Verbotene WhatsApp-Nachrichten

Amtsgericht: 58-Jähriger verstößt gegen Kontaktverbot zu Ex-Geliebter

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Trotz Kontaktverbot belästigte ein Fernfahrer seine ehemalige Freundin.

Geretsried – Wegen Bedrohung und einem Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz musste sich ein Fernfahrer vor dem Amtsgericht verantworten. Bei der Verhandlung zog er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl, der eine Geldbuße von 4.800 Euro vorsieht, zurück.

Der Angeklagte lebte mit der mittlerweile wieder in Geretsried gemeldeten 54-jährigen Frau 2019 in Ansbach (Mittelfranken) zusammen. Als die Beziehung auseinanderbrach, erließ das Familiengericht gemäß dem Gewaltschutzgesetz ein Kontaktverbot. Denn die Frau fühlte sich von dem stämmigen Mann bedroht und wollte von ihm nicht mehr belästigt werden. Trotz dieser Vorgabe schrieb der Angeklagten weiterhin WhatsApp-Nachrichten und fuhr einmal sogar nach Geretsried, um einen handgeschriebenen Brief bei ihr abzugeben. „Ich habe sie nur mehrmals darum gebeten, ihre Sachen und Möbel aus der Wohnung abzuholen“, beteuerte der Mann. 

Richter Helmut Berger konnte das widerlegen, indem er mehrere WhatsApp-Nachrichten vorlas. Darin bat der 58-Jährige seine ehemalige Geliebte um Verzeihung und forderte eine Weiterführung der Beziehung. Erst später forderte er sie auf, ihre Sachen aus der Wohnung abzuholen, weil er selbst auszog und der Vermieter nur leere Räume weitervermieten kann. Seine gleichaltrige Ex-Freundin tat dies erst ein halbes Jahr später. Zur Entlastung des Angeklagten konnte auch die derzeitige Lebensgefährtin nicht beitragen. Die 54-Jährige sagte aus, dass sie mit dem Mann seit zwei Jahren „mit einigen Unterbrechungen“ eine Beziehung führe. „Dann sind Sie doppelt gefahren!“, wunderte sich Berger. Er empfahl dem Angeklagten, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl, der 120 Tagessätze zu je 48 Euro vorsah, zurückzunehmen. „Sonst wird es erheblich teurer“, warnte Berger. Der 58-jährige folgte dem Rat zähneknirschend, hatte aber noch eine letzte Frage: „Und wer bekommt das Geld?“, wollte er wissen. „Der Staat“, entgegnete Berger. Der Verurteilte atmete auf. „Ein Glück, dass es nicht diese Frau bekommt“. ph

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