Raketen-Uschi und Juxpaket

Ausverkauftes Tölzer Kurhaus bei Django Asül Jahres-Rückblick

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Sorgte bei seinem traditionellen Jahresrückblick im Tölzer Kurhaus für Lacher: Kabarettist Django Asyl. 

Bad Tölz – Die Fans des niederbayerischen, türkischstämmigen Kabarettisten Django Asül wissen genau worauf sie sich einlassen, wenn sie zwischen den Jahren zu seinem „Jahres-Rückblick“ kommen. So war denn auch das Tölzer Kurhaus voll besetzt. Wie auch in den Jahren zuvor, sie wurden nicht enttäuscht.

Wie gewohnt spitzfindig beleuchtete er die politischen Ereignisse im bayerischen genauso wie im Weltgeschehen des ablaufenden Jahres 2019. Dabei kam er zumeist zu seinen eigenen, manchmal Django Asül nicht mit der groben Keule daher, sondern streute seine Bosheiten meist lediglich als Anmerkungen in Nebensätzen ein, die es aber in sich hatten. So etwa bei der „Einigung“ von Donald Trump und Wladimir Putin in Sachen Ukraine: „Du machst die Ostukraine und ich den westlichen Teil, so wie das halt unter Schurkenstaaten üblich ist.“ Zu den kommenden Präsidentschaftswahlen in den USA fiel ihm dann noch ein, dass Trump gesagt haben soll: „Angeblich soll 2020 gewählt werden, dabei habe ich doch schon gesagt ich mache weiter.“

Einen Großteil des Programms nahmen dabei natürlich die Klimadebatte und die Friday-for-Future-Bewegung (FFF) um Greta Thunberg ein. Dabei stellte er lakonisch fest, nachdem ein Acht-Jähriger mit einem geklauten Auto mit Tempo 180 über die Autobahn gerast ist: „Nicht alle Kinder hierzulande sind Greta-Fans.“ Da in Bremen wegen FFF mittlerweile die Schulwoche bereits am Donnerstag endet, wollte Django Asül so gar nicht verstehen, dass die Kanzlerin Angela Merkel die Bewegung „super“ fände: „Das ist so, als wenn einer gegen die Zwangsprostitution demonstriert und dafür als Dankeschön einen Gutschein für einen Bordellbesuch erhält.“

In dem Zusammenhang schlug Django Asül dann auch die E-Roller wegen ihrer Nachhaltigkeit als „Gefährt des Jahres“ vor. „Jede Nacht kommen dann Euro IV-Lkws, die die Roller wieder einsammeln, damit sie in der Nacht mit tschechischem Atomstrom wieder aufgeladen werden können Und nach zwei Monaten werden sie dann verschrottet.“ Außerdem hätten die E-Roller auch das Straßenbild etwa in München nachhaltig verändert: „Man sieht jetzt viel weniger Rentner auf der Straße.“

Das Klimapaket der Bundesregierung bezeichnete der Kabarettist dann als „Juxpaket“, die Wahl des neuen SPD-Führungs-Tandems verglich er mit der „Reise nach Jerusalem“ und bezeichnete Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier als deutsche Antwort auf Homer Simpson. Als gut für Deutschland sah er, dass Ursula von der Leyen, „unsere Raketen-Uschi“, jetzt in Brüssel weit genug weg ist und so gar nicht wollt er die Kritik an Juso-Chef Kevin Künast verstehen: „Der ist doch mit zwei Grundprinzipien aufgewachsen: Arbeit wird gnadenlos überschätzt und Geld muss man auch nicht verdienen. Das kommt doch regelmäßig aus Bayern und Baden-Württemberg.“ejs

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