Vater misshandelt Tochter

Amtsgericht spricht Bewährungsstrafe mit Geldauflage aus

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Schläge musste eine 12-Jährige ertragen, als ihrem Vater die Sicherungen durchgebrannt sind. Nun folgte ein Urteil (Symbolfoto).

Geretsried – Weil er 2018 seine damals zwölfjährige Tochter ohrfeigte und ihr mit einem Gürtel auf die Oberschenkel und den Rücken schlug, musste sich ein heute 46-jähriger Geretsrieder wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Fall liegt fast zwei Jahre zurück und wurde aufgrund zahlreicher Verschiebungen erst jetzt am Amtsgericht verhandelt. „Wir wollen heute ein schnelles Urteil und die Sache beenden“, unterstrich Rechtsanwalt Stevan Krnjaic. Aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses seines Mandanten verzichtete Richtern Friederike Kirschstein-Freund auf die Zeugenaussagen eines Polizisten und der Ex-Frau des Angeklagten. Auch dem Mädchen blieb eine Video-Befragung über die Vorfälle erspart. „Er gibt zu, dass er stark alkoholisiert war und ihm wiederholt die Hand ausgerutscht ist“, sagte Krjnaic. 

"In einem Wutanfall schlug er ihr mehrere Male mit der Hand ins Gesicht"

Am 29. September 2018 sollte seine damals zwölfjährige Tochter, die bei ihrer Mutter lebte, in der Wohnung ihres geschiedenen Vaters übernachten. Dort traf sie zunächst aber nur dessen neue Lebensgefährtin an, die umgehend den Angeklagten verständigte. Nachdem dieser in alkoholisierten Zustand nachhause kam, verlangte er von seiner Tochter zunächst, dass sie sich vor der Nachtruhe duschen solle. „Sie hat sehr gestunken und kam in einem verwahrlosten Zustand an“, erinnerte sich der Vater. Weil sich das Mädchen nach dem Duschen nicht föhnen wollte und mit ihrem Smartphone spielte, seien ihm die Sicherungen durchgebrannt. In einem Wutanfall schlug er ihr mehrere Male mit der Hand ins Gesicht. Mit einem Stoffgürtel fügte der Mann dem Mädchen weitere Verletzungen an den Oberschenkeln und am Rücken zu, sodass dort Schürfwunden und Rötungen erkennbar waren. Außerdem zerstörte der 46-Jährige das Handy seiner Tochter. 

Da sich der Angeklagte mittlerweile mit ihr versöhnt hat, ihr ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro gezahlt hatte und zudem noch nicht vorbestraft war, fiel das Urteil moderat aus. Richterin Kirschstein-Freund folgte dem Antrag des Staatsanwalts und setzte eine zehnmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Als Auflage muss der Angeklagte 600 Euro an den AWO-Bezirksverband Oberbayern zahlen. „Ihr Verhalten ist nicht hinnehmbar: Das Kind sollte bei Ihnen Schutz statt Schläge finden!“, befand Kirschstein-Freund.Peter Herrmann

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