Verkehrsentwicklungsplan: Ausschuss grübelt über Rad-Problematik an Marktstraße

Ratlos statt Rad-los

Radfahren ist in der Tölzer Marktstraße verboten. Doch viele ignorieren das. Die Stadt kann weiter keine Alternative für den „Nichtmotorisierten Individualverkehr“ finden.
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Bad Tölz – Der Verkehrsentwicklungsplan für Bad Tölz ist mit Gesamtkosten von 140.000 Euro nicht gerade billig: Die zuständigen Gremien sollen jetzt die Vorschläge Zug um Zug umsetzen. Aber die Vorschläge, die dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt wurden, fand bei den Räten keine Zustimmung.

Es ging um die Verbesserung der Ost-West-Verbindung, und damit auch die Regelungen in der Fußgängerzone der Marktstraße in Bad Tölz. Welche verschiedenen Interessen gerade dabei aufeinander treffen oder sich gegenseitig im Wege stehen, machte Michael Lindmair (FW) mit der überspitzen Bemerkung deutlich, dass die Marktstraße wohl die „meistbefahrene Fußgängerzone Deutschlands“ sei, was ihm seine Kollegen nur bestätigen konnten. In der Tat, obwohl Radfahren dort nicht erlaubt ist, wird das Verbot laufend ignoriert, ja manchmal brettern ganze Radl-Gruppen abwärts über das Kopfsteinpflaster. Und auch in der Gegenrichtung ignorieren viele die Verbotsschilder oder sehen sie einfach nicht, beziehungsweise können nicht verstehen, warum dort Radfahren nicht erlaubt ist, obwohl die Fußgängerzone eigentlich die einzige Verbindung von Ost nach West ist. Doch wie soll das Problem gelöst werden, beziehungsweise welche Alternativen kann die Stadt den Radlern, seien es nun Schulkinder oder dickbepackte Touristen, die sich durch Oberland schlängeln, bieten? Viel kam zur Sprache, durchsetzen konnte sich kein Vorschlag. So hatte das VEP vorgeschlagen, wenn die Marktstraße nicht zur Verfügung stehe, dann sollte wenigstens parallel dazu im Schulgraben ein Radweg angelegt werden. Da dieser im westlichen Teil eine zu starke Steigung mit sich bringen würde, sollte hinter dem Kaufhaus RID ein Aufzug gebaut werden. Das ist laut Bauamtsleiter Christian Fürstberger technisch zwar möglich, aber sehr aufwändig und damit zu teuer. Und schieben müsse man zwischendurch trotzdem. Für Andreas Wiedemann (FW) würde sich noch eine Trasse zum Bürgerarten anbieten, wenn man einige Stufen überwinde. Ein weiterer Vorschlag würde eine abgetrennte Radspur in der Nockhergasse entgegen der Einbahnrichtung vorsehen. Da allerdings müsste die Engstelle am Irlbeckhaus mit einer Passage überwunden werden. Die sei wegen des Denkmalschutzes und wegen der Weigerung des Eigentümers nicht möglich. Auch die Teilöffnung der Marktstraße, wie vom VEP in Erwägung gezogen, wurde von den Stadträten als nicht sinnvoll bezeichnet, da man niemandem klar machen könne, warum man nur zu bestimmten Zeiten die Marktstraße benutzen dürfe. Auch im oberen Teil der Marktstraße und der inneren Gaißacher Straße eine Radspur auszuweisen, bringt laut Bauamt nichts, weil dort die Autos auf den Markierungen parken und in diesem Bereich das Problem außerdem nicht recht groß sei. Schließlich fiel auch der Vorschlag, die Peter-Freisl-Straße für den Radverkehr in beiden Richtungen freizugeben, durch. Während der Schulzeit sei da jetzt schon „die Hölle los“, sagte Fürstberger. Nur ein Punkt wurde insgesamt für sinnvoll und notwendig erachtet, nämlich den teils illegalen Autoverkehr in der Marktstraße zu unterbinden. Der ist zwar zu Lieferzeiten erlaubt und auch sonst dürfen etwa die Apothekendienste, die Post, die dort tätigen Handwerker und auch 65 Bürger, die eine Ausnahmegenehmigung haben, ein- und ausfahren. Diese Liste an Lizenzen soll jetzt kritisch durchforstet werden. Wolfgang Breitwieser

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