Chef mit Herzblut

Unternehmerpersönlichkeit Dr. Hans-Wolfgang Tyczka feiert 95. Geburtstag

95. Geburtstag von Dr. Hans-Wolfgang Tyczka
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Gratulieren dem Jubilar Dr. Hans-Wolfgang Tyczka (Mitte) mit Ehefrau Sieglinde: (v.l.) Stephan Meisnitzer (Geschäftsführer Flüssiggas Handel), Dr. Frank Götzelmann (Sprecher der Geschäftsführung) sowie Stefan Hübner (Geschäftsführer Tyczka Energy).

Geretsried – Ein Geretsrieder Urgestein ist 95 Jahre geworden. Dazu gratulierten ihm jüngst Vertreter seiner Unternehmergruppe, die dessen Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit und Ideenreichtum hervorhoben.

Ideale die Dr. Hans-Wolfang Tyczka sein Leben lang verfolgte und sich auch im Erfolg seiner Lebensgeschichte widerspiegelt. Dr. Hans-Wolfang Tyczka leitete insgesamt 39 Jahre lang als Geschäftsführender Gesellschafter die Tyczka-Unternehmensgruppe und hat die Entwicklung und das Wachstum des Unternehmens maßgeblich geprägt (siehe Kasten), bevor er sich 1997 aus der aktiven Geschäftsführung zurückgezogen hat.

Die Geschäftsführer der Tyczka Unternehmensgruppe gratuliert ihrem Inhaber Dr. Hans-Wolfgang Tyczka jüngst zu seinem Jubiläumstag: „Wir freuen uns, dass es Dr. Tyczka gesundheitlich gut geht und er dem Unternehmen nach wie vor mit viel Herzblut und wertvollen Impulsen zur Seite steht und so die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens weiter mit vorantreibt.“

Die erfolgreiche Lebensgeschichte des Geretsrieder Energieversorgungs-Unternehmers begann vor fast 100 Jahren: Georg Tyczka gründet 1924 im schlesischen Görlitz ein Sauerstoffwerk – der Grundstein der heutigen Firma Tyczka war gelegt. Zwei Jahre später wird Sohn Hans-Wolfgang geboren. Der junge Tyczka besuchte dort von 1933 bis 1944 die Volksschule Weinhübel und danach das Realgymnasium, dann fegte der Zweite Weltkrieg über Deutschland hinweg.

Wie alle jungen und tauglichen Männer wurde auch Tyczka eingezogen: der damals 17-Jährige wird als Flakhelfer nach Berlin-Falkenrehde kommandiert, davor im Wehrertüchtigungslager in Raudten ausgebildet. Bis zum Kriegsende heuerte Tyckza bei der Kriegsmarine an, um dort eine Ingenieurlaufbahn einzuschlagen. Die Ausbildung schließt er 1944 in Heiligenhafen ab, danach geht es auf das Panzerschiff „Schwerer Kreuzer Admiral Scheer“ zur See. Tyczka erinnert sich: „Wir haben von der Ostseeküste aus in die Frontkämpfe an Land eingreifen müssen. Ständig gab es Fliegerangriffe der Engländer und Russen.“

Doch das lang erhoffte Kriegsende ist nah: Die Alliierten rücken vor, in Flensburg geben die Marinesoldaten schließlich ihre Waffen ab. Tyczka kommt ins englische Gefangenenlager nach St. Peter-Ording. Im Mai 1945 waren dann die Schreckensjahre beendet. Tyczka konnte sich endlich seinem eigenen Leben widmen.

Dr. Hans-Wolfgang Tyczka

„Beweglichkeit im Denken, Dynamik im Handeln sowie die Fähigkeit hinzuzulernen:  Das macht Tyczka von jeher aus.“

Dr. Hans-Wolfgang Tyczka

Jüngster Uni-Absolvent seiner Zeit

So begann der junge Mann alsbald ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilian-Universität in München, die er im Dezember 1948 erfolgreich mit dem Staatsexamen abgeschlossen hatte. Mit gerade einmal 24 Jahren – galt er damals als einer der jüngsten promovierter Akademiker seiner Zeit, der die Hochschule abgeschlossen hatte. Tyczka verfolgte den akademischen Weg für zwei Jahre weiter, bevor in die Arbeitswelt eingestiegen war. Promovierte noch zum Doktor der Volkswirtschaft.

Schwieriger Neuanfang nach Kriegsende

Der Neuanfang für Vater Georg im Schwarzenfeld (Oberpfalz) nach dem Krieg ist derweil schwierig: Dort lässt er ein Barackenlager für die Mitarbeiter errichten und aus Wrackteilen neue Lastwagen zusammenbauen. 1947 gründet er die Industriegas GmbH Georg Tyczka Schwarzenfeld. In den Jahren 1962/63 baut er an der Blumenstraße in Geretsried ein neues Werk mit Verwaltungsgebäude – bis heute Hauptsitz der Unternehmensgruppe.

Der Berufseintritt von Wolfgang Tyczka erfolgte am 1. September 1950 bei der Industriegasfirma von Vater Georg Tyczka in der Zweigstelle Würzburg, dort übernahm er die Leitung der Niederlassung. Auch privat hat der junge Tyczka Erfolg: heiratet 1951 und bekommt eine Tochter. Nach dem Tod des Vaters übernimmt er dann die alleinige Geschäftsführung Tyczka GmbH & Co in Geretsried, die er dort von 1958 bis 1997 erfolgreich ausführte.

Zahlreiche Auszeichnungen unterstreichen das lebenslange Engagement von Tyczka: So ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland. In Würdigung seines Lebenswerkes wurde ihm zudem 1999 der Bayerische Verdienstorden verliehen. dwe

Zur Tyczka-Unternehmensgruppe


Die Tyczka Gruppe, gegründet 1924 mit Stammsitz in Geretsried, beschäftigt derzeit rund 550 Mitarbeiter und hat mehr als 200.000 Kunden in ganz Deutschland . Zu ihr gehören mehrere mittelständische Gesellschaften und Beteiligungen in Deutschland, Österreich und Polen. Die Kerngeschäftsfelder sind die Energieversorgung mit Flüssiggas (Propan und Butan) sowie die Vermarktung und die Produktion von Industriegasen. Tyczka ist bundesweit einer der Marktführer im Vertrieb von Flüssiggas in Flaschen und der Versorgung im Tank. Daneben besteht ein europaweites Trading Geschäft mit Flüssiggas. Bereits seit 1983 vermarktet die Tyczka Gruppe technische Gase, Spezialgase sowie Kältemittel in Flaschen und Kleintanks an Kunden in Deutschland. Mit dem Bau einer Luftzerlegungsanlage stieg die Tyczka Unternehmensgruppe 2014 wieder in die Produktion von Industriegasen ein. Ziel ist es, die Geschäftsbereiche auf den internationalen Märkten weiter zu entwickeln und auszubauen. dwe

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