„Kultur der Achtsamkeit“

Vereine und Kapellen feiern 100-jähriges Gründungsfest der Sachsenkamer Trachtler

Sachsenkamer Trachtler feiern 100-Jähriges
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Die komplett restaurierte Vereinsfahne segnete Dekan Thomas Neuberger.
  • Ewald Scheitterer
    VonEwald Scheitterer
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Sachsenkam – Die „Gaigastoana“ haben ihren 100. Geburtstag gefeiert. Zum Jubiläum waren zahlreiche Vereine aus den benachbarten Dörfern angereist, um beim Feldgottesdienst dabei zu sein.

Wenn Oberbayerns Trachtler marschieren, sind die Straßen in der Regel mit begeisterten Besuchern gesäumt. Nicht so in Sachsenkam, wo die Trachtler der Gaigastoana am vergangenen Sonntag ihr 100-Jähriges feierten mit allem was so dazugehört: Kirchenzug, Feld-Gottesdienst und anschließendem Festzug durchs Dorf.

Elf Trachtenvereine und zehn Musikkapellen aus der Region

„Das ist bei uns einfach zu erklären. Wenn neben dem Trachtenverein noch die anderen fünf Sachsenkamer Dorfvereine mitmarschieren, dann bleiben halt kaum noch Leute zum Zuschauen übrig“, erklärte Trachtlervorstand Peter Nöscher jun. Insgesamt waren elf benachbarte Trachtenvereine aus der Region mit ihren Abordnungen zu dem Jubiläum gekommen und weitere zehn Musikkapellen und Spielmannszüge.

Weihe der restaurierten Vereinsfahne aus dem Jahr 1959

Bei Kaiserwetter feierte Dekan Thomas Neuberger den Gottesdienst zum Trachtler-Jubiläum. Integriert war hierbei auch die Neuweihe der komplett restaurierten Vereinsfahne aus dem Jahr 1959 und eines neuen Fahnenbandes zur Erinnerung an das 100-jährige Bestehen des Vereins.

In der zurückliegenden jüngeren Vergangenheit war in erster Linie nur noch die Gründungsfahne aus dem Jahr 1923 im Einsatz. Nachdem aber auch bei der Fahne aus dem Jahr 1959 die Zeit nicht spurlos vorbei gegangen war, musste jetzt das gesamte Fahnentuch ausgetauscht werden, nur die gestickten Motive waren erhalten geblieben.

Nach einer Schweigeminute für den jüngst verstorbenen Sachsenkamer Altbürgermeister Max Gast überbrachte Bürgermeister Andreas Rammler als Schirmherr der Feierlichkeiten seine Glückwünsche. Es sei damals in Sorge um das Aussterben der überlieferten Bräuche gewesen, die zur Gründung des Trachtenvereins geführt hätten.

Bürgermeister Andreas Rammler lobt den Erhalt der Tradition

Heute würden die Trachtler der modernen Wegwerf-Gesellschaft mit ihrer Ex-und-Hopp-Mentalität eine Kultur der Achtsamkeit entgegensetzen, in der die traditionellen Werte für die Gemeinschaft erhalten blieben. „Auch wenn es heute bereits eine App ,How to learn Schuhplattler‘ gibt, so geht doch nichts darüber mit Freunden in der Gemeinschaft zu Platteln“, betonte der Rathauschef.

In dieselbe Kerbe stieß der Plattlervorstand, der sich an die Trachtenjugend wandte: „Die waren immer tatkräftig und in großer Anzahl da. Egal ob es zum Aufbau des Festzelts oder den Umbau für die verschiedenen Veranstaltungen ging.“

Nöscher war mit der Sachsenkamer Festwoche zufrieden: „Beim Tanzl­musi-Treffen hätten es schon ein paar Besucher mehr sein dürfen.“ Mit den Ehrtänzen und der musikalischen Unterhaltung der Blaskapellen Jachenau, Lenggries, Hartpenning und Sachsenkam ging das „100-Jährige“ der Gaigastoana zu Ende.

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