„Kurort“ ist nicht sexy

Unternehmerverein „Wir sind Tölz!“auf Ideensuche für Stadtjubiläen im nächsten Jahr

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Ingrid Dietl, Sprecherin Sparte Tourismus vom Unternehmerverein „Wir für Tölz!“, sammelte Ideen zur Feier „50 Jahre Heilklimatischer Ort & 120 Jahre Kurort Bad Tölz“ im kommenden Jahr.

Bad Tölz – Nur gut 60 der insgesamt 6.000 deutschen Kur- und Erholungsorte dürfen mit dem Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ werben, darunter auch Bad Tölz. Im kommenden Jahr 2019 sollen deshalb die Jubiläen „50 Jahre Heilklimatischer Ort & 120 Jahre Kurort Bad Tölz“ groß gefeiert werden. Über das „Wie“ machte sich jüngst die Sparte Tourismus vom Tölzer Unternehmerverein „Wir für Tölz!“ Gedanken.

Eine Handvoll Interessenten, die zum Treffen ins Tölzer VitalZentrum gekommen waren, wurden von Kur- und Tourismusdirektorin Brita Hohenreiter zunächst über die bald 120-jährige Geschichte des Kurortes informiert. Als Tölz 1899 zum „Bad“ erhoben wurde, hatte das vor allem mit der Jod-Trinkkur zu tun, die schnell illustre Gäste aus ganz Europa an die Isar lockte, „nicht zuletzt wegen der guten Bahnanbindung“, berichtete Hohenreiter. In den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts, nachdem das Jod längst über Tabletten verabreicht werden konnte, war Tölz ein Zentrum der staatlich geförderten Sozialkur, der dann der damalige Gesundheitsminister Horst Seehofer 1997 ein abruptes Aus bescherte. Bereits 1969 hatte man sich aber erfolgreich um das Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ beworben, mit dem aber auch benachbarte Gemeinden wie Bad Heilbrunn, Tegernsee oder Kreuth werben dürfen. Zum Erhalt des Prädikats erfolgen jeweils einjährige Luftmessungen, die - wir haben berichtet – erst heuer wieder positiv verliefen, so dass Tölz erneut für zehn Jahre mit seinem prima Klima werben darf.

Ingrid Dietl, Spartensprecherin für das Thema Tourismus, ließ zusammen mit Hohenreiter keinen Zweifel daran, dass das Prädikat zwar sehr schön, aber „einfach nicht sexy genug“ sei. Deshalb mache man sich auf die Suche nach Ideen, mit denen man Heilklima und gute Luft im kommenden Jahr besser bei Gästen und Einheimischen vermarkten könne.

Bereits auf der Agenda stehen laut Hohenreiter ein Kurparkfest am 4. August, besondere Pauschalangebote für Gäste und „Liegekuren wie vor 50 Jahren“, wozu eigens Bänke aufgestellt werden sollen.

Die im kollektiven Brainstorming gesammelten Ideen gingen von Tölzer Luft in Dosen bis zur Errichtung eines Flying-Fox (also einer Seilbahn in luftiger Höhe über die Isar) oder einer Luftdusche.

Stadtwerke-Chef Walter Huber gab zu bedenken, dass die saubere Tölzer Luft kein Selbstläufer sei, sondern auch ein Ergebnis der Umstellungen veralteter Ölheizungen auf Gas und die Nahwärmeversorgung. Um den Feinstaub zu reduzieren, sollten alte Ofenheizungen möglichst verschwinden. Zudem regte er an, heimische Spitzensportler für Werbeaktionen und „Luftevents“ zu gewinnen. Was ich davon in naher Zukunft realisieren lässt, soll bei der nächsten Zusammenkunft der Sparte Tourismus mit Vertretern der Tölzer Tourist Info erläutert werden.bo

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