Polizei verfolgt Spur bis China

500 US-Doller in Wäscherei gefunden: Beamte ermitteln Touristin aus Asien

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Geldbeutel löst Polizeieinsatz aus: Die Beamten der Wolfratshauser Polizeiinspektion fahnden nach dem Besitzer.

Wolfratshausen– Eine Brieftasche in der 500-US-Doller darin waren, hat die Ermittlungen der Wolfratshauser Polizei ins Rollen gebracht – und die Spur führt bis nach China.

Als „untypischen Grund“ bezeichnet Polizeihauptkommissar Steffen Frühauf den Fall. Der sich folgendermaßen zugetragen hatte: vergangenen Dienstag hatte ein 32-jähriger Angestellter einer Wolfratshauser Wäscherei inmitten der Mangelwäsche eine Brieftasche entdeckt, die er dann bei der Polizeiinspektion Wolfratshausen abgab. Der Inhalt des Geldbeutels: 500 US-Dollar.

„Die ersten Ermittlungen in Bezug auf den Eigentümer des Geldes verliefen nicht zufriedenstellend“, berichtet Frühauf. Da Wäsche bereits in der Mangel war, konnte nicht mehr abgeklärt werden, woher die Wäsche überhaupt geliefert wurde. Das Einzugsgebiet der Wäscherei war überhaupt nicht einzugrenzen. Es erstreckt sich nämlich auf Südbayern und Österreich.

„Allerdings gab man sich bei der Polizei Wolfratshausen noch nicht geschlagen“, so Frühauf weiter. Und die Kollegen der Grenzpolizei in Murnau wurden zu Hilfe gebeten, die mit einem Dokumenten-Prüfgerät nicht nur die Echtheit des Geldes feststellen konnten, sondern auch auf der Innenseite der Passmappe einen spiegelverkehrten Abdruck registrierten, der auf eine Bordkarte eines Fluges hinwies.

Anhand dieser Daten konnte festgestellt werden: die Eigentümerin des Geldbeutels ist eine 30-jährige Chinesin, die gerade Urlaub in Deutschland macht. Zudem hat sie ihren Reisepass bereits in München als verloren angezeigt. „Ganz offensichtlich ist ihr in der Landeshauptstadt nicht nur ihr Reisepass, sondern auch der Geldbeutel mitsamt den aufgefundenen 500 US-Dollar Bargeld abhanden gekommen“, sagt Frühauf. Bei der Münchner-Polizeiaufnahme wurden die kompletten Personalien einschließlich der chinesischen Wohnanschrift erfragt, sodass sie ermittelt werden konnte.

Trotz des schnellen Ermittlungserfolgs konnten die Beamten das Geld noch nicht wieder an die rechtmäßige Eigentümerin zurückgegeben. „Sie hatte Deutschland nämlich, wie es für chinesische Touristen nicht unüblich ist, innerhalb weniger Tage bereits wieder verlassen“, sagt Frühauf schmunzelnd. Nun liegt es an der chinesischen Botschaft, Kontakt mit der 30-Jährigen aufzunehmen, um Geldbeutel mitsamt den 500 US-Dollar nach Fernost zu transferieren. „Und vielleicht ist dann auch bald in China bekannt, dass sich oberbayerische Polizeibeamte bei ihren Ermittlungen so einiges einfallen lassen.“ dwe

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