Zweiter Anlauf für Hotel

Tölzer Stadtrat: Am Westufer der Isar plant ein Investor zwei Sterne-Hotels

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Das ehemalige Hallenbad (jetzt Sport Studio Hirsch) soll einem Hotelneubau weichen.

Bad Tölz – Tagesbesucher sind willkommen, aber lieber sind den Tölzer Touristikern natürlich Übernachtungsgäste. Seit Jahren bemüht man sich deshalb im Rathaus und in der Tourist-Information um neue Hotels, in den vergangenen Jahren eher mit mäßigem Erfolg– scheiterten doch prestigeträchtige Projekte am Widerstand aus der Bevölkerung. Zudem wurden vorhandene Kapazitäten abgebaut. Anstelle ehemaliger Beherbergungsbetriebe im Badeteil entstanden hochpreisige Wohnungen, einige Häuser sind zu oder werden anders genutzt.

Jetzt hat man einen neuen Hoffnungsschimmer, dass es doch noch was wird mit einem Vier- und einem Zwei-Sterne-Hotel, das man, so Kurdirektorin Brita Hohenreiter, mehr als dringend braucht. Standort wäre der auf den ersten Blick eher wenig attraktive Bereich zwischen dem ehemaligen Reifenhandel Pascher und dem Parkhaus an der Bockschützstraße. Dort entwickelt die Merz Objektbau GmbH aus Aalen aktuell ein Vorhaben mit 140-Vier-Sterne-Zimmern und 90 Zwei-Sterne-Doppelbetten.

Vorgestellt wurde das Projekt jüngst in der Stadtratssitzung, nachdem entsprechende Gerüchte schon länger in Bad Tölz kursierten. Die Information an die Stadträte, die Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann vortrug, basierten auf einer Pressemitteilung der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, Brigitte und Volker Merz, in der von einer Fertigstellung des Bauvorhabens im Jahr 2022 die Rede ist.

Ausgangspunkt des Hotel-Projektes ist das gut 6.800 Quadratmeter große Grundstück am Isarufer, das auf der Westseite vom Hang, auf der Ostseite von der Straße nach Arzbach begrenzt wird. Zudem, stehen dort zum Einen das ehemalige Hallenbad, das seit vielen Jahren das Sport Studio Hirsch beherbergt, zum Anderen ein privates Wohnhaus.

Letzteres steht dem Projekt nicht im Wege, das Fitness-Studio soll den beiden Hotels jedoch weichen. Es soll in einem Neubau auf dem jetzigen südlichen Parkplatz beim ehemaligen Reifenhaus untergebracht werden, wobei hier direkte Verhandlungen zwischen dem Investor und dem Studiobetreiber laufen. Die Stadt hat hier keine Mitsprache, auch die Massagepraxis Wiedenhofer im Studiogebäude fällt dann weg.

Sache der Stadt ist es, dem Projektentwickler und Planer das 6.800 Quadratmeter große Grundstück „zu marktüblichen Preisen“ zu verkaufen. Kommunen dürfen ja, so Kämmerer Hermann Forster im Rahmen eines Pressegesprächs, weder etwas zu billig noch zu überteuerten Preisen verkaufen. Auch ungenehmigte Subventionen seien nicht zulässig. Dennoch ist sich Kurdirektorin Hohenreiter sicher, dass sich Investoren finden, denn Bad Tölz sei „ein attraktiver Standort“. Je nach Betreiber seien auch unterschiedliche Standorte relevant: „Der eine will ein Hotel direkt an der Straße, der andere benötigt absolute Ruhe“.

Problematischer ist es da schon, einen qualifizierten Betreiber zu finden, der dem Investor die entsprechende Rendite garantieren kann. Hier gebe es, so die Pressemitteilung „vielversprechende Verhandlungen“. Im Tölzer Rathaus hofft man daher „täglich auf positive Nachrichten“, so Wiedemann.

Von Schwierigkeiten, wie bei den gescheiterte Projekten von Hubert Hörmann am Bichler Hof oder an der Arzbacher Straße geht man am jetzigen Standort nicht aus, da kaum jemand unmittelbar betroffen ist. bo

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