Surfwelle-Fans hoffen wieder

Trotz Protest: Mehrheit im Stadtrat will Projekt fortsetzen

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Im Stadtteil Weidach hat sich ein Aktionsbündnis gegen die von Bürgermeister Klaus Heilinglechner (l.) befürwortete Surfwelle gebildet.Foto: ph

Wolfratshausen – Nachdem die Finanzierungslücke von rund 64.000 Euro über eine Crowdfunding-Aktion geschlossen werden konnte (wir berichteten), befürworteten 19 von 24 anwesenden Stadträten in einer Sondersitzung den geplanten Bau einer Surfwelle in Weidach. Ebendort hat sich auch ein Aktionsbündnis von Projektgegnern formiert.

Richard Kugler, Bürgermeisterkandidat der neu gegründeten Wolfratshauser Liste, übergab in der Sitzung an Bürgermeister Klaus Heilinglechner eine Liste, auf der 477 wahlberechtigte Bürger gegen den Bau einer Surfwelle unterschrieben hatten. Die Initiative ging von Hildegard Seitner und dem Gitarrenbauer Joe Striebel aus.

Surfwelle vor dem Aus: Warum es zuerst so aussah, lesen Sie hier.

In einem Schreiben forderten sie den Stadtrat Anfang Januar auf, unverzüglich die Unterstützung für die geplante Surfwelle in Weidach einzustellen. Als Gründe führt das Aktionsbündnis zunächst die Kostensteigerung an. So haben sich die Kosten seit den ersten konkreten Planungen innerhalb von drei Jahren von 320.000 auf 800.000 Euro erhöht. „Der Zuschuss, den die Stadt im Moment gewährt, hat sich in diesem Zeitraum vervierfacht“, heißt es in dem Schreiben. Die Gegner befürchten, dass durch bisher nicht berücksichtigte Infrastrukturmaßnahmen wie Parkplätze, WCs und deren Unterhalt weitere erhebliche Kosten entstehen. Darüber hinaus bezweifelt das Aktionsbündnis, ob die versprochenen Betriebszeiten eingehalten werden können.

Der Verein „Surfing Wolfratshausen“ hat in einem Schreiben prompt zu den Vorwürfen Stellung genommen. „Die Befürchtung, dass durch bisher nicht berücksichtigte Infrastrukturmaßnahmen wie Parkplätze, WCs und deren Unterhalt weitere Kosten entstehen würden, können wir nicht nachvollziehen“, erklärte Vereinsvorsitzende Stefanie Kastner.

Die Stadtratssitzung verfolgte sie gemeinsam mit vielen Surfwellen-Befürwortern und -Gegnern von der Besucherempore aus. „Wir sehen die Welle weiterhin positiv“, erklärte Josef Praller. Der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen betonte aber auch, dass in der Sondersitzung lediglich über den Finanzierungsrahmen entschiede werde. Demnach darf der städtische Anteil die Summe von 400.000 Euro nicht überschreiten. Aus dem europäischen Leader-Förderprogramm fließen rund 271.000 Euro, etwa 125.000 Euro hat der Verein „Surfing Wolfratshausen“ über Spenden und Crowdfunding-Aktionen gesammelt.

Lesen Sie dazu: Crowdfunding schließt Finanzierungslücke

Dennoch stimmten Gerlinde Berchtold (SPD), Dr. Manfred Fleischer (CSU), Helmut Forster (BVW) sowie Richard Kugler und Helmuth Holzheu (beide parteifrei für die CSU) gegen die Fortführung des Projekts. Während Fleischer den Standort in Weidach für ungeeignet hält, glaubt Berchtold an eine weitere Kostensteigerung in Höhe von mindestens 200.000 Euro. „Ich sehe hier kein Wasser und auch kein Licht am Ende des Tunnels“, zeigte sich die SPD-Stadträtin skeptisch.

Nachdem eine Mehrheit für die Fortführung des Projekts gestimmt hatte gilt es nun, die wasserrechtliche Genehmigung abzuwarten. Das heißt: Mit einem Baubeginn der technischen Konstruktion ist frühestens im Winter 2020/2021 zu rechnen. Peter Herrmann

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