Tölzer CSU will den Verfall des Bahnhofsgebäudes stoppen

Vorkaufsrecht oder Enteignung

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Die Stadt Bad Tölz soll nun prüfen, welche Möglichkeiten sie hat, den Verfall des Tölzer Bahnhofsgebäudes zu stoppen.

Bad Tölz – Die CSU Bad Tölz will nun nicht mehr zusehen, wie der Tölzer Bahnhof verfällt. Sie will prüfen lassen, welch Handhabe die Stadt hat: Die Rede ist von Vorkaufsrecht, Festsetzung eines Sanierungsgebietes bis hin zur Enteignung.

Nachdem das Bahnhofsgebäude abermals überregionale mediale Beachtung fand, als die Bayerische Oberlandbahn sowie die Stadt einen Behelfscontainer für den Ticketverkauf eröffneten (wir berichteten), wundern sich eben nicht mehr nur Tölzer, wieso denn ein provisorischer Container nötig war, wo es doch eigentlich einen Bahnhof gibt. Und der Missmut kocht nun auch bei der Tölzer CSU wieder auf. „Eine Gastronomie ist seit Jahren nicht mehr vorhanden, angemessene Warte- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Reisende stehen nicht mehr zur Verfügung, auch die Bedürfnisanlagen sind seit langem geschlossen“, ärgern sich Ingo Mehner und Christof Botzenhart. Der Bahnhof erfülle jedenfalls nicht mehr seinen eigentlichen Zweck. Daneben stelle er ein optisches Ärgernis dar. Das unter Denkmalschutz stehende stattliche Gebäude aus dem Jahr 1924 sei eben „eine schlechte Visitenkarte für unsere Stadt“. Untersucht werden müsse deshalb, ob der bauliche Zustand zudem ein Sicherheitsrisiko darstellt, müsste untersucht werden.

Mehrfach schon gab es Gespräche zwischen dem Privateigentümer und der Stadt – aber ohne Erfolg. Der Eigentümer habe trotz wiederholter gegenteiliger Beteuerungen keine Maßnahmen zur Sanierung des Gebäudes ergriffen, sondern es weiter verfallen lassen, teilen die CSU-Stadträte mit. „Zwar befinde sich der Bahnhof in Privatbesitz, aber sein eigentlicher Nutzungszweck liege im öffentlichen Interesse“, unterstreichen Mehner und Botzenhart. Beide wollen nun prüfen lassen, welche rechtlichen Möglichkeiten die Stadt Bad Tölz hat, um den Verfall des Tölzer Bahnhofsgebäudes zu stoppen. Und sie werden konkret: sicherheitsrechtliche Verfügungen, Vorkaufsrecht, Festsetzung eines Sanierungsgebietes bis hin zur Enteignung. Einen entsprechenden Antrag bringen sie nun zur Stadtratssitzung am 24. April ein.tka

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