Zimmerer auf dem Brauneck-Gipfel

Verleihung „Meisterhafter Sterne“ für regionale Betriebe der Zimmerer-Innung

+
Die Vertreter der „meisterhaften Zimmerer-Betriebe“ 2019 des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen mit (v.r. sitzend) Landrat Josef Niedermaier, Sparkassen-Direktorin Renate Waßmer, Manfred Gasteiger, der Vorsitzende der Raiffeisenbanken, Martin Bachhuber und Obermeister Jakob Bscheider.

Lenggries – Hoch hinaus wollen die regionalen Zimmerei-Betriebe, die sich in den zurückliegenden zwei Jahren haben „meisterhaft“ zertifizieren lassen. Und hoch hinauf ging’s dann jüngst auch zur feierlichen Urkundenverleihung. Im Panorama-Restaurant auf dem Lenggrieser Brauneck konnte Alexander Habla, der Hauptgeschäftsführer des bayerischen Zimmerer-Landesverbands, die begehrten „Meisterhaft-Urkunden“ mit drei, vier und fünf Sternen an die Vertreter der einzelnen Betriebe übergeben.

„Mit 27 ausgezeichneten Betrieben sind wir zwar insgesamt nicht mehr geworden, als noch vor zwei Jahren. Aber es sind einige Vier Sterne-Betriebe mehr und vor allem auch einige neue Gesichter dazugekommen“, freute sich dann auch Jakob Bscheider, der Obermeister der Zimmerer-Innung für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach.

Das „meisterhaft-Sigel“ war von der deutschen Bauwirtschaft ins Leben gerufen worden, als im Zuge der EU-Gleichstellung in einigen Handwerkszweigen der sogenannte Meisterzwang aufgehoben worden war. Dabei müssen die Betriebe, die sich der Zertifizierung unterziehen, ein strenges Verfahren durchlaufen. „Es ist das äußere Zeichen für meisterhafte Leistungen. Von der kompetenten Beratung bis zur fachlich professionellen, termingerechten und sauberen Ausführung vor Ort“, führte Habla aus. Dabei betonte er, zwischen den erworbenen Sternen gebe es keinen Qualitätsunterschied: „Nur das jeweilige Spektrum, das der betreffende Betrieb abdeckt ist anders.“

Als „Gipfeltreffen“ bezeichnete dann auch Landrat Josef Niedermaier die Urkundenverleihung: „Die Zertifizierung ist gerade in ihrer Außenwirkung extrem wichtig.“ Auch er bezeichnete die Aufweichung des Meisterzwangs als „größten Fehler“. Er sei sich sicher, dass die Baubranche in Oberbayern die Hochkonjunktur noch einige Zeit weitertragen werde, auch wenn die Industrie bereits etwas schwächele. Er sah sehr gute Zukunfts-Perspektiven für innovative Zimmerer und den Rohstoff Holz: „Nur mit Einfamilienhäusern wird es auch im Oberland in Zukunft nicht mehr funktionieren.“ Um weitere Flächenversiegelungen zu vermeiden, werde sich die Form des Bauens auch hier definitiv ändern: „Da wird auch der Druck auf die Kommunen weiter wachsen.“ Es müsse mehr verdichtet und mehr in die Höhe gebaut werden.

„Die Auftragslage ist sehr gut, die Wirtschaft brummt. Eigentlich könnten alle zufrieden sein“, merkte dann auch Martin Bachhuber, MdL, an: „Doch unsere Jugend hat andere Erwartungen an die Zukunft, wie deren ,Friday-for-Future-Bewegung‘ zeigt.“ Oberbayern ist die Region Europas mit dem größten Firmen-Zuzug. „Alles will in den Großraum München. Doch wo sollen die benötigten Arbeitskräfte wohnen?“ So prangerte er vor allem die hinkende Infrastruktur an: „Da kommt die Politik einfach nicht nach.“ So forderte er vor allem „schnellere Verfahren“ in Sachen Bauen in der sich wandelnden Gesellschaft.Ewald Scheitterer

Auch interessant

Meistgelesen

Amtsgericht: 61-jähriger Anwohner behindert Räumarbeiten
Amtsgericht: 61-jähriger Anwohner behindert Räumarbeiten
Trotz Regenwetter: Viele Schaulustige bei Tölzer Truckertreffen am Moraltpark
Trotz Regenwetter: Viele Schaulustige bei Tölzer Truckertreffen am Moraltpark
Staatsminister Bernd Sibler zeigt sich beeindruckt vom Erinnerungsort
Staatsminister Bernd Sibler zeigt sich beeindruckt vom Erinnerungsort
Neuaufstellung Nahverkehrsplan: erste Zwischenbilanz im Umweltausschuss
Neuaufstellung Nahverkehrsplan: erste Zwischenbilanz im Umweltausschuss

Kommentare