Steinerner Stufenweg an der Isar / Gesamtkosten bei einer Million Euro

Taubenloch-Baustelle: mehr Kinderspielplatz und Sitzgelegenheiten

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Verschalung für die Isarstufen: Im Tölzer Taubenloch soll bis Herbst ein erlebbarer Park für Jung und Alt entstehen.

Bad Tölz – Das Tölzer Taubenloch nimmt Form an: Momentan finden dort mehrere Bauarbeiten gleichzeitig statt, damit unter anderen der für November angestrebte Termin zur Eröffnung der Parkanlage an der Isar eingehalten werden kann. Stadtbaumeister Florian Ernst und Rathaussprecherin Birte Otterbach berichten über den aktuellen Stand der sogenannten Isarstufen, die das Erleben am Wasser thematisieren. Die beiden betonen aber auch: Das Taubenloch wird kein Freibad.

Derzeit wird am Taubenloch gerührt, gebaggert und gestampft. „‚Gerade werden die statischen Baumaßnahmen der Sitzstufen errichtet“, erklärt Florian Ernst. Zuvor haben die Bauarbeiter für die Fundamente Gräben abgetragen. Auch für die 15 bestehenden Linden, die entlang der Uferkante stehen. Damit nicht deren Wurzeln beschädigt werden, kam etwa ein sogenannter Saugbagger zum Einsatz, der das Sediment zwischen dem Wurzelwerk heraussaugte.

Während die Stadt im Taubenloch werkelt, sind zeitgleich die Tölzer Stadtwerke auf der Fröhlichgasse mit einem Kanalbau beschäftigt. „Wir bauen vom Taubenloch von unten kommend eine neue Treppenanlage“, erklärt Ernst, damit beide Bereiche weiterhin gut zu Fuß erreichbar sind. „Die einen oben, wir unten, dass wir uns nicht im Weg stehen.“

Der alte Spielplatz wird um circa ein Viertel seiner jetzigen Größe erweitert. Für die neuen Spielgeräte werden ebenso Aushubarbeiten erledigt. Auch hier achten die Bauarbeiter, beraten von einer ökologischen Baubegleitung, auf das sensible Wurzelwerk, da auch hier kleinere erhaltenswerte Bäume stehen – keine Willkür, sondern eine festgelegte Voraussetzung, die bereits für den städtischen und wasserrechtlichen Genehmigungsbescheid an sich von Bedeutung gewesen war.

Konkret entsteht auf dem Spielplatz, zu den bereits bestehenden Geräten, nun neu eine Schaukel, ein „Wippchen und Wipper“: Letzteres beschreibt Birte Otterbach als „Zitteraal“, während Ernst es eher als Schachbrettfigur betrachtet, „auf die man sich daraufstellen kann und die dann vibriert“. Die bestehende und neue Einfriedung des Kinderspielplatzes wird zudem mit einer Hecke begrünt. Darin eingeschnitten, Versteck-Buchten, „damit Kinder dort Rückzugsorte haben“, erklärt Ernst. Die Hecke dient aber auch als Schutz, „damit die Kleinen nicht ungebremst zum Wasser rennen“, ergänzt Otterbach. Doppelt hält bekanntermaßen besser: deshalb befindet sich zusätzlich vor der Hecke auch noch ein Bretterzaun, der den Spielplatz sicher abgrenzt.

Ausgeschlossen von der Isar sollen Kinder deswegen auch im Taubenloch nicht sein, denn das Areal sei als ein erlebbarer Park am Wasser angelegt, sagt Otterbach: „Kinder können unter Aufsicht natürlich auch runter ans Wasser.“ Aber der feuchte Spaß hat seine Grenzen: Der Bereich am Wasser ist nicht mit einem „Seesteg zum Herunterhüpfen“ gedacht, betont Ernst. Das verbieten schon die strengen Auflagen vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim und des hiesigen Fischereiverbands. „Es geht um das Erleben am Wasser, nicht im Wasser“, sagt auch Otterbach und ergänzt: „Die Isar ist ein reißender Wildfluss, die affenkalt ist.“

Sitzgelegenheiten gibt es neben den Isarstufen reichlich: So können eben diese genutzt werden oder man lässt sich auf die etwa tischhohen Isar-Kiesel und Findlinge nieder, die zahlreich den Weg entlang säumen. Zur Isar führt der Weg von oben nach unten über die Steinstufen, die als Serpentinen angelegt werden. Unterwegs können Gäste und Einheimische dann auch die Marmorierung der rund 40 Zentimeter hohen Steinstufen begutachten.

Optisch greift die marmorierte Maueroptik nämlich den natürlichen Querschnitt des Isar-Sediments auf. Es gleicht also der geologischen Ansicht einer abgebrochenen Felskante an der Isar. Für die verlaufenden, wellenartigen und waagrechten Linien wird der Beton von den Arbeitern mühsam per Handarbeit zu Schichten eingestampft – daher auch der Name Stampfbeton. „So wurden in den 1930er Jahren auch die Keller gemacht“, informiert Ernst.

Gestützt wird das Projekt Isarstufen am Taubenloch zu 50 Prozent von der Städtebauförderung. Die Gesamtkosten liegen aktuell bei 1,01 Million Euro. Darin enthalten sind Rodungs- und Landschaftsbauarbeiten sowie das Stadtmobiliar inklusive der Montage. „Entgegen der ersten Kostenangaben kam noch der Treppenaufgang zur Fröhlichgasse sowie die Gestaltung des Entrees dazu“, berichtet Otterbach. Der Eingangsbereich zum Taubenloch wird mit den selben Steinen wie auf der Marktstraße gepflastert und bietet Platz für zwei behindertengerechte Autostellplätze sowie der Möglichkeit, Fahrräder dort zu parken. Daniel Wegscheider

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