Trotzdem wird es einige Filialen im Landkreis bald nicht mehr geben

Ein gutes Jahr 2017 für die Sparkasse

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Die Vorstände der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen blicken auf ein solides Geschäftsjahr 2017 zurück. V. l. n. r.: Christian Spindler, Renate Waßmer (Vorsitzende) und Thorsten Straubinger.

Bad Tölz – Zufrieden zeigte sich Renate Waßmer, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, mit der Geschäftsentwicklung im Jahr 2017 beim Jahrespressegespräch. Trotz „schwieriger Rahmenbedingungen, wie der anhaltenden Niedrigzinspolitik, hatten wir ein gutes Jahr und konnten uns im Wettbewerb gut behaupten.“

Das Kundengeschäftsvolumen belaufe sich mittlerweile auf 4,2 Milliarden Euro und es konnte ein Jahresüberschuss von 2,67 Millionen Euro eingefahren werden.

Doch trotz der soliden Finanzlage heute mache man sich Gedanken, wie es bis 2025 weitergehen soll. Das Kundenverhalten ändert sich zusehends, etwa 50 Prozent der Privatkunden managen ihre Finanzen online, bei Geschäftskunden sind dies sogar 80 Prozent. Und die jungen Leute säßen dabei noch nicht einmal vor dem Desktoprechner sondern nutzen Mobile-Banking. Eine weitere Möglichkeit, die das Kundenverhalten in Zukunft verändern wird, ist beispielsweise die Foto-Überweisung: Rechnung abfotografieren und mit der Sparkassen-App verschicken. IBAN und Co. werden automatisch erkannt. Das alles hat zur Folge, dass immer weniger Kunden in die Filialen kommen, außer bei beratungsintensiven Geschichten wie einer Kreditfinanzierung oder einer Wertpapieranlage.

Auf diese massiven Veränderungen im Kundenverhalten müsse eine Bank reagieren und so habe man „das Zielbild 2025“ erarbeitet. Kurzfristig werde es bis Ende 2019 Filial-Schließungen und -Zusammenlegungen geben, danach soll sich bis 2025 nichts mehr ändern. Das bedeutet im Einzelnen: Die Geschäftsstellen Wolfratshausen, Geretsried Nord, Geretsried Süd, Bad Tölz (Bäderteil), Lenggries und Loisachtal (Benediktbeuern) werden zu Beratungscentern ausgebaut. Diese Filialen erachtet man als zukunftsfähig und sollen deshalb gestärkt und modernisiert (gilt für alle verbleibenden Geschäftsstellen, Münsing macht den Anfang) werden. Für die Filialen in Münsing, Icking, Kochel am See sowie das Sparkassen-Center in Bad Tölz ändert sich nichts. Die Geschäftsstellen Gaißach und Reichersbeuern sowie Königsdorf und Dietramszell werden weiterhin als sogenannte Twin-Geschäftsstellen betrieben, das heißt, eine Mannschaft betreut an jeweils zwei Tagen in der Woche die eine oder andere Geschäftsstelle. Dieses Modell gilt in Zukunft auch für Egling und Waldram. Wie es in Bad Heilbrunn weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Keine Veränderungen wird es auch für die mit jeweils zwei halben Tagen Servicezeiten betreuten Filialen in der Jachenau sowie in Walchensee geben. Die Geschäftsstellen in der Altstadt Wolfratshausen und in Eurasburg schließen Ende Juni diesen Jahres, jene in Stein und Höhenrain ein Jahr später. Von der Geschäftsstelle in der Bad Tölzer Marktstraße bleibt ein SB-Automat sowie Beratung für Geschäftskunden im ersten Stock des Gebäudes (Juni 2019). Ende dieses Jahres wird der Geldautomat in Arzbach ersatzlos abgebaut.

„Die Kunden haben schlicht mit den Füßen abgestimmt“ erklärt Vorstandsmitglied Thorsten Straubinger die Schließungen, diese Geschäftsstellen machen betriebswirtschaftlich offenbar keinen Sinn mehr. Doch auch das Personal soll reduziert werden, bis 2025 um etwa 20 Prozent. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben, so Waßmer, aber schon heute sind über zehn Prozent der Mitarbeiter über 60 Jahre alt und so könnte sich das Problem in Teilen von selbst lösen. Norbert Jiptner

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