Roter Hilferuf

Veranstaltungswirtschaft weist mit Illuminierungs-Aktionen auf dramatische Lage nach Corona hin

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Rot illuminiert präsentierte sich in der Nacht von Montag auf Dienstag die Kulturbühne Hinterhalt, um so auf die horrenden Einnahmeausfälle in der Veranstaltungsbranche aufmerksam zu machen.

Geretsried/Gelting – Die Veranstaltungswirtschaft war der erste Wirtschaftszweig, der von der COVID-19-Krise getroffen wurde – und er wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am längsten von den Auswirkungen betroffen sein. Da sind sich die Unternehmer in diesem Bereich einig. Im Schulterschluss haben sie nun auf ihre Misere hingewiesen: in der „Night of light“ haben sie in der Nacht von Montag auf Dienstag Gebäude im öffentlichen Raum über mehrere Stunden in der Farbe „rot“ erstrahlen lassen. So auch die Kleinkunstbühne Hinterhalt in Gelting.

Faktisch alle Unternehmen aus den Bereichen Messebau, Veranstaltungstechnik, Eventagentur, Catering, Bühnenbau, Eventlocation, Messegesellschaft Kongresscenter, Tagungshotel, Konzertveranstalter, Künstler und Einzelunternehmer haben durch die erfolgten Veranstaltungsverbote seit dem 10. März innerhalb weniger Werktage ihre gesamten Auftragsbestände verloren. Sie gerieten als erste in die Krise und werden als letzte wieder aus der Krise herauskommen: „first in, last out“, so die Experten.

Seit Mitte März macht die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe können weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es kann auch nichts „auf Lager“ produziert werden. Selbst wenn nach Beendigung der Krise eine hohe Nachfrage einsetzen würde, kann der erlittene Verlust nicht mehr kompensiert werden. Die Veranstaltungswirtschaft insgesamt ist einer der größten Sektoren der deutschen Wirtschaft und zählt laut Angaben der LK AG, die stellvertretend für zig Unternehmen der Branche zu dem Aktionstag aufgerufen hat, rund eine Million direkte Beschäftigte. Es wird ein jährlicher Umsatz von rund 130 Milliarden Euro erwirtschaftet. Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit ihren veranstaltungsbezogenen Teil- und Zuliefermärkten hinzu, würden mehr als 300.000 Unternehmen in über 150 Disziplinen mehr als 3 Millionen Menschen beschäftigen und einen Jahresumsatz von über 200 Milliarden Euro erwirtschaften. Angesichts eines aktuellen Pandemiebedingten Ausfalls von 80 bis 100 Prozent, kann dieses Ziel freilich nicht gehalten werden: Viele Unternehmen kämpfen nicht nur mit Umsatzeinbußen sondern schlicht auch ums Überleben. Mit der Illumination sollte genau darauf aufmerksam gemacht werden – und das bundesweit. Auch im Landkreis gab es da einige illuminierte Gebäude. Neben dem von Lichtdesigner Günter Klügl aus Wolfratshausen illuminierten Hinterhalt, gab es etwa auch in Tölz ein rot-erleuchtetes Kurhaus, die Stadtbücherei oder das Marionettentheater. tka

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