Land unter im Landkreis

Unwetterbilanz: Starkregen fordern die Feuerwehren in der Region 28 Stunden lang

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Sommerhochwasser im Landkreis

Landkreis – Viel Wasser von allen Seiten schaffte Anfang der Woche Landkreisbewohner und insbesondere die benötigten Einsatzkräfte, um den Fluten Herr zu werden. Eine Bilanz zum heftigen Starkregenschauer in der Region.

Es schüttete ununterbrochen: Seen schwollen an, Flüsse und Bäche traten teilweise übers Ufer. Die Isar schrammte an der ersten Meldestufe, die Loisach ist noch stärker betroffen und lag teils über der Meldestufe 3. Als Autofahrer durchfuhr man am Dienstagmorgen bei einer Überlandfahrt sogar knietiefe Wasserpfützen – kurze Zeit später wurden diese Straßen für den Verkehr teils komplett gesperrt.

Für die Landkreisfeuerwehren war es bereits am Montagabend losgegangen und forderte die Helfer bis Dienstagmittag. „28 Stunden im Einsatz“, resümiert Stefan Kießkalt, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion.

Sandsäcke schleppen, Wasser abpumpen und Straßensperren errichten. Insgesamt wurden die Feuerwehren im Landkreis zu 63 Unwettereinsätzen alarmiert. Der Schwerpunkt lag im Südlandkreis, in dem 42 Einsätze stattgefunden hatten. Dort überschwemmte etwa der Reindlbach in Kiensee die Fahrbahn. Weitere Schwerpunkte zeigten sich in der Bad Tölz und Kochel am See (siehe Seite 14). „Immer wieder wurden hier überflutete Straßen und vollgelaufene Keller gemeldet“, berichtet Kießkalt weiter.

„Die Isar und der Sylvensteinspeicher haben erhöhte Abflüsse gehabt“, berichtet Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Weilheim. In der Spitze lag der Speicherseezufluss bei 440 Kubikmeter pro Sekunde. Zum Vergleich: Beim Starkregenunwetter im Jahr 2005 waren es über 1.000 Kubikmeter. „Es war ein ordentliches Ereignis, aber keine Katastrophe“, resümiert Kriegsch das diesjährige Hochwasser. Das in seiner Hochphase den Sylvensteinsee bis zu sechs Meter ansteigen ließ. Was keine Gefahr darstellte: „der Speicher wurde seiner Schutzfunktion gerecht“, betont Kriegsch weiter.

Auch ein Seilbagger kam beim Unwetter zum Einsatz: und zwar zum Entfernen einer Verklausung am Wehr der Gaißach, das den Wasserabfluss für den Linsensägbach reguliert. Dennoch: „Insgesamt blieb dort die Lage entspannt“, berichtet die Tölzer Feuerwehr, die ihre Kollegen dort unterstützten. Die Gaißach Wehr war zudem damit beschäftigt Wasser aus Kellner abzupumpen. Ebenso waren die Feuerwehren in Ellbach, Obersteinbach, Oberfischbach, Walchensee, Wegscheid, und Sachsenkam im Einsatz.

Im Nordlandkreis waren die meisten Einsätze im Bereich Münsing. Auch dort rückte die Feuerwehr zu vollgelaufenen Kellern aus. Auch in Geretsried, Wolfratshausen, Weidach, Degerndorf, Ascholding und Hechenberg kam es zu Einsätzen. Am Dienstag konnten die Helfer erstmals durchatmen: Die Regenfälle ließen nach, die Lage an Fluss und See entspannte sich. Und auch der Wasserstand am Sylvensteinspeicher senkte sich wieder.Daniel Wegscheider

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