Entschleunigung im Zentrum

Verkehrsplaner positioniert sich gegen Tempo-50-Regelung

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Frühestens ab Herbst werden wieder Autos über den Karl-Lederer-Platz fahren können.

Geretsried – Im Zusammenhang mit der Zentrumsumgestaltung am Karl-Lederer-Platz ergeben sich sowohl in der Bauphase wie auch später Anforderungen an den fließenden und ruhenden Verkehr. Ein mögliches Konzept stellte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer nun dem Stadtrat vor.

„Neben dem Individualverkehr sind auch der Bus- sowie der Fuß- und Radverkehr zu betrachten“, erklärte Robert Ulzhöfer vom Büro Stadt, Land, Verkehr. Statt dem bisher geltenden Tempo-50-Limit hält er einen verkehrsberuhigten Bereich am umgestalteten Karl-Lederer-Platz für sinnvoll. Alles hänge nun davon ab, ob das Landratsamt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 10 km/h erlaubt. „Denkbar ist auch Tempo 20 oder 30“, gibt sich Ulzhöfer kompromissbereit. Parkmöglichkeiten soll es in der Tiefgarage und oberirdisch nur auf einigen markierten Flächen geben. „Es wird anfangs dreiste Fahrer geben, die sich auf die gepflasterten Bereiche stellen, aber das muss man rigoros mit Knöllchen unterbinden“, forderte Ulzhöfer. Er berichtete zudem über eine Verkehrszählung, die im März durchgeführt wurde. Demnach besitzen die rund 26.000 Einwohner 14.500 PKWs. Die Parkplätze an der Egerlandstraße seien zu 85 bis 100 Prozent ausgelastet. An der Böhmwiese waren am Erhebungstag mittags etwa 85 Prozent der Stellplätze belegt. „Am Nachmittag und abends leerte sich dieser Parkplatz“, so der Verkehrsplaner weiter. Autos können voraussichtlich schon ab Herbst wieder über den Karl-Lederer-Platz fahren. Dann verlagert sich die Baustelle von den Wohn- und Geschäftshäusern PulsG und Centrum 20 an die Egerlandstraße, wo die Baugenossenschaft die Häuserzeile 58 bis 74 abreißt. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten kommen für Ulzhöfer insgesamt acht Varianten für die „Neue Mitte“ infrage. Möglich sei zum Beispiel eine Einbahnstraße oder eine Fußgängerzone. „Es gilt nur darauf zu achten, dass der neue Edeka-Markt im PulsG über den Martin-Luther-Weg beliefert werden kann“, empfahl Ulzhöfer. Der Stadtrat nahm die Ausführung zu Kenntnis und einigte sich darauf, dass Robert Ulzhöfer hinsichtlich des ruhenden Verkehrs in einer der nächsten Sitzungen ein verfeinertes Konzept vorstellen soll. Dann wird auch zu klären sein, wie der Busverkehr in der Neuen Mitte geregelt wird. Peter Herrmann

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