Holpriger Start in den Winter

Tourismus-Verantwortliche im Tölzer Land ziehen erste Saisonbilanz

Blick von der Bergstation Brauneck in Lenggries auf 1.480 Meter hinunter ins Tal.
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Blick von der Bergstation Brauneck in Lenggries auf 1.480 Meter hinunter ins Tal.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis – Trotz holprigen Starts, ziehen die Verantwortlichen im Bereich Tourismus des Tölzer Landes eine erste positive und zuversichtliche Bilanz beim Skifahren, Rodeln und Langlaufen.

Der Wärmeeinbruch kurz vor Weihnachten und die geltende FFP2-Maskenpflicht in Seilbahn-Kabinen sowie im Sessel- und Schlepplift haben den Wintersportspaß nicht ausgebremst.

Den Beginn in die Wintersaison am Brauneck beschreibt Antonia Asenstorfer anfangs als durchwachsen. Laut der Sprecherin von Alpen-Plus und dem Brauneck-Skigebiet lief die Woche vor Heiligabend super. „Dann ist der Föhn gekommen und wir haben wieder bei Null angefangen.“ Der Rest- und Kunstschnee hielt dann noch bis Mitte der zweiten Ferienwoche durch. „Dann ist uns der Schnee über Heilig Drei König ausgegangen.“

Die darauf folgenden sinkenden Temperaturen ließen die Schneemaschinen im Skigebiet wieder anspringen. Zudem gab es Neuschnee, der den weiteren Betrieb zum zweiten Januarwochenende ermöglichte. „Perfekte Bedingungen. Alle Anlagen waren in Betrieb und es war wieder viel los“, berichtet Asenstorfer weiter.

Als ein „Auf und Ab mit einem guten Ausgang“ beschreibt auch Geschäftsführer Hannes Zintel den Betrieb während der Weihnachtsferien an der Blomberg-Rodelbahn, die am 25. Dezember in die Saison startete. Dafür wurden vorab rund 900 Kubikmeter Schnee produziert und präpariert. Auch hier hat der Regen nach den Feiertagen „die Gäste ­vergrault“.

Der Niederschlag habe den Schnee auf der Winterrodelbahn in der ersten Ferienwoche komplett weggeschmolzen. „Rodeln ohne Schnee war dann das Thema“, sagt Zintel. Daher sind viele Wanderer auf den Berg hoch gefahren, um oben spazieren zu gehen und Familien mit Kindern, sind dort auf den letzten Schneefetzen herumgerutscht. Und unten im Tal stiegen die Rodelfreunde auf den mit Schienen betriebenen „Blomberg Blitz“ um.

Dank Neu- und Kunstschnee Skifahren, Langlaufen sowie Rodeln weiterhin möglich

An den vergangenen beiden Wochenenden herrschte wieder reger Betrieb auf dem Blomberg. „Das Telefon hat nicht mehr aufgehört zu klingeln. Alle wollen Rodeln“, berichtet Blombergbahn-Geschäftsführer Hannes Zintel.

Aktuell ist die zwei kilometerlange Naturrodelbahn „Blomberg Snow“ ab der Mittelstation befahrbar. Vom Tal bis zur Mittelstation hoch geht es per Seilbahn oder zu Fuß über den Alten Zwieselweg. Oberhalb der Mittelstation führt der geräumte und gestreute Wanderweg weiter hinauf zum Berggasthof Blomberghaus. Das ebenso wie die Rodelbahn und der „Blomberg Blitz“ von Freitag bis Sonntag und an den Feiertagen geöffnet ist.

Neuer Rodellift am Blomberghaus

Am Blomberghaus gibt es heuer eine neue Attraktion, berichtet Zintel weiter: der dortige 300 Meter lange Rodellift eigne sich besonders für Familien mit kleinen Kindern. „Der kommt gut an.“ Übrigens: Wer keinen eigenen Schlitten oder Bob dabei hat, kann sich diese an der Talstation oder am Rodellift ausleihen. Dafür stehen 300 Stück bereit.

Auch die Jachenau ist aktuell für die Wintersportler vorbereitet. Laut Geschäftsführer Felix Kellner ist dort seit vergangener Woche die Skatingspur, Leger bis Bäcker sowie die Dorfrunde, frisch präpariert. Ebenso sind rund 25 Kilometer der klassischen Loipe „in einem Top-Zustand“.

Langlaufen und Skating in der Jachenau

Allerdings hatte auch die eher schneesichere Gemeinde Jachenau, zwischen den Weihnachtsfeiertagen mit dem Schneemangel zu kämpfen gehabt und es konnte dort deshalb nicht gespurt werden. „Jetzt läuft es super“, sagt Kellner, der bei den aktuell sonnigen und kalten Tagen, am liebsten gleich selbst auf die Loipe springen würde. Der kommunale Geschäftsleiter geht davon aus, dass an schönen Wochenenden wieder „gut was los sein wird“.

Langlaufen in der Jachenau: Rund 25 Kilometer Strecke sind derzeit in der Gemeinde gespurt.

In der Nacht sind die Temperatur in der Jachenau oftmals auf Minus 14 Grad gesunken. „Da hält der Schnee erst einmal“, sagt Kellner, falls nicht ein erneuter Wärmeeinbruch in den kommenden Tagen folge. Trotz der derzeit guten Bedingungen hofft er aber auf weiteren Neuschnee. „Zehn Zentimeter mehr, würden uns noch gut tun.“ Denn anders als das Skigebiet Brauneck beschneit die Gemeinde nicht mit Kunstschnee.

2G-Kontrolle führt zu langen Warteschlangen

Während unten im Tal beim Langlaufen auf der Loipe keine Corona-Maßnahmen gelten, ist das beim alpinen Skispaß auf den Bergen anders: Wie Alpen-Plus-Sprecherin Antonia Asenstorfer berichtet, wurde am Brauneck zusätzliches Personal sowie eine externe Sicherheitsfirma zu den Stoßzeiten an den Wochenenden eingestellt, um die Einhaltung der 2G-Regel (Geimpft oder Genesen) zu kontrollieren.

„Da bilden sich schon mal lange Schlangen an der Kasse“, sagt Asenstorfer. „Wo früher einer allein zur Kasse ging, um die Karten zu kaufen“, müsse jetzt jeder einzeln zur Kontrolle durch. „Das führt oftmals zu Wartezeiten. Allerdings sind die Leute da relativ geduldig“, betont sie. Und auch die Skibetreiber wollen sich darüber nicht beschweren: „Wir sind froh, dass wir überhaupt in Betrieb gehen dürfen.“

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