Zweite Turnhalle in Betrieb

Turnhalle Bad Tölz: weitere 150 Schlafplätze für Geflüchtete

Turnhalle des Gabriel-von-Seidl-Gymnasium
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Turnhalle des Gabriel-von-Seidl-Gymnasium: Auch in Bad Tölz werden vorübergehend Menschen aus der Ukraine eine erste Anlaufstelle haben.
  • Viktoria Gray
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Landkreis/Bad Tölz – Nach der Geretsrieder Turnhalle, wurde nun auch eine weitere Halle als Notunterkunft bereitgestellt.

Wie berichtet, steht die Turnhalle der Geretsrieder Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße für Ukraine-Flüchtlingen bereits zur Verfügung. Nun wurde auch die Sporthalle des Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz für ankommende Flüchtlinge hergerichtet. Damit gibt es im Landkreis die zweite Notunterkunft.

Wenn man bisher eine Bilanz ziehen müsste, dann „läuft es gut im Landkreis“, wie Karsten Ludwig, Leiter des Sachgebiets Asyl aus dem Landratsamt erklärte. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei riesig. „Die Leute sind teilweise schon etwas ungeduldig, weil sie jetzt helfen wollen.“ Trotzdem müsse alles erst einmal koordiniert werden. Ein großes Hindernis sei die Sprachbarriere. „Nicht mal zehn Prozent sprechen Englisch“, sagte Karsten. Deswegen seien vor allem Dolmetscher weiterhin gefragt.

Bürgermeister Ingo Mehner: „Es wird ein Langstreckenlauf.“

Wie berichtet, werden Ankommende als erstes auf Corona getestet. Wenn positive Ergebnisse dabei sind, werden diese separiert. Die Behörde bemühe sich dann, die Angekommenen innerhalb von drei bis vier Tagen auf andere Unterkünfte zu verteilen. Das sei vor allem bei Großfamilien nicht ganz einfach. In jedem Fall versuche man aber, den Aufenthalt in der Sporthalle auf maximal eine Woche zu begrenzen.

Insgesamt seien laut Ludwig schon 650 Flüchtlinge (Stand Montag, 21. März) aus der Ukraine im Landkreis angekommen. „Das sind über 300 Zuweisungen pro Woche“, sagte er. Im Vergleich zur damaligen Flüchtlingskrise 2015, wo es nur 50 pro Wochen waren, ein „rapider Anstieg“, wie Ludwig betonte.

Mehner: Krieg in der Ukraine werde lange nachwirken

Auch Landrat Josef Niedermaier geht davon aus, dass die beiden Szenarien - bei dem ersten werden 500, bei dem zweiten 1.000 Flüchtlinge erwartet - bei weitem übertroffen werden. „Das was wir 2015 erlebt haben, das wird ein Kinderspiel gewesen sein“, sagte der Landrat. Deswegen appellierte er auch nochmals an die Bevölkerung, nachhaltige Hilfen zu schaffen.

„Das Helfen wird jetzt erst losgehen und es ist ein Langstreckenlauf“, sagte auch Tölz‘ Bürgermeister Ingo Mehner. Das Wichtigste sei vorerst die Unterbringung. Aber das es sich dabei nur um „kurzfristige Hilfe“ handle, werde deutlich, wenn man sich den zerstörten Wohnraum in der Ukraine ansehe. „Selbst wenn der Krieg nicht mehr lange dauert, müssen wir davon ausgehen, dass die Probleme im Land lange nachwirken werden“, erklärte Mehner.

Freude zeigte Mehner darüber, dass die Aufnahme der Flüchtlinge in Bad Tölz besonders „herzlich“ geschehe. „Das ist nicht alltäglich“, sagte er. Und auch Niedermaier freute sich über die „mithelfende Stimmung“.

Kontakt für Helfende

Hilfsangebote können nach wie vor über das Landratsamt per E-Mail an ukrainehilfe@lra-toelz.de eingereicht werden.

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