Tölzer Stadtrat plant 50 Kinder im umgestalteten Neubau der Jahnschule unterzubringen

Neuer Kindergarten geplant

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Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Bad Tölz steigt. Hier ein Foto vom Lebenshilfe-Kindergarten an der Bairawieser Strasse, wo derzeit ein neuer Spielplatz gebaut wird.

Bad Tölz – In der Kreisstadt fehlen über kurz oder lang 71 Kindergartenplätze. Dies hat die neue Bedarfsplanung der Stadt ergeben. Die Gründe dafür sind eine steigende Nachfrage für unter Dreijährige, eine wachsende Geburtenrate, neue Wohnbaugebiete und der Zuzug von Flüchtlingsfamilien.

Die Stadt muss deshalb einen dreigruppigen Kindergarten errichten. Vorgesehen ist der Neubau auf dem Gelände der Jahnschule, die ohnehin umgestaltet wird – das kündigte Kämmerer Hermann Forster in der jüngsten Stadtratssitzung an.

Im Jahr 2010 hatte man festgestellt, dass in Bad Tölz insgesamt 48 Plätze in Kinderkrippen fehlen. Daraufhin wurde eine neue Krippe mit gleich sechs Gruppen errichtet, die das Kinderland Weyarn betreibt. Die sei im Moment zwar nicht ganz voll, dennoch sei es damals richtig gewesen, die Einrichtung nicht bloß auf vier Gruppen auszulegen, sagte Forster. „Da haben wir noch Luft, das wird in den nächsten Jahren ausreichen.“

Nicht so bei den Kindergärten. Wegen unterschiedlicher Faktoren hat die Stadt einen Bedarf von 26 weiteren Plätzen errechnet. Ein Rolle spielt dabei auch die Inklusion. Kinder mit einem erhöhten Betreuungsbedarf belegten rechnerisch nicht einen, sondern zwei oder drei Plätze. Hinzu kommen noch zwei Zwischenlösungen: Eine Kindergartengruppe mit 20 Plätzen ist übergangsweise in der Kinderland-Krippe an der General-Patton-Straße untergebracht. Die Ausnahmegenehmigung, die von der Regierung von Oberbayern dafür erteilt wurde, läuft am 31. August 2019 ab. Eine zweite Gruppe mit 25 Plätzen wird in einem Gebäude an der Peter-Freisl-Straße betreut, das die Stadt von der Lebenshilfe gepachtet hat. Das Haus ist allerdings stark sanierungsbedürftig, weshalb es mittelfristig abgebrochen werden soll.

Der neue Kindergarten auf dem Areal der Jahnschule soll Platz für drei Gruppen mit jeweils 25 Mädchen und Buben bieten, vom Bau her aber so konzipiert sein, dass ein Trakt für eine vierte Gruppe angegliedert werden kann. Mit dem Standort an der Jahnschule wäre nicht alle Stadträte glücklich. Margot Kirste (FWG) wollte lieber ein Kinderhaus, das Krippe und Kindergarten beherbergt - und deshalb auch großzügig gebaut ist. Anton Mayer (CSU) schlug vor, eine solche Einrichtung in Ellbach zu bauen. Dort könnte die Stadt das alte Schulhaus abreißen und den neuen Kindergarten geräumig auf dem Areal planen, sagte er. Ein Vorteil sei die ruhigere Verkehrssituation. Dagegen sei die Zahl der Fahrzeuge auf der Jahnstraße neben der Schule sehr hoch. CSU-Fraktionssprecher Ingo Mehner war dafür, noch über Alternativen diskutieren, ehe er einen Beschluss über den Neubau fällt.

Kämmerer Forster wollte aber nicht viel debattieren. Ihm falle kein anderer Standort für einen Kindergarten in Bad Tölz ein, sagte er. Ellbach kommt aus seiner Sicht nicht in Frage, da viele Eltern aus der Stadt mehrere Kilometer fahren müssten. Das Gelände der Jahnschule liege hingegen zentral und biete Synergie-Effekte, beispielsweise bei der Nachmittagsbetreuung. „Ein Kindergarten neben der Schule ist der Idealfall,“ so Forster. Auf die Frage von Franz Mayer (Grüne), was mit der Interimsgruppe in der Kinderland-Krippe geplant sei, schließlich laufe die befristete Genehmigung nur bis 2019, sagte Forster, der Neubau könne bereits im Jahr 2020 beginnen.bo

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