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Ukraine-Krieg: Landrat informiert über Status quo im Tölzer Landkreis

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Von: Daniel Wegscheider

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2015 als Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea im Tölzer Landkreis eintrafen.
Als 2015 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea im Landkreis eintrafen, wurden auch Turnhallen als Erstunterkünfte hergerichtet. © Archiv: GB

Landkreis – Landrat Josef Niedermaier und der Krisenstab im Landratsamt suchen seit einigen Tagen intensiv nach Unterbringungsmöglichkeiten für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

„Wir rechnen jederzeit mit einer größeren Zahl an Flüchtenden aus der Ukraine auch bei uns im Landkreis“, sagt Landrat Josef Niedermaier. Wer in Deutschland ankommt, wird über die Regierung der Bezirke so schnell wie möglich auf die Landkreise verteilt werden.

„Wir wissen nicht, wie viele Menschen unseren Landkreis erreichen. Die Prognosen gehen von mindestens 500 Personen in den nächsten 14 Tagen aus, wobei das auch noch einmal mehr werden könnten“, betont der Landrat weiter.

Wie berichtet, laufen seit Ende letzter Woche intensive Vorbereitungen, um weiteren Wohnraum anzumieten. Laut Landratsamt sind die bereits vorhandenen dezentralen Unterkünfte fast voll belegt.

Die Unterbringungen sollen zur Registrierung der Menschen aus der Ukraine genutzt werden, aber auch als vorübergehender Wohnraum geeignet sein. Angemietet wurde bereits ein Teil der Tölzer Jugendherberge. Zudem wird das Gesundheitsamt bei allen Ankommenden einen Antigen-Schnelltest durchführen.

Ist das Ergebnis positiv, müssen Infizierte in Isolation. Und auch dafür brauche es eine Unterbringungsmöglichkeit. Niedermaier sagt: „Ganz gleich, wo die Menschen bei uns unterkommen, sie sollen zumindest etwas Ruhe finden und wieder Kraft schöpfen können, soweit dies unter diesen Umständen überhaupt möglich ist.“

Egal ob Gästezimmer, Appartement oder Wohnung

Bislang sind noch nicht viele Flüchtlinge aus der Ukraine im Landkreis angekommen. Bis Montagmorgen waren es 160 Plätze. Weil aber bald wesentlich mehr Menschen erwartet werden, appelliert der Landrat an die Bevölkerung: „Alle, die Wohnraum zur Verfügung stellen können, bitte ich inständig, sich bei uns zu melden.“ Egal ob Gästezimmer, Appartements oder eine Wohnung.

Der Landkreis bereitet auch Turnhallen für die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Auch wenn dies mit Blick auf die Corona-Situation nur bedingt das geeignete Mittel sei, werde aktuell die städtische Turnhalle am Schulzentrum Geretsried an der Adalbert-Stifter-Straße als Unterkunft hergerichtet.

Der Schulsport weicht dort auf die weiteren Dreifachturnhallen aus. Nächste Woche wird zudem die Turnhalle des Gabriel-von-Seidel-Gymnasiums Bad Tölz für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgestattet.

„Rechtlich gelten die geflüchteten Ukrainer nicht als Asylbewerber, sondern als Kriegsflüchtlinge und haben Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“, erklärt Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer. „Als solche erhalten sie die Möglichkeit, in Deutschland zu leben und zu arbeiten.“

Wer helfen kann, meldet sich per E-Mail an ukrainehilfe@lra-toelz.de. Die Behörde prüft die Angebote und kontaktiert dann die Anbieter. Weitere Infos gibt es auch auf www.lra-toelz.de/ukrainehilfe.

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