Die Verkehrswende vorantreibenBirgit Raab und Hans Urban wollen Klimaschutzziele schnell umsetzen

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Hoffen auf eine Verbesserung des europaweiten Klimaschutzes: Birgit Raab und Hans Urban.

Geretsried – Eine nachhaltige Verkehrswende sowie einen konsequenteren Klima- und Artenschutz forderten Birgit Raab und Hans Urban im Rahmen einer Versammlung des Ortsverbands der Grünen in den Ratsstuben.

„Die Mobilität ist für ein Viertel der Treibhausemissionen in der Europäischen Union verantwortlich“, rechnete die Schwabacherin Birgit Raab bei der Versammlung der Grünen vor. Sie plädierte deshalb für einen Ausbau des Schienenverkehrs, der die Umwelt im Vergleich zum Straßen- und Luftverkehr deutlich weniger belastet.

„Die umweltfreundliche Mobilität muss endlich gegenüber der umweltschädlichen zumindest gleichgestellt, besser sogar bevorzugt werden“, forderte die 55-Jährige. Sie räumte zwar ein, dass die Bahn mittlerweile Vorfahrt bei der Nutzung der EU-Finanzmittel habe. „Doch obwohl 90 Prozent der Bahnkunden auf Strecken unter 50 Kilometer unterwegs sind, ist das europäische Bahnnetz noch immer ein Flickenteppich“, gab sie zu bedenken.

Auch die Ticketkosten einer Bahnreise seien oft viel zu teuer. „Ein Flug aus Deutschland nach Barcelona ist manchmal schon für 40 Euro zu haben, da kann die Bahn nicht mithalten“, bedauerte Raab.

Zudem plädierte die Mittlefränkin für eine Förderung des Radverkehrs. Eine Besucherin ergänzte in diesem Zusammenhang, dass die Mitnahme eines Rads in den mitunter völlig überfüllten Zügen der Bahn mittlerweile kaum noch möglich sei. Raab forderte die Deutsche Bahn deshalb auf, mehr Waggons zur Verfügung zu stellen.

Den Fokus auf den Artenschutz lenkte daraufhin Hans Urban. Der Eurasburger Landwirt sieht hier vor allem das Europaparlament in der Pflicht. So werde der Ökolandbau seiner Meinung nach immer noch zu wenig gefördert. „Unser derzeitiges Agrarsystem macht ein wirtschaftliches Überleben kleiner Höfe immer schwieriger“, stellte Urban fest.

In der abschließenden Diskussionsrunde warb Lena Gneist für die jüngst gegründete Facebook-Gruppe „Foodsharing Geretsried und Umgebung“, die sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einsetzt.

Nicht benötigtes Essen einfach wegzuwerfen, ist auch für den Geretsrieder Stadtrat Professor Dr. Detlev Ringer keine Option. Er erinnerte sich mit Schaudern an einen Festakt in Stuttgart, nach dem ein großes übrig gebliebenes Kuchenbuffet nicht an Bedürftige weitergegeben wurde, sondern einfach in den Müll wanderte. „Das geht gar nicht“, stellte Ringer klar. Birgit Raab machte dafür zum Teil „überzogene Hygienevorschriften“ verantwortlich und rief zu einer Unterstützung der Tafeln in Deutschland auf. ph

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