Weniger Gäste, mehr Übernachtungen

Tourismusausschuss zieht Bilanz: Besonders im Trend liegen die Tölzer Sanatorien

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Bad Tölz ist gerade für inländische Besucher ein attraktiver Urlaubsort.

Bad Tölz – Dass Kurdirektorin Brita Hohenreiter so gut gelaunt am Rednerpult im Sitzungssaal des Rathauses Platz nahm, hatte seinen Grund: Den Mitgliedern des Tourismusausschusses konnte sie nämlich von einer Zunahme der Übernachtungszahlen in 2018 berichten. Zwar kamen weniger Gäste an als noch 2017, doch blieben sie länger. Und: Besonders gefragt sind Aufenthalte in den vier verbliebenen Tölzer Sanatorien.

Herausragendes Wetter im Sommer, Rekordjahr für den Tourismus in Bayern. Von diesem Trend konnte auch Bad Tölz abschöpfen, wie Hohenreiter in ihrem Bericht erläuterte. Das ist insofern bemerkenswert, als die Rahmenbedingungen für die Tourist-Information nicht gerade ideal waren. So gab es 2018 keine Messen wie die „Bau“ oder die „Bauma“, die erst wieder 2019 für zusätzliche Übernachtungen sorgen dürften. Und: „Für die Gesamtdestination Bad Tölz schlugen im Jahr 2018 die Schließungen der Hotels ,Alexandra‘ und ,Bellaria‘ sowie des ‚Gästehauses Simon‘, ferner die einzelner Ferienwohnungen negativ nieder“, so Hohenreiter. Erfreulicherweise sei der Tölzer Hof wieder mit voller Bettenanzahl auf dem Markt und im Hostel Jodquellenhof werde derzeitig die Hälfte der früheren Bettenanzahl vermietet. Hohenreiter räumte aber auch ein: „Der touristische Wert dieser Vermietung ist aus fachlicher Sicht eher gering.“

Insgesamt ergebe sich eine Bettenmehrung für Bad Tölz in Summe von 113 Betten. Doch seien dies immer noch zu wenig. Allein in den zurückliegenden drei Monaten hätten zwei international tätige Konzerne Tagungen abgesagt, weil deren Teilnehmer nicht adäquat unterzubringen waren. Auch eine internationale Hochzeit habe Bad Tölz den Rücken gekehrt, „da die Gäste nur in zehn verschiedenen Häusern unterkommen hätten können“.

Hohenreiter verwies auf einige anstehende und bereits stattfindende Renovierungen in Tölzer Unterkünften. So habe das Hotel Eberl alle Bäder erneuert, die Zimmereinrichtungen folgen. Und der Alpenhof entkerne derzeit komplett alle Zimmer. Hohenreiter verwies auf 77.121 Ankünfte in 2018 (2017: 78.475; Minus 1,73 Prozent), dafür aber auf ein Plus bei den 339.895 Übernachtungen – 2.34 Prozent mehr als 2017 (332.118). Die weitere Analyse zeigt, dass sich gerade die vier verbliebenen Sanatorien (Buchberg Klinik, Haus Beer, Rehaklinik Frisia und Haus Sedlmayr) einem großem Zuspruch erfreuten. Die Übernachtungen kletterten hier von 120.964 in 2017 auf 124.021 in 2018. Durchschnittlich bleiben Gäste übrigens 4,41 Tage in Bad Tölz, 2017 lag der Wert hier rechnerisch noch bei 4,23 Tagen. Besonderen Stellenwert nimmt bei den Gästen der deutsche Urlauber ein, hier vor allem aus Bayern (fast 40 Prozent), gefolgt von Gästen aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen.

Auch wenn sie nicht in die Statistik zu den Übernachtungszahlen einfließen – große Nachfrage gibt es auch bei den Wohnmobilisten. 11.561 von ihnen steuerten Bad Tölz an. „Auch diese Besucher lassen viel Geld in Bad Tölz“, erklärte Hohenreiter. Die Auslastung des Stellplatzes an der Isar liege bei 104 Prozent – „was sich daraus ergibt, dass bedingt durch An- und Abreise auch zwei Wohnmobilisten einen Stellplatz an einem Tag teilen können“, so Hohenreiter.

Positives Echo gab es aus dem Ausschuss: Zweiter Bürgermeister und Sitzungsleiter Andreas Wiedemann etwa nannte es erfreulich, „dass die Zahlen endlich wieder nach oben gehen“. Dennoch: „Das gehobene Bettenangebot reicht einfach nicht aus.“ Dem schloss sich auch Jürgen Renner (SPD) an: „Neue Betten wären wichtig.“ Peter Wiedemann (FWG) schloss sich dem an: „Denn das Potenzial hier wäre viel größer. Am Erfolgstourismus gehen wir bislang immer noch vorbei.“Thomas Kapfer-Arrington

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