Stufenweise die Isar erreichen

Tölzer Taubenloch soll umgebaut werden

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So könnte es aussehen: Die Grafik von Stadtbaumeister Florian Ernst zeigt einen Entwurf für die geplanten Isarstufen am Tölzer Taubenloch.

Bad Tölz – Das Tölzer Taubenloch will die Stadt modernisieren: Dafür präsentierte Stadtbaumeister Florian Ernst in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung dem Stadtrat einen Entwurf.

Das linke Isarufer an der Stollreiter-Promenade zwischen der Brücke und dem Stausee erfreut sich seit Jahren in den Sommermonaten steigender Beliebtheit. Waren es früher nur Spaziergänger, so hat sich inzwischen eine „Szene“ vor allem mit jungen Leuten entwickelt, die sich entlang des Flusses auf der Wiese aufhalten, picknicken und bei schönem Wetter in den Nachmittagsstunden und oft auch bis tief in die Nacht lautstark feiern, nicht selten zum Leidwesen der Königsdorfer-Straßen-Anlieger.

Das andere Isarufer genießt eher ein Schattendasein, im sogenannten Taubenloch zwischen Isarbücke und dem unzugänglichen Steilufer unterhalb des Kalvarienbergs gibt es bislang „nur“ einen Spielplatz und ein paar Ruhebänke. Das soll nach dem Willen der Tölzer Stadträte aber anders werden. Man will auch diese Uferseite, „mit Leben erfüllen“, so Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG).

Deshalb wurden jetzt, wie Stadtbaumeister Florian Ernst in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung berichtete, vier Büros beauftragt, ein Konzept für Isarstufen am Taubenloch zu entwickeln. Mitte Oktober tagte eine Jury und entschied sich für einen Entwurf, der in der letzten Sitzung im alten Jahr vorgestellt wurde. Demnach soll es künftig drei Bereiche geben. Der bereits bestehende eingezäunte Spielplatz soll erweitert und auch mit einer Hecke versehen werden, wobei die Holz-Umzäunung bestehen bleiben soll. Dann kommt ein größerer Grünbereich in Richtung Säggasse, der von Bepflanzung weitgehend freigehalten werden soll. Am Isarufer selbst soll die Buchenhecke, die derzeit verhindert, dass man über das steile Ufer in den Fluss stürzt, entfernt werden. Die alten Lindenbäume bleiben bestehen. Zu Ihren Füßen sollen mit natürlichem und auch im Fluss vorkommenden Material wie Nagelfluh und großen Steinen breite, zum Wasser hin abfallende Stufen angelegt werden, die von Fußgängern und sogar alten Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhl zu bewältigen sein werden. Große Felsen direkt am vorbeifließenden Wasser dienen als Ruhebereich, man kann auch ins Wasser zum Schwimmen, da die Strömung am Rand nicht so stark ist wie in der Mitte des Flusses. So jedenfalls Bauamtschef Christian Fürstberger, der ausführte, dass man natürlich mit Naturschutzbehörde und Wasserwirtschaftsamt bereits gesprochen habe. Die Isarstufen sollen so angelegt werden, dass auch die dort vorkommenden Äschen einen Unterschlupf finden und im ausgewiesenen Fischschongebiet nicht allzu sehr gestört werden.

Sowohl zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann, der die Sitzung leitete, als auch Margot Kirste (FWG) und Camilla Plöckl (SPD) zeigte sich von den Vorschlägen sehr angetan, Ingo Mehner (CSU) gab zu bedenken, dass das Ufer teilweise doch sehr steil sei, wurde aber von Ernst beruhigt, dass man die Stufen so anlegen werde, dass keine Absturzgefahr bestehe. Plöckl brachte zudem das Thema Kneippbecken ins Gespräch, das bekanntlich im Tölzer Gabriel-von-Seidl-Kurpark errichtet werden soll, aber nicht bei allen Tölzen auf Gegenliebe stößt. Fürstberger war jedoch der Ansicht, dass es im Badeteil wegen der Anbindung an das VitalZentrum besser aufgehoben und dort auch eine Toilettenanlage vorhanden sei.

Das Thema wurde gleich von Ludwig Bauer (CSU) aufgegriffen, der eine eigene WC-Anlage im Taubenhoch vorschlug. Fürstberger verwies auf die hohen Kosten und darauf, dass die (ohnehin zur Erneuerung anstehende) Städtische Toilettenanlage am ZOB (Isarkai) nur 150 Meter weit weg sei. Von Andrea Grundhuber (Grüne) wurde vorgeschlagen, den Zaun um den Spielplatz nicht zu sehr hinter Hecken zu verstecken, da die ansonsten zum wilden Bieseln verleiten würden. Letztendlich stimmten die Ausschussmitglieder geschlossen dafür, die vorgelegte Planung weiter zu verfolgen. Über die (sicher nicht niedrigen) Kosten wurde dabei noch nicht gesprochen. bo

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