen einen besonderen Bezug. „Ich verbrachte dort meine ersten Jahre als Seelsorger“, verriet er beim Pressetermin. Zudem weihte er das Todesmarschdenkmal in Weidach ein.

Ein weiterer Beweggrund zum Vereinsbeitritt sei sein Interesse für das Judentum gewesen. So engagierte sich der Geistliche viele Jahre für den „Deutschen Verein vom Heiligen Lande“ und reiste oft nach Israel. „Interreligiöse Dialoge waren mir immer wichtig“, betonte Demmelmair.

Infos zum Buch

Das Buch „LebensBilder – Porträts aus dem jüdischen DP-Lager Föhrenwald“ ist für 24,90 Euro im Buchhandel erhältlich und kann auch über die Website erinnerungsort-badehaus.de bestellt werden.

Der Pfarrer besuchte schon einige Badehaus-Veranstaltungen, um sich über die jüngere Geschichte von Displaced Persons (DPs) im einstigen Lager Föhrenwald zu informieren. Der Beitritt zu einem Verein, dessen erstes Mitglied der mittlerweile verstorbene Holocaust-Überlebende Max Mannheimer war, erschien als logische Konsequenz. Als Begrüßungsgeschenk überreichten ihm die Badehaus-Vorstandsmitglieder Dr. Sybille Krafft und Elisabeth Voigt ein Exemplar des im Dezember erschienen Buches „LebensBilder“. Darin haben 16 Mitglieder des Vereins „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“ zu den Bildern der Fotografin Justine Bittner 34 Porträts von Menschen verfasst, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg im einstigen Lager Föhrenwald vorübergehend eine Bleibe fanden und mittlerweile in verschiedenen Ländern leben. Peter Herrmann

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