Freies Impfen ab Montag

Spontane Pikse möglich: Tölzer Land verkürzt Impfintervall

Kostenloser Eintritt zu Freizeitparks oder die Chance auf ein Fahrrad für eine Corona-Impfung? Die Bundesländer werfen derzeit verschiedene Ideen in den Raum, um Anreize für ungeimpfte Personen zu schaffen.
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In den Landkreis-Impfzentren werden hauptsächlich die Impfstoffe Biontech und Moderna verimpft, Menschen über 60 Jahre erhalten auch Astrazeneca.
  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
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Landkreis - Geimpft in den Urlaub zu fahren, das könnte für manche Landkreisbürger noch aufgehen: Ab Montag, 12. Juli, werden in den Kreis-Impfzentren täglich spontane Impfungen möglich sein.

Das heißt, wer sich impfen lassen möchte, kommt zu bestimmten Zeiten in eines der Impfzentren in Wolfratshausen oder Bad Tölz und erhält dort dann das Vakzin. Die Impfintervalle werden soweit verkürzt, wie es den Empfehlungen der Hersteller und der Ständigen Impfkommission (STIKO) nach zulässig ist.

Die Impfzentren öffnen ab Montag, 12. Juli täglich für einige Stunden ihre Pforten für spontane Impfungen. Konkret können Bürgerinnen und Bürger sich von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 14 Uhr eine Impfung verabreichen lassen. „Zwar müssen sich Impfwillige dafür weder vorher registrieren noch anmelden, es erleichtert den Mitarbeitern aber das Handling“, berichtet Landratsamt-Sprecherin Marlis Peischer.

Deshalb gilt: Eine Registrierung online oder per Anruf im Callcenter unter Tel: 08171 386 3610 (täglich von 8.30 - 17 Uhr) ist von Vorteil und beschleunigt das Prozedere. Ganz wichtig: Impflinge müssen ihren Lichtbildausweis und Impfausweis mitbringen.

Welches Vakzin wird verimpft und in welchem Impfintervall?

In den Impfzentren werden hauptsächlich die Impfstoffe Biontech und Moderna verimpft werden, gelegentlich erhalten Menschen über 60 Jahre auch das für diese Altersgruppe durch die STIKO freigegebene Astrazeneca. Bei Biontech wird die zweite Impfung ab sofort nach der Mindestzeit von drei Wochen gegeben, bei Moderna nach vier Wochen.

„Aktuell ist genügend Impfstoff da, so dass der maximale Zeitraum von sechs Wochen nicht mehr ausgeschöpft werden muss“, berichtet Peischer. Eine Wahlmöglichkeit bestehe aber nicht. „Wer sich also nächste Woche impfen lässt, genießt ab Mitte August vollständigen Impfschutz. Wer seine Impfung im Juli bekommt, verfügt zum Ende des Sommers hin über vollen Impfschutz.“

Fragen Rund ums Impfen:

Müssen beide Impfungen durch die gleiche Institution vorgenommen werden?

„Nein. Wechselseitige Impfungen sind möglich, es zählt allein, was im Impfausweis steht. Das heißt in der Praxis: Wenn die erste Impfung vom Hausarzt durchgeführt wurde, kann die zweite Impfung durchaus im Impfzentrum erfolgen. Das gilt natürlich auch umgekehrt.“

Kann ich mich weiterhin nur in meinem Landkreis impfen lassen?

„Ja und Nein. Bei Zweitimpfungen werden auch Menschen aus anderen Gegenden geimpft. Es zählt die Devise, dass jede vollständige Person einen Fortschritt in der Impfkampagne bedeutet.“

Ich möchte mein Kind impfen lassen, ist das möglich?

„Zum Teil ist das möglich und zwar im Rahmen dessen, was die STIKO empfiehlt. Gesunde Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahre können geimpft werden, aber sie müssen einen unterschriftsfähigen Elternteil mitbringen. Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahre werde nur geimpft, wenn ein Attest vorliegt, das die von der STIKO aufgezählten Erkrankungen wie zetwa schwere Lungenerkrankung oder Adipositas vorliegen. Kinder unter zwölf Jahren dürfen noch nicht geimpft werden. „

Stimmen zum veränderten Vorgehen

Wiederholt waren die Landkreisbürger in den vergangenen Wochen aufgerufen, sich zu registrieren, um weiter impfen zu können. Die Resonanz war verhalten. Nun hofft man, dass vereinfachte Rahmenbedingungen zu weiteren Erstimpfungen führen.

Landrat Josef Niedermaier ist froh, über die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Einheiten: „Ich bin dankbar, dass wir uns gemeinsam auf dieses neue Vorgehen einigen können. Am Ende zählt schlicht jede Impfung, die im Rahmen der medizinischen Empfehlungen der STIKO möglich sind.“

Dr. Jörg Lohse, ärztlicher Koordinator im Landkreis, äußert sich so: „Ich bin froh, dass wir alle, die wir impfen, nun näher zusammenrücken und auch zusammenarbeiten. Ich sehe uns als Partner, die Hand in Hand arbeiten. Danke auch an Beschäftigten in den Impfzentren, für die diese Umstellung zunächst wirklich Mehrarbeit bedeutet und Flexibilität verlang.“

Maximilian Pfandl, Leiter der Impfzentren in Wolfratshausen und Bad Tölz, hofft nun, dass der aktuell im Überfluss vorhandene Impfstoff nun Abnehmerinnen und Abnehmer findet. „Wir hatten in den vergangenen 14 Tagen wirklich Schwierigkeiten, noch Impfwillige für Erstimpfungen zu finden. Vielleicht kommt jetzt wieder ein wenig Schwung in die Kampagne.“

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