Unternehmen müssen sparen

IHK-Konjunkturumfrage: Massive Auswirkungen der Corona-Pandemie

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Rund 60 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen verzeichnen einen Umsatzrückgang (Symbolbild).

Landkreis – Der durch die Corona-Pandemie verursachte Stillstand in der Wirtschaft hat die Stimmung bei den Unternehmern in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau, und Miesbach auf einen Tiefpunkt sinken lassen. Laut der aktuellen Frühjahrsumfrage der IHK für München und Oberbayern ist der IHK-Konjunkturindex für das Oberland von 127 auf 87 Punkte eingebrochen.

Zur aktuellen Geschäftslage befragt bezeichnet diese knapp die Hälfte der Unternehmen als schlecht. Immerhin 29 Prozent betrachten sie als gut. Damit entsprechen die Lagebewertungen dem bayerischen Durchschnitt. In Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind die Meinungen nicht ganz so pessimistisch wie im restlichen Bayern. 32 Prozent der Befragten gehen von einer Verschlechterung aus (Bayern: 40 Prozent). Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer Belebung (Bayern: 20 Prozent). Dieses Ergebnis bringt jedoch nicht zum Ausdruck, wie unterschiedlich je nach Branche die Aussagen der Unternehmer ausfallen. Vor allem der innerörtliche (Nichtlebensmittel-) Einzelhandel sowie das gesamte Kultur- und Tourismusgewerbe in der Region erleiden derzeit massive Einbußen. Dem gegenüber sind Bauwirtschaft und Teile des verarbeitenden Gewerbes nicht so stark betroffen.

Der Stimmungsabsturz in der Wirtschaft spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung der Unternehmen wider: im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2019 verzeichneten rund 60 Prozent der befragten Unternehmen einen Umsatzrückgang. Immerhin zehn Prozent der Betriebe konnten ein Umsatzplus erzielen und knapp 30 Prozent ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr stabil halten.

Fehlende Nachfrage, unterbrochene Absatzwege und Lieferketten sind aktuell die größten Probleme für die Unternehmen in der Region. Rund ein Fünftel berichtet darüber hinaus von finanziellen Engpässen. Einen existenzbedrohenden Liquiditätsstatus vermeldeten neun Prozent der Betriebe.

Sparmaßnahmen sind in nahezu jedem Unternehmen das Gebot der Stunde. Daher werden fast 60 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten weniger oder gar nicht investieren. Rund jedes vierte Unternehmen will Arbeitsplätze reduzieren. Zwei Drittel wollen ihre Stellenanzahl immerhin konstant halten

Laut Peter Lingg, Vorsitzendem des IHK-Regionalausschusses Garmisch-Partenkirchen, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Region massiv. Lingg zeigt sich dennoch zuversichtlich und betont: „Dank der fortschreitenden Lockerungen scheint die Talsohle durchschritten zu sein. Der Weg nach oben wird steinig, aber die Unternehmen sind fest entschlossen, nach vorn zu sehen.“

Wichtig sei jetzt, dass ihnen keine neuen bürokratischen Hürden in den Weg gestellt werden und sich die Politik ernsthaft über Steuererleichterungen Gedanken mache., so Lingg weiter. „Auf die Liquidität der Unternehmen würde sich eine Ausweitung der Verlustverrechnungen positiv auswirken. Von der Politik fordern wir ein Belastungsmoratorium bis 2021, also einen Stopp für neue, die Wirtschaft zusätzlich belastende Gesetze, Verordnungen oder Regularien.“ dwe

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