„Schub an politischem Interesse“

U18-Bundestagswahl im Tölzer Landkreis - Jugendliche an die Wahlurnen

Kreisjugendpflegerin Verena Peck und Landrat Josef Niedermaier.
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Hoffen auf viel Beteiligung bei der U18-Bundestagswahl: Kreisjugendpflegerin Verena Peck und Landrat Josef Niedermaier.
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    VonViktoria Gray
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Landkreis – Bald ist es soweit: am Sonntag, 26. September, finden die Bundestagswahlen statt.

Das Recht, hierbei abzustimmen, haben Bürger ab 18 Jahren. Damit die Jugend im Landkreis trotzdem Gehör findet, wird zudem die U18-Bundestagswahl stattfinden. So können die Jugendlichen zumindest symbolisch ein Kreuzchen machen.

Nach den Sommerferien, vom 14. bis 17. September und damit eine Woche vor der tatsächlichen Bundestagswahl, können Schüler ab der 5. Klasse von 29 weiterführenden Schulen im Landkreis bei der U18-Bundestagswahl abstimmen. Seit 2017 finden die U18-Wahlen im Landkreis statt. Heuer also zum fünften Mal.

Der Tölzer Landkreis würde dabei schon eine besondere Position einnehmen. „In den Nachbarlandkreisen ist die U18-Wahl keine Selbstverständlichkeit. Für uns mittlerweile schon“, erklärte die Kreisjugendpflegerin Verena Peck.

Da die Sommerferien erst am 12. September enden, wird es für die Jugendlichen eine knappe Angelegenheit - der Wahlzeitraum fällt direkt auf die erste Schulwoche.

„Logistische Herausforderung“

Peck sprach in diesem Zusammenhang von einer „logistischen Herausforderung“. „Deshalb geben wir schon jetzt total Gas, damit die jungen Leute fit sind“, erklärte sie. Zudem betonte die Kreisjugendpflegerin: „Wir freuen uns, dass sich alle weiterführenden Schulen im Landkreis in irgendeiner Form an der Wahl beteiligen.“

Laut Peck herrsche eine sehr hohe Bereitschaft und das Interesse bei den Jugendlichen sei da. Das bestätigte auch Landrat Josef Niedermaier: „Ich habe das Gefühl bei den Jüngeren gibt es wieder einen neuen Schub an politischem Interesse.“

Im ganzen Tölzer Landkreis gibt es laut Niedermaier circa 14.000 Schüler. Davon können rund 8.000 bei den U18-Bundestagswahlen mitmachen. Ablaufen soll die Wahl wie eine Richtige: Auf einem Stimmzettel können die Jugendlichen eine Erst- und Zweitstimme abgeben. Wie die Schulen die Wahl vor Ort umsetzen - ob sie etwa Wahllokale aufbauen, steht ihnen frei.

Fühlten sich zu wenig informiert

Ein Kritikpunkt der vergangenen U18-Wahlen sei gewesen, dass sich die Jugendlichen zu wenig über die Kandidaten und ihre Parteiprogramme informiert gefühlt hätten. Das Organisationsteam holte sich daher die Direktkandidaten mit ins Boot. „Alle Kandidaten sind bereit, mit uns zusammen zu arbeiten“, berichtete Peck.

So beantworteten etwa Béatrice Vesterling (FDP), Karl Bär (Grüne), Erich Utz (Linke), Christian Kaul (FW), Jan-Philipp von Olfen (ÖDP), Hannes Gräbner (SPD), Axel Zamzow (AfD), Susanne Ehlers (dieBasis), Florian Merkl (Die Partei), Marinus Thurnhuber (Bayernpartei) sowie Alexander Radwan (CSU) in einem Steckbrief Fragen zu ihrer Person sowie zu aktuellen Themen wie Umwelt- und Naturschutz.

Das Sahnehäubchen, wie die Kreisjugendpflegerin es nannte, ist ein circa 9-minütiger Video-Clip mit den Direktkandidaten. „Die Politiker stellen sich jeweils drei Challenges.“ Übrigens: „Auch für Erwachsene ist das Video absolut empfehlenswert, da man einen sehr guten Überblick bekommt, wer alles zur Wahl steht“, findet Peck.

Geplant sind außerdem Diskussionen mit den Jugendvertretern der Parteien in der ersten Schulwoche nach den Ferien. „Das soll ein Austausch auf Augenhöhe sein. Als junger Mensch soll man so vor der Wahl noch Fragen beantwortet bekommen.“

Noch am Abend des 17. Septembers werden die Ergebnisse auf der Homepage des Kreisjugendrings auf www.kjr-toel.de/bundestagswahl veröffentlicht.

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